Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
1992
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_30/4/
auch in Liechtenstein gestellt werden. Ohne staatliche Unterstützung wäre zumindest un- sere Berglandwirtschaft längst unter die Rä- der gekommen. Wer würde dann die steilen Wiesen noch mähen? Die Erhaltung eines gesunden Bauernstandes ist oberstes Gebot. Deshalb - und hier tut sich ein weites Feld künftiger Aufgaben auf — wird die Landwirt- schaft mittels staatlicher Förderung und Len- kung in Zukunft vermehrt zum Schutz und zur Pflege einer vielfältig strukturierten, ar- tenreichen Landschaft angehalten werden müssen. Magerwiesenprämien sind ein An- fang, Prämien für ökologische Leistungen, wie sie im Bodenbewirtschaftungsgesetz vor- gesehen sind, stellen einen weiteren, wichti- gen Schritt dar (siehe Artikel in diesem Um- weltbericht). Mit einem neuen Naturschutz- gesetz muss der Erosionsprozess, dem unser Natur- und Kulturerbe ausgesetzt ist, endgül- tig gestoppt werden. Thema für Internationale Alpenschutzkommission Aus Anlass der Jahresfachtagung 1991 in 
Château  d'Oex/VD hat die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA eine Reso- lution für die Erhaltung der traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft verabschiedet. In dieser Resolution werden die folgenden Forderungen aufgestellt: 
Seite 4 
Liecht. Umweltbericht, November 1992 • Die Leistungen der Bergbauern zur Er- haltung ökologisch hochwertiger und viel- fältiger alpiner Kulturlandschaften sind anzuerkennen und die ökologischen Son- derleistungen für, deren Pflege finanziell   abzugelten. D.h. Naturschutz und Land-   schaftspflege sind als wichtige öffentliche Güter zu sehen. Kerngedanken neuer agrarpolitischer Leitbilder müssen dem- gemäss einen regionalen Bezug besitzen, eine die Sektoren übergreifende Zusam- menarbeit ist zu fordern sowie das Erken- nen der multifunktionalen Aufgaben der Berglandwirtschaft zu fördern. • Umweltschädigende Praktiken in der Landwirtschaft sind zu unterbinden bzw. nicht mehr finanziell zu fördern. D.h. es   sind die bestehenden Förderungen auf ihre Umwelt- und Naturverträglichkeit zu überprüfen. Es ist ein effizientes System   der Qualitätskontrolle geförderter Pro- dukte und Dienstleistungen sowie gene- rell für die Bewilligung und Verwendung aller Agrarförderungen und -subventio- nen zu errichten. • 
Schnellstmöglich ist ein Inventar der be- drohten Kulturlandschaften des Alpenbo- gens, z.B. der Terrassenlandschaften, zu erstellen, die Möglichkeiten 
für ihre Er- haltung zu prüfen und ggf. sicherzustellen.   (Illustrationen: Kirschbaum in den 4 Jahreszeiten. Als Kartenserie zu beziehen beim WWF Versand, Postfach, 8037 Zürich)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.