Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
30
Erscheinungsjahr:
1992
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_30/12/
Seite 12 Liecht. Umweltbericht, November 1992 Bodentiere wählen Bio In der Oberschicht eines Quadratmeters Boden leben 200 Regenwür- mer, 150 Tausendfüssler, 50 Asseln, 50 Spinnen und Skorpione, 100 000 Springschwänze und andere Urinsekten, 150 000 Milben und 500 000 000 Einzeller. Biobauern und Bodentiere unterhalten eine Part- nerschaft von beidseitigem Nutzen. In Bioböden ist das Bodenleben viel artenreicher als in konventionell bewirtschaftetem Agrarland. Pflanzen Auf biologischen Getreideäckern gedeihen im Schnitt doppelt soviele Pflanzenarten wie auf konventionell bewirtschafteten. Be- drohte Arten blühen gar dreimal häufiger. Das ergaben botanische Aufnahmen auf je 13 biologischen und konventionellen Land- wirtschaftsbetrieben in Westdeutschland. .Dabei wurde auch festgestellt, dass die Pflanzenwelt auf Biohöfen noch so heil ist wie vor 30 Jahren: Sowohl 1960 wie 1987 fand man auf 80 Prozent der untersuchten Wiesen- und Ackerflächen von Biohöfen vom Aussterben bedrohte Pflanzen. Auf konventionellen Betrieben war die Zahl im gleichen Zeitraum von 61 auf 29 Prozent ge- sunken. 
Bienen, Hummeln, Schmetterlinge Die Besiedlungsdichte von Bienen, Hum- meln und Tagfaltern auf biologischen und konventionell bewirtschafteten Wei- zenäckern erhoben Biologinnen und Biolo- gen der Uni München. • Auf einem 160 m2  grossen biologischen Feld wurden innert 5 Minuten 7 Tagfalter, 13 Bienen und 16 Hummeln registriert. • Auf das benachbarte konventionelle Feld gleicher Grösse hatte sich eine einzige Biene verirrt. Regenwürmer Regenwürmer sind fleissige Bodenpfleger. Biobauern können viel stärker auf ihre Hilfe zählen als konventionelle. Das ergaben Un- tersuchungen in Bayern. Je 20 biologische 
Flächen wurden jeweils mit einer konventio- nell bewirtschafteten Fläche am selben Stand- ort verglichen. Fast durchwegs war auf dem Bioacker der Wurmbestand und die Arten- vielfalt — es gibt insgesamt 37 Regenwurm- arten — höher als auf dem Vergleichsfeld. Vögel Ornithologische Vergleiche zwischen biolo- gischen und konventionellen Höfen in Däne- mark zeigten, dass die Vogelwelt auf Biohö- fen viel reicher ist. Von 39 Vogelarten hielten sich 36 bevorzugt auf Biofeldern auf. Feldler- che, Rauchschwalbe, Kiebitz, Grauammer und Hänfling waren da doppelt so häufig an- zutreffen. Bloss drei Arten hielten sich öfter auf normal gedüngten und gespritzten Fel- dern auf. Ganz offensichtlich ist das Nah- rungsangebot sowohl für Insektenfresser wie für Körnerpicker auf Biohöfen klar besser.. Laufkäfer In biologischen Getreidefeldern leben zwei bis zweieinhalbmal soviele Laufkäfer und Kurzflügler als in konventionell bewirtschaf- teten. 'Dies ergaben Untersuchungen des Forschungsinstituts für biologischen Land- bau in Oberwil. Viele Laufkäfer und Kurz- flügler sind als Nützlinge in der Landwirt- schaft — vorab als Blattlausvertilger — ge- schätzt. 
■ (Aus: WWF/Panda Magazin 3/91)
        

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