Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1979
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_3/3/
Juni 1979 
Umwelt-Bericht Seite 3 Europaratskampagne 1979/80 Liechtenstein ist dabei! Die Strassburger Kampagnen Anerkanntermassen hat das Europä- ische Naturschutzjahr 1970 dazu beige- tragen die Notwendigkeit eines wirk- samen Naturschutzes stärker ins öf- fentliche Bewusstsein dringen zu lassen. Es war dies auch die erste geschlossene Manifestation breiter Kreise für einen liechtensteinischen Naturschutz. Seit 1970 versucht nun .der Europarat das Schlagwort Naturschutz in konkrete Einzelbegriffe zu zerlegen und diese Stück für Stück bekannt zu machen. Dabei ist der Europarat Initiator für derartige Kampagnen, die Werbewirk- samkeit der Gesamtaktion ist aber davon abhängig, in welcher Weise die einzelnen Mitgliedsstaaten, auf ihre Be- dürfnisse und Zielgruppen abgestimmt, die 
Kampagne laufen lassen. Die Schlüsselstellung für Initiativen, Or- ganisation und Koordination im eigenen Land fällt den sogenannten Nationalen Agenturen der Europäischen Informa- tionszentrale für Naturschutz zu. Diese Aufgabe wird für unser Land von der Liechtensteinischen 
Gesellschaft für Umweltschutz wahrgenommen. Sumpfgladiole, Vertreter der Riedwiesen. Feuchtgebietskampagne 1976 Die erste grosse und europaweit ini- tiierte 
Oeffentlichkeitskampagne war die Aktion zum Schutze der Feuchtge- biete. Das Ergebnis dieser Kampagne war, dass das Schlagwort «Feuchtge- biete» Eingang in alle für den Natur- schutz bedeutsame Disziplinen fand. Die Feuchtgebiete sind so zum Markenarti- kel des Naturschutzes geworden. Vor allem dank Ihrer finanziellen Unterstüt- zung mit über 3000 grösseren und klei- neren Spenden war es uns 1976 möglich, einige Grundstücke im Ruggeller Riet zu erwerben und die Unterschutzstel- lung des Rietes voranzutreiben. Gute Vorbereitung für einen neuen Erfolg Für 1979 und 1980 soll aufgrund einer Einigung zwischen den mittlerweile 21 Mitgliedstaaten des Europarates eine neue Kampagne laufen. Die- Vorberei- tungen haben auch- für unser Land be- gonnen. Ein Programmentwurf wird demnächst von allen interessierten Kreisen diskutiert werden. Unser Hauptziel wird es sein, das Gedanken- 
gut des Arten- und Lebensraumschutzes populär zu gestalten, also eine Sym- pathiewerbung für Tiere und Pflanzen in ihren Lebensräumen zu lancieren. Neben dem Schlagwort «Feuchtgebiete» möchten wir auf die weitere Bedrohung vieler gefährdeter Tier- und Pflan- zenarten aufmerksam machen. Unter dem Begriff der «Roten Listen» sind Europa erste erschreckende Bilanzen veröffentlicht worden. Wir möchten Ihnen zeigen, warum das so ist und was dagegen zu unternehmen ist. Mit etwas Neid blicken wir manchmal auf unsere Kollegen aus dem Kulturbereich.. Hier werden bedeutende Mittel für Restau- rierungen, für Bilderkäufe, für Subven- tionierung des Kulturlebens ausgege- ben. Ist das nicht selbstverständlich? Wer möchte denn ein Kulturbanause sein? Kaum jemand scheut sich aber, ein Naturbanause zu sein! Wir möchten versuchen, die Gefahren für die bedrohten Lebewesen zu kon- kretisieren. Wir versuchen, den noch im mystischen Dunkel steckenden Begriff des Naturschutzgebietes zu erhellen, für dessen Notwendigkeit und Unterhalt zu werben. Wir möchten aufzeigen, dass das «Naturerbe» ebenfalls ein un- wiederbringliches «Kulturerbe» dar- stellt. Die neue Kampagne wird europaweit anlässlich der Europäischen Minister- konferenz für Umweltschutz im Septem- ber 1979 in Bern eröffnet. Sie werden alsbald auch über die liechtensteini- schen Aktivitäten informiert werden.
        

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