Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
1991
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_29/19/
Johann Ott ist Leiter des Tiefbauamtes. In seine Zuständigkeit fällt der Strassen- bau und -unterhalt, der Rüfen- 
und Wasserbau. Bei Unterhalts- und Pflege- massnahmen ist ein hohes Mass an Ver- ständnis für und Rücksichtnahme auf die wildlebende Tier- und Pflanzenweh erforderlich. und regelmässiger Mahd eine hohe Artenviel- falt an Pflanzen aufweisen. Unter dem Aspekt der Naturwerte sind jene Striche unerfreulich, die regelmässig intensiv gedüngt  und landwirtschaftlich genutzt wer- den. Durch die landwirtschaftliche Nutzung wird aber gleichzeitig der laufende Unterhalt erledigt. Besonders die Entsorgung von Mäh- gut erweist sich bei starkem Wuchs gedüngter Wiesen noch viele Jahre bis zur Magerung als Problem. Bei Pächterwechsel und entspre- chenden Gelegenheiten werden in Zukunft schliesslich stückweise Abschnitte in extensi- ve Nutzungen übergeführt. Eine weitere Möglichkeit des Unterhaltes wird zur Zeit auf einem Abschnitt in Schaan erprobt, wo ein früher landwirtschaftlich ge- nutzter Bereich dem Buschwildwuchs überlas- sen wird. Auch weitere Aufforstungen mit standortgerechten Gehölzen werden künftig vermehrt am landseitigen Rheindamm zu fin- den sein. 
Liecht. Umweltbericht, Ami 1991 
Seite 19 Schutz von Naturwerten im Gewässerunterhalt Gewässer sind mehr als eine gewisse Menge stehendes oder fliessendes Wasser. Zu den Gewässern ist unter anderem auch die Sohl- und Ufervegetation zu zählen. Aus Gründen des Hochwasserschutzes und zum Schutz des landwirtschaftlich genutzten Kulturlandes sind Pflege- eingriffe nötig. Diese müssen jedoch mit Rücksicht auf Flora und Fauna erfolgen. Pflegepläne bilden die Grundlage für diese Arbeiten. Abhängigkeiten zur Magerwiese entwickelt, die weitere Lebensgesellschaften zulassen. Der. Unterhaltsaufwand wird so bescheiden gehalten. Die unterliegende Dammpfläste- rung erwirkt auch einen eher schütteren Gras- wuchs, so dass das Mähgut an Ort liegen bleiben kann. Landseitiger Rheindamm noch unbefriedigend Die landseitige Dammfläche unterliegt ande- ren Gesichtspunkten. Die nicht landwirt- schaftlich genutzten Flächen beschränken sich auf die Bereiche der Auffahrrampen und der Deponien. Die Wiesenflächen an den Auf- fahrrampen haben sich über die vielen Jahre wie die wasserseitigen Flächen zu Magerwie- sen entwickelt und werden mit diesen einmal im Herbst gemäht. Die Deponien werden in der Regel nach der Auffüllung aufgeforstet und bilden schliesslich eine Mischwaldbestok- kung. Bei den landwirtschaftlich genutzten Flächen sind vor allem Weideflächen zu erwähnen, die ohne oder mit nur sehr schwacher Düngung 
Johann Ott, Vaduz Im Unterhalt des Tiefbauamtes stehen die Gewässer Rhein, Binnenkanal, Esche, Spiers- bach, Scheidgraben, Grenzgraben und Paral- lelgraben. Der Rhein Der Rhein als überregionaler und landschaft-  bestimmender Fluss nimmt einen ungleich hö- heren Stellenwert ein als die übrigen Gewäs- ser. Es konzentrieren sich die Unterhaltsakti- vitäten mit der besonderen Rücksicht auf Na- . turwerte, auf. die Pflege der Hochwasser- 
• dammoberflächen. Die. Hochwasserdämme als flussbauliche Ele- mente sind vor etwa 130 Jahren mit dem Ziel gebaut worden, Hochwasserschäden auf der Rheintalebene langfristig zu eliminieren. Die Dammhöhe war das Ergebnis aus der zu er- wartenden Höchsthochwassermenge, der Ge- rinneneigung, der Breite des Trapezprofiles und der Oberflächenrauhigkeit des Gerinnes. Zur Vermeidung von Geschiebeanlandungen wurde das Gerinne schmal gehalten, um eine genügend grosse Schleppkraft zu erreichen. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich trotz- dem Kiesmaterial auflagerte und so die Fluss- sohle immer höher zu liegen kam. 1927 hat dies zur Katastrophe geführt und 1954 hat sie sich fast wiederholt, obwohl zwischenzeitlich die Dämme erhöht worden waren. Damals war 'es wichtig, die wasserseitige Dammober- fläche möglichst glatt zu gestalten, um eine grösstmögliche Abflussleistung zu erhalten. Vielfalt soll gefördert werden Mit den anschliessenden intensiven Kiesbag- gerungen ist bis 1970 ein derart tiefer Sohlen- stand erreicht worden, dass gegenüber dem Katastrophenhochwasser noch genügend Ab- flussreserven vorhanden sind und im oberen Bereich des wasserseitigen Dammbauwerkes auf andere Aspekte als einer hohen Abfluss- leistung Rücksicht. genommen werden kann. So hat sich in den letzten Jahren ein periodischer. Pflegeablauf eingespielt, der Bereiche mit unterschiedlichen Bedingungen zulässt. Im Hochwasserbereich, d. h. bis etwa 2 m oberhalb des Vorgrundweges, wird eine jähr- liche Mahd durchgeführt. Oberhalb dieser Li- nie werden örtlich bis strichweise Buschgrup- pen oder Schlingpflanzen fallweise mit Einzel- gehölzen stehen gelassen. Weite Teile aber werden als Magerwiese durch eine spätherbst-  liche Mahd wie im Hochwasserbereich behan- delt, so dass die wasserseitige Dammoberflä- che als grosse geschlossene Magerwiese mit örtlichen Niederholzbereichen angesehen werden kann. Die Natur mit ihrer Lebensviel- falt hat sich seit Jahren auf diese jährliche Mahd eingestellt und jene Lebewelt ver- mehrt, der diese Umstände gelegen kommen. An den Zonen der Niederholzes haben sich
        

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