Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_28/2/
Was ist Baubiologie? Zum Thema Baubiologie gibt es eine ständig wachsende Zahl von teilweise erstklassigen Büchern. Einen Teil davon führen wir in einer Literaturübersicht in diesem Umweltbericht auf. Für die eiligen Leser, die sich schnell einen Überblick verschaffen wollen, stellen wir in diesem Einleitungsartikel in kurzen Zügen einige Aspekte der Baubio- logie vor. Wer sich genauer für die eine oder andere Seite der Baubiolo- gie interessiert, lese die entsprechenden Kapitel in diesem Umwelt- schutzbericht durch oder verschaffe sich die. Fachliteratur. Bei der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz liegt eine Reihe von Büchern und Zeitschriften für Sie bereit. 
  
Seite 2 Liecht. Umweltbericht, Dezember 1990 Gesunde Baustoffe Baubiologie ist nicht ausschliesslich, aber im wesentlichen die Wahl gesunder Baustoffe für das Haus. Die heute übliche Bauliteratur ver- sucht allerdings den Baustoff durch verschie- dene technische Eigenschaften, die in Labor- verhältnissen getestet wurden, zu qualifizie- ren. Vergessen wird dabei, dass diese zahlen- mässigen Begriffe nur eine technische Teil- wahrheit bezüglich der ganzheitlichen Eigen- schaften eines Baustoffes darstellen können. Das Allerwichtigste, dass ein Baustoff leben- dig sein muss und über eine eigene Ausstrah- lung verfügt, wird völlig ausser.acht gelassen. Das Hauptproblem der modernen Baustoff- kunde ist demzufolge, dass diese Ausstrah- lung, welche einen Baustoff freundlich oder unsympathisch, gesund oder schädlich macht, mit unseren heutigen technischen Geräten nicht eindeutig und direkt messbar ist, obwohl 
der Hausbewohner während eines Grossteils seines Lebens ausgerechnet  mit diesen quali- tativen Stoffeigenschaften konfrontiert wird. Die Beeinflussung des Wohnkomfortes und der Gesundheit durch Baustoffe. Unzählige Experimente haben eindeutig bewiesen, dass Baustoffe bzw. die durch Bau- materialien verursachten biologischen Effekte eine wesentliche Auswirkung auf die Gesund- heit seiner Bewohner haben. Ist es ein Zufall, dass sich ein Hund nie auf einen stahlarmier- ten Beton niederlegt, wenn er die Wahl hat? Ist es ein Zufall, wenn wir uns in einem Holz- haus wohler fühlen, als in einem Raum mit Betonwänden? Neben Auswirkungen auf Veränderungen der natürlichen kosmischen 
Strahlung, neben chemischen Effekten, die darin bestehen, dass Baustoffe über Jahrzehn- te hinweg gesundheitsschädliche Stoffe aus- dünsten, haben folgende Eigenschaften Ein- fluss auf Wohnkomfort und können Krank- heiten und Gefahren verursachen schlechtes Wärmeverhalten, ungenügende Atmungsfä- higkeit, ungünstiger Feuchtigkeitshaushalt, nicht vorhandene Regenerationsfähigkeit, ho- he radioaktive Ausstrahlung, elektrostatische Störfaktoren, ungenügender Schallschutz. Atmungsfähigkeit Der wichtigste aller Lebensvorgänge ist die Atmung. Ohne Essen kann man Monate überleben, ohne trinken einige Tage, ohne atmen, jedoch kaum eine Minute. Der Mensch in seinem Wohnraum 'muss mit der Umwelt in Verbindung bleiben, um sein wich- tiges Lebenselement, die Luft, einatmen zu können, auch dann, wenn die Fenster ge- schlossen sind. Aus diesem Gründe müssen Wände und Decken aus atmungsfähigen Bau- stoffen gebaut werden, die trotz der Bildung einer geschlossenen Hülle noch eine ständige Verbindung zur Umwelt ermöglichen. Diese Luftdurchlässigkeit der Baustoffe wird durch die atmungsfähigen, biologischen Baustoffe garantiert. Die natürliche Atmungsfähigkeit eines Baustoffes durch bauliche Massnahmen verhindern zu wollen, wie z.B. durch Dampf- sperren, ist lebenswidrig und führt sogar oft zu Bauschäden. Neutralisierung von Schadstoffen Eine für heutige Verhältnisse ziemlich unbe- kannte, mit der biologischen Atmungsfähig- keit verbundene Materialeigenschaft ist, dass gewisse Baustoffe durch ihre Aufnahmefähig- keit (Absorptionsfähigkeit) in der Lage sind, Schadstoffe in der Luft zu neutralisieren. Um regenerationsfähig zu sein, muss ein Baustoff   natürlich hygroskopisch und diffusionsfähig sein. Grosse innere Oberflächen, wie z.B. beim Holz, können Schadstoffe filtern, bin- den oder neutralisieren- und dadurch mensch- liche Lebensräume auf natürliche Weise ent- giften. Naturgerechte Baustoffe wirken als gesund- heitsfördernde und harmonisierende Puffer- zonen zwischen Mensch und Umwelt, At- mungsfähig gelassene Baustoffe und Kon- struktionselemente aus Holz, Lehm, Ziegel, Kalk usw.• erfüllen diese Rolle vorzüglich. Der allergrösste Nachteil vieler künstlicher Baumaterialien ist, dass sie oft trotz vieler guter technischer Eigenschaften unfähig sind, natürliche Lebensfunktionen, wie Regenerie- rung oder Entgiftung zu erfüllen. Wärme und Trockenheit eines Baustoffes Gesunde Wärme und Trockenheit zählen zu den wichtigsten Voraussetzungen des mensch- lichen Wohlbefindens. Es ist daher wesent- lich, dass die Wärme auch Qualitäten haben kann, die man mit der modernen Bauphysik nicht erfassen kann. Aus diesem Grunde kön- nen die rein quantitativen Angaben über Gradtemperaturen noch lange nicht über das ganzheitliche Wärmeverhalten eines Baustof- fes aussagen. Räume auch mit hohen Tempe-
        

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