Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_28/15/
Liecht. Umweltbericht, Dezember 1990 
Seite 15 re Einfamilienhäuser über mehrere Stockwer- ke beheizt werden. Hypokausten-Heizungen gebend  ihre Wärme über Strahlungsflächen ähnlich dem Grund- oder Kachelofen ab. In einem speziell ausgebildeten Grundofen wird heisse Luft erzeugt, die über ein Kanalsystem in die Strahlungswände geleitet wird. Dort kühlt sich die Heizluft unter Wärmeabgabe an die Strahlungswand ab und fliesst wieder zu- rück in den Grundofen. Die Heizluft ist völlig getrennt von Raumluft und Rauchgasen und zirkuliert in der Regel nach dem Schwerkraft- prinzip. Die Strahlungswände bestehen i.a. aus spe- ziellen Ton-Hohlkörpern oder aus geeigneten Plattenmaterialien mit dahinter liegenden Hohlräumen. Die dünnen Wandstärken der Oberflächen ergeben eine schnelle Regulier- barkeit der Wärmeabgabe, die zudem für je- den Raum einzeln vorgenommen werden kann. Die weitgehende gestalterische Freiheit für Form und Oberflächenausbildung der Strahlungswände erlaubt eine Anpassung an alle architektonischen Bedingungen und Be- nutzerwünsche. Die Strahlungswände können in das Mauerwerk integriert oder davor ge- setzt werden. Die Oberflächen können roh belassen (Schamotte-Ton), verputzt, bemalt oder gekachelt werden. Für Grundöfen mit Hypokausten-Heizung stehen neben gemauerten Brennraum-Aus- führungen auch eine Vielzahl von Heizeinsät- zen aus Guss oder Stahl zur Verfügung, Auch bei diesen Heizelementen haben neuere Ent- wicklungen zu wesentlich besseren Verbren- nungs- und Abgaswerten geführt. Bei gemau- erten Brennräumen und bei Heizeinsätzen können schnell reagierende Nachheizflächen angeordnet werden, mit denen die Heizluft für die Hypokausten auch in der Anheizphase sofort erwärmt wird. Die Nachteile der langen Anheizzeit beim konventionellen Grundofen entfallen damit, was den potentiellen Benut- zerkreis wesentlich erweitern kann. Hier sol- len auch die meist stromsparenden Nebenlei- stungen des Grundofens wie Backen, Ko- chen, Wärmen und Trocknen erwähnt werden. 
Indirekte Strahlungsheizung mit Grundofen und Wasser- Wärmetauscher Im Grundofen kann ohne Beeinträchtigung seiner Verbrennungsqualität ein Wasser-Wär- metauscher integriert werden, der warmes Wasser für Heizzwecke oder Brauchwarm- wasser erzeugt. Dies erlaubt es, den Haupt- wohnraum, bzw. angrenzende Räume mit dem Grundofen zu beheizen und für entfern- ter liegende Räume indirekte Strahlungshei- zungen als Ergänzung einzusetzen. Fussleistenheizung Ein Wärmetauscherelement am Wandfuss, entweder vorgesetzt in Form einer Fussleiste, oder in den Wandfuss eingelassen, erwärmt konvektiv die Luft, welche hochsteigend wie- derum die Wandoberfläche erwärmt. Die Luftbewegung bleibt vorhangartig sehr be- grenzt und' führt nicht zu Raumluftumwälzun- gen. Die Wand steht als Speichermasse zur Verfügung. Grossflächig wassergeführte Wandstrahlungsheizung Hier werden entweder Kupferrohre in geeig- neten Formsteinen verlegt oder unter dem Putz auf das Mauerwerk aufgebracht. Ein neueres System verwendet Kunststoff-Kapil- larröhrchen, welche entweder unter Putz auf das Mauerwerk aufgebracht werden oder in vorfabrizierte 
Gips-Bauplatten integriert sind. Dieses System arbeitet mit besonders niedrigen Vorlauftemperaturen von ca. 35°C, wodurch es sich auch für die Beheizung mit Sonnenenergie eignet. Die Variante der vorfabrizierten Bauplatten findet vor allem bei Umbauten und Renova- tionen Verwendung, da damit gleichzeitig die fertige. Wandoberfläche in Trockenbauweise erstellt werden kann. Die ausserordentlich schnelle Regelfähigkeit erlaubt den Einsatz einer bedarfsabhängigen Einzelraum-Regelung. 
Wand-Hohlkörperheizung Wärmetauscher, ähnlich wie bei den Fusslei- sten-Heizungen, werden am Wandfuss in einem Hohlraum verlegt und erwärmen über die im geschlossenen System zirkulierende Luft die raumseitige Wandoberfläche. Diese kann mit Plattenmaterialien (z.B. Gips) oder auch Holztäfer ausgebildet werden. Wegen des Platzbedarfes wird diese Variante eher selten ausgeführt, Die Kombination von Grundofen mit einem wassergeführten zweiten Heizsystem erlaubt auf besonders einfache Weise, Zusatz- oder Notheizungen mit Öl-, Gas- oder Elektrobe-
        

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