Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
27
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_27/2/
Seite 2 
Liecnt. Umweltbericht, Mai 1990 Naturgarten-Ausstellung findet Anklang Während zwei Wochen konnte die interessierte Öffentlichkeit im Rat- haussaal von Vaduz eine Ausstellung besuchen, die den Naturgarten von all seinen Seiten zeigte. Das Interesse war überraschend gross. Wilfried Marxer-Schädler, Schaan In der Zeit vom 12.-25. Februar 1990 zeigte die Liechtensteinische Gesellschaft für Um- weltschutz (LGU) die Ausstellung «Der Na- turgarten», die vom Naturmuseum Frauen- feld konzipiert wurde und in verdankenswer- ter Weise auch dem liechtensteinischen Publi- kum zugänglich gemacht werden konnte. An der Eröffnung führte der Leiter des Naturmu- seums Frauenfeld, Dr. A. Schläfli, gleich selbst durch die Ausstellung und erklärte ge- konnt und überzeugend, wie ein Garten zum Naturgarten wird oder gemacht wird. Er liess dabei nicht unerwähnt, dass der Naturgarten keineswegs einfach ein Garten ohne Ordnung ist, sondern ein Garten, der sich an der Natur orientiert. Das heisst auch, dass der 
Naturgarten  nicht unbedingt weniger Arbeit gibt als ein anderer Garten. Es sind jedoch andere Tätigkeiten zu verrichten: statt den Rasenmä- her zu schieben, wird mit der Sense eine Wiese gemäht, statt mit Schneckenkörnern den ungeliebten Gartenbewohnern zu Leibe zu rücken, wird für Unterschlupfmöglichkei- ten für deren natürlichen Feinde gesorgt usw. Was ist ein Naturgarten? Um es gleich vorwegzunehmen: den einen und einzigen Naturgarten gibt es nicht. Der Naturgarten muss auf die natürlichen Gege- benheiten abgestimmt sein, fällt also entspre- chend verschieden aus. Wer verzweifelt eine Magerwiese auf nährstoffreichem Boden er- zwingen will, hat das Prinzip des Naturgartens nicht erkannt. Es geht eben nicht darum, gegen die Natur, sondern mit der Natur zu arbeiten. Der Beobachtung und Planung kommt eine hohe Bedeutung zu, damit not- wendige Massnahmen 
im richtigen Zeitpunkt und zum Wohle des Gartens durchgeführt 
werden. Der Naturgarten ist kein wilder Gar- ten, der völlig sich selbst überlassen wird. Er ist ein Garten, der wie jeder andere Garten gepflegt sein will. Der Naturgarten ist kein Naturschutzgebiet. Er soll durchaus dem Er- holungs- und Erlebnisbedürfnis des Menschen angepasst sein. Eine Liege- oder Spielwiese findet daher im Naturgarten allemal Platz. In diesem  Umweltbericht gehen wir auf ein- zelne Elemente, die in einem Naturgarten vorkommen können — nicht müssen! — ein, um Sie anzuregen, in Ihrem eigenen Garten ge- eignete Schritte zu unternehmen, um mehr Naturnähe zu erreichen. Naturmuseum — ein Traum An das Naturmuseum Frauenfeld unter der Leitung von Dr. A. Schläfli richtet sich unser herzlicher Dank dafür, dass wir die Ausstel- lung kostenlos übernehmen durften. Voller Respekt richten wir unseren Blick nach Thur- 
Dipl. Pol. Wilfried Marxer-Schädler Seit 1986 Geschäftsführer der Liech- tensteinischen Gesellschaft für Um- weltschutz und dabei unter anderem für die Herausgabe des Liechtensteiner Umweltberichtes zuständig. gau, wo in einem mehrstöckigen Gebäude das Naturmuseum eingerichtet ist. Ein Rundgang belehrt einen auf angenehme Weise über die Entwicklung des Lebens auf der Erde, die Herausbildung einer phantastischen Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, die sich an ihre jeweilige Umgebung angepasst haben. In Schaukästen können die einheimischen Vo- gelarten und Säugetiere aus nächster Nähe beobachtet und bewundert werden. Jährlich finden Tausende von Naturfreunden und -freundinnen den Weg ins Museum, darunter auch unzählige Schulklassen. Das Naturmuseum in Frauenfeld ist aber mehr als ein Museum im herkömmlichen Sinn. Es geht in einer eigenen Abteilung auf aktuelle Umweltfragen und globale Umwelt- gefahren ein. Darüberhinaus wirkt das Mu- seum als Impulsgeber. Die Naturgarten-Aus- stellung war während mehrerer Monate in Frauenfeld zu sehen. Anschliessend machte und macht sie als Wanderausstellung ihre Runde durch- die Schweiz. Andere Naturmu- seen steuern Ausstellungen zu anderen The- men bei. Das Churer Naturmuseum beispiels- weise hat eine Ausstellung über den Bartgei- er, der vielleicht in den Alpen wieder hei- misch wird, ausgearbeitet. Das Naturmuseum in Frauenfeld ist auch ak- tiv bei der Erstellung eines Naturlehr- und -wanderweges im Thurgau beteiligt. So mischt sich denn neben den Respekt auch eine Por- tion Neid ein, wenn wir in den Thurgau blik- ken. Die LGU kämpft seit weit mehr als 10 - Jahren für ein Naturmuseum in Liechtenstein Die «Weile» haben wir gehabt, es bleibt zu hoffen, dass daraus bald einmal ein «gut' Ding» wird! 
■ Dr. A. Schläfli, Leiter des Naturmuseums Frauenfeld, eröffnet mit einer fachkundigen Führung die Naturgarten-Ausstellung, die vom 12.-25. Februar 1990 im Vaduzer Rathaussaal zu sehen war. (Foto: Liechtensteiner Vaterland) 
Die Naturgarten-Ausstellung stiess auf ein grosses Publikumsinteresse. Etwa 1000 Personen liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen, Anre- gungen für eine naturnahe Gartengestaltung zu holen. (Foto: Siegfried Elkuch )
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.