Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
26
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_26/9/
Liecht. Umweltbericht, Dezember 1989 
Seite 9 wenn auch längst nicht mehr für alle bei uns noch vorkommenden Arten vorhanden. Un- sere Anstrengungen müssen deshalb darauf ausgerichtet sein, diesen Arten zu helfen und ihnen verlorenes Terrain zurückzugeben. Um dieses Ziel zu erreichen genügt es nicht, hier ein kleines Feldgehölz anzulegen, dort ein paar Meter Fliessgewässer zu revitalisieren oder hie und da einen kleinen Weiher anzule- gen. Die 
Wiedergutmachung bedarf eines kla- ren Konzeptes, das folgende Punkte zu beach- ten hat: — 
Bestehende natürliche Strukturen, sowohl in Rand- wie in Kerngebieten, sind um jeden Preis zu erhalten. — 
Für jedes Gebiet ist eine Prioritätenliste aufzustellen, d.h. es muss festgelegt wer- den, welche Arten durch welche Massnah- men zu fördern sind. — 
Schutzgebiete sind extensiver zu nutzen als benachbarte Flächen. — 
Die Befunde im Untersuchungsgebiet ha- ben einmal mehr gezeigt, dass die Flächen möglichst gross sein müssen, wenn sie auch dem Arten- und Biotopschutz der Vogel- welt dienen sollen. Kleine Schutzflächen mögen eine besondere Bedeutung als Tritt- steinbiotope und Rückzugsräume für Wir- bellose haben, für die Wiederansiedlung und Förderung von Vogelpopulationen sind sie jedoch bedeutungslos. Eine erfolgreiche Einbürgerung einer Art ist zudem wesent- lich schwieriger als der Schutz einer beste- henden Population und verlangt auch eine im 
Verhältnis grössere Schutzfläche, zu- mindest zu Beginn der Neuansiedlung. — 
Auch die Prämisse, dass Artenschutz Schutz von Populationen bedeutet, verlangt grossflächiges Denken. Ein 1 ha grosses Schutzgebiet ermöglicht noch keine Förde- rung einer Vogelpopulation. 
Was vielerorts, auch bei uns, sowohl bei Fliessgewässern als auch im Strassenbau ein Thema ist, dass nämlich Bauten, die der Zeit- geist früherer Jahrzehnte hervorgebracht hat, in vernünftiger, menschen- und naturfreund- licheren Ausformungen neugestaltet werden, wird in der freien Landschaft noch kaum dis- kutiert. Es wird aber die Zeit kommen, da auch Meliorationen neu in die Wege geleitet werden, um der Landwirtschaft wieder jene ökologische Stabilität bei der Landnutzung geben zu können, die sie früher auszeichnete (Abb. 1). Dazu gehört auch die nachhaltige, flächendeckende Einrichtung eines Netzes von Vorrangflächen für den Arten- und Bio- topschutz, nicht allein um der Tiere und 
Pflanzen willen, sondern letztlich auch zur Wahrung der Fruchtbarkeit der Böden auf lange Frist hinaus. 
■ Literatur: Bauer, K. (1989) Rote Liste der gefährdeten Vögel und Säuge- tiere Österreichs und Verzeichnisse der in Österreich vorkommenden Arten. Österr. Ges. für Vogelkunde, Klagenfurt. Zbinden, N. (1989) Die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz. Schweiz. Vogelwarte Sempach.
        

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