Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
26
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_26/8/
Seite 8 
Liecht. Umweltbericht, Dezember 1989 a) Auch in unserem Tal ist eine drastische Landschaftsveränderung festzustellen, die mancherorts bereits zu «vogelleeren» Gebie- ten führte (vgl. Abb. 3). b) Das Verbreitungsareal einer Vogelart weist immer ein Kern- und ein Randgebiet auf. Die Reproduktionsrate in einer Randpo- pulation ist langfristig nie hoch genug, um sich selber erhalten zu können. Es bedarf eines ständigen Nachschubes aus den dichter besie- delten Kerngebieten. Finden nun Verände- rungen innerhalb dieses Kerngebietes statt, ist dieses nicht mehr in der Lage, einen Über- schuss an Jungvögeln zu, produzieren, wird selbst zum Randgebiet, während als Folge davon die Art im ehemaligen Randgebiet aus- stirbt. Gerade die Alpentäler und Berggebie- te sind für viele Arten zu letzten Kerngebie- ten geworden, von denen aus eine Wieder- besiedlung früher besetzter Gebiete möglich ist. Wir tragen deshalb eine besondere Ver- antwortung für die Erhaltung vieler Arten. Ein klassisches Beispiel ist der Wanderfalke, der infolge der Anwendung von Pestiziden (v. a. DDT), aber auch durch Nachstellungen (Aushorstungen) aus weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas verschwunden ist. Nach dem Verbot des DDT und der Bewachung von Horstplätzen konnte sich die Art, ausge- hend von den Alpen und dem Jura, wieder soweit ausbreiten, dass für ihn in Mittel- europa keine Gefahr der Ausrottung mehr besteht. Freilandlabor Liechtensteiner Talboden Die folgenden Ergebnisse sind nur ein kleiner Ausschnitt einer umfassenden, interdiszipli- nären Projektstudie im Landwirtschaftsgebiet zwischen Schaan und Mauren/Ruggell. Sie ba- sieren auf einer Brutvogelkartierung in den Jahren 1987-89. Abbildung 3 umreisst das Untersuchungsgebiet. Jeder Punkt bedeutet ein Revier einer Vogelart, die ihr Nest auf dem Boden oder knapp darüber anlegt. Auf- fallend sind die Konzentrationen an verschie- denen Stellen des Gebietes, vorab natürlich im Ruggeller Riet, das als Kerngebiet ver- schiedener gefährdeter Arten bezeichnet wer- den kann, so z.B. für Braunkehlchen, 
Feld- schwirl, Wachtel, Baumpieper, Rohrammer etc. Aber auch in anderen Gebieten sind Kon- zentrationen von Bodenbrütern festzustellen, jedoch längst nicht in dieser Dichte wie im Ruggeller Riet. Und es sind gerade diese Lo- kalitäten (z.B. Bannriet oder Maurer Riet), in denen es im vergangenen Jahrzehnt zu einem richtiggehenden Zusammenbruch der Populationen verschiedener Arten gekom- men ist, wie Abb. 4 zeigt. Der Rückgang im Beispiel Bannriet ist grösstenteils auf den Verlust an extensiv genutzten Flächen zurück- zuführen. Möglichkeiten der Wiederherstellung Im 
Falle des Wanderfalken mussten zwei Hauptvoraussetzungen erfüllt sein, damit sich zumindest die mitteleuropäische Population wieder erholen konnte: a) Vorhandensein eines 
Kerngebietes und b) 
Wiedergut- machung, d. h. Aufheben der Faktoren, die zum Rückgang führten. Diese Grundsätze treffen nicht nur auf. den Wanderfalken zu; sie müssen für die Wiederbesiedlung 
einer x-be- liebigen Art erfüllt sein. 
Kerngebiete sind in unserem Rheintale noch für verschiedene,
        

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