Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
25
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_25/12/
Liecht. Umweltbericht, Juni 1989 
Seite 13 Tatsache, dass die Reaktionen des mensch- lichen Körpers auf verschiedene Schallquali- täten und Schallintensitäten recht wenig un-  tersucht sind, beweist bekanntlich nicht, das kein Zusammenhang besteht. Zudem kann und muss nicht alles geniessen werden, bevor es Gültigkeit erlangt! Das Problem der.   Immissionsgrenzwerte Lärmschutzverordnungen (gemeint sind eigentlich Lärmbekämpfungsverordnungen) beinhalten in der Mehrzahl der Fälle präzise   Schallpegelwerte, die als Planungswerte, Im- missionsgrenzwerte oder Alarmwerte gedacht sind. Um bestimmte Massnahmen durchset- zen zu können, müssen offensichtlich greifba- re Daten vorliegen. Trotzdem wird es auch nach Inkrafttreten und konsequenter Beach- tung einer Lärmschutzverordnung eine, statt- liche Zahl von Menschen geben (an andere Lebewesen denkt man im Zusammenhang mit Lärmbekämpfungsmassnahmen weniger), die sich weiterhin durch verschiedene Schallquel- len belästigt fühlen. Laut Art. 10 des Entwur- fes für ein Lärmschutzgesetz für Liechtenstein vom 6. 12. 1988 werden Immissionsgrenzwer- te so festgelegt, dass «nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissio- nen unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stö- ren». «Bemerkenswert ist an dieser Formulie- rung (sie entspricht exakt Art. 15 des schwei- 
die rücksichtslos handeln. In der Zwischenzeit greifen wir zu den uns verfügbaren. Mitteln, um dem Lärm so gut als möglich Herr zu werden. Dies ist zwar nicht der billigere, aber offensichtlich der einfachere Weg. In Liech- tenstein besteht allerdings die «Hoffnung», dass in wenigen Jahren aus der Minderheit eine Mehrheit wird: Vor zwei Jahren fühlten sich bereits 47.5 Prozent der Erwachsenen häufig durch Lärm belästigt (s. Tabelle Sei- te 2). Die Tendenz ist zweifellos steigend, trotz mehrfachverglaster Fenster. 
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zerischen Umweltschutzgesetzes vom Okto- ber 1983), dass eine gewisse Störung offenbar in Kauf zu nehmen ist, solange sie nicht «er- heblich» ist, und dass der •Schutz durch die Grenzwerte der Bevölkerung als ganzes zuge- sagt ist, nicht aber dem Einzelnen. Damit ist aber implizit gesagt, dass ein besonders emp- findlicher Teil der Bevölkerung auch unter dem Grenzwert durch Lärm spürbar belästigt werden könnte» (Hofmann 1987). Der Anteil der besonders Empfindlichen, wie der beson- ders Unempfindlichen liegt im allgemeinen bei etwa 10 bis 15 Prozent (Griefahn 1985). Glücklicherweise können seit geraumer Zeit mehrfachverglaste Fenster eingebaut werden, die Lärm und andere Immissionen aussper- ren. Mit dem Lärm bleibt aber auch die Natur vor dem Fenster. Zudem scheint Lärm viele Leute nicht im geringsten zu stören. Man denke an die gut besuchten Boulevard-Cafés in vielen Städten der Welt. Auch in Liechten- stein zeichnen sich ähnliche Beispiele ab. Offensichtlich muss man sich bei der Erarbei- tung eines Lärmbekämpfungsprogrammes auf zwei Gegebenheiten einstellen: 1. Lärm ma- chen grundsätzlich die-  anderen, 2. Lärm stört immer nur eine bestimmte Personengruppe. Leider ist nicht zu erwarten, dass eine Mehr- heit ihr Verhalten gegenüber einer Minder- heit ändern wird, und um eine Verhaltensän- derung geht es schliesslich ja wohl, wie in vielen anderen Belangen ja auch. Es sind ja nicht primär die technischen Erzeugnisse, die den Lärm verschulden, sondern Menschen,
        

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