Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_22/6/
Seite 6 
Bodenausstellung 
Oktober 1987 gewachsen. Die Bauweise zeugt vom haushäl- terischen Umgang mit der verfügbaren Bo- denfläche im 18. und 19. Jahrhundert. Ebenso weist das Triesner Ober- und Unter- dorf die für alemannische Besiedlungsformen typische weilerartige Verdichtung auf. Die Bodenfläche wird gut ausgenützt. . . . und neue Siedlungsgebiete Im Gegensatz zu den gewachsenen Dorfker- nen zeichnen sich manche neue Siedlungsge- biete durch ihren hohen Bodenverschleiss, durch geringe Ausnützung, damit verbundene hohe Erschliessungskosten für Strassen, Ka- nalisation usw. aus. Diese Streubauweise führt zwangsläufig zu einer Zunahme des Au- toverkehrs. Wertvolles Landwirtschaftsland geht für immer verloren. Das Landschaftsbild wird verzerrt. Als Beispiel einer solchen un- ökonomischen Siedlungsweise dienen folgen- de Baulandumlegungen: — 
'Baulandumlegung Quader in Schaan mit rund 15 ha. — 
Baulandumlegung Au in Vaduz auf bestem Landwirtschaftsboden. — 
Unterfeld in Thesen auf bestem Landwirt- schaftsboden. Abfallentsorgung und Bodenschutz Innerhalb von 10 Jahren hat sich in Liechten- stein der jährliche pro Kopf produzierte Ab- 
fall auf 433 kg verdoppelt. Schwerwiegender als die Mengenzunahme ist die zunehmende «Chemisierung des Hausmülls». Die Abfallverbrennung belastet die Luft und die landwirtschaftlich genutzten Böden und löst das Abfallproblem nicht abschliessend, da ca. 30-Gewichtsprozente des Abfalls als Rückstände verbleiben. Eine umweltgerechte Abfallentsorgung for- dert: — 
weniger Abfallstoffe produzieren, — 
Abfälle am Anfallort trennen, um einzelne — 
Stoffe wiederzuverwerten (Glas, Papier, Metall, Batterien) — 
organische Abfälle kompostieren. Die Kompostierung von organischen Abfällen und deren Wiederverwertung ist ein konkre- ter Beitrag zum Bodenschutz. Damit wird der natürliche Stoffkreislauf geschlossen. Gesunder Boden — gesundes Trinkwasser Der Bedarf an Trink- und Brauchwasser im Fürstentum Liechtenstein beträgt heute ca. 1000 Liter pro Einwohner und Tag und wird zu 60 % aus dem Grundwasser und zu 40 % aus dem Quellwasser gedeckt. Boden ist Spei- cher und Filter unseres wertvollen, naturrei- nen Trinkwassers. 
Unsere nutzbaren Grundwasservorkommen erstrecken sich entlang dem Rhein. Das Grundwasser wird durch Infiltration von Rheinwasser und aus versickerndem Nieder- schlagswasser gebildet. Heute sind unsere Wasservorkommen zunehmend gefährdet durch Überbauung (Verschmutzung, Boden- versiegelung) und auch durch die Intensiv- landwirtschaft. Vorrangig sind die Gebiete zwischen Rhein und den heute rechtskräftigen Bauzonen als Grundwasser-Schutzgebiete zu erklären: — 
zum Schutz unseres Trinkwassers — 
zum Schutz des landwirtschaftlich hochwer- tigen Bodens — zur Begrenzung des Siedlungsgebietes. Massnahmen zum Schutz des Bodens Zusammenfassend können verschiedene (nicht vollständige) Massnahmen zum Schutz des Bodens angesprochen werden: — Gegen Schadstoffe aus der Luft: Verminderung der Luftverschmutzung von Autos, Heizungen ,Kehrichtverbrennung, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Haus- halt — Gegen Bodenverdichtung: Angepasster Maschineneinsatz in der Land- wirtschaft, tiefwurzelnde Pflanzen, Boden nur in trockenem Zustand befahren, Lok- kerung der Fahrspuren — 
Gegen Bodenerosion im Landwirtschafts- gebiet: Angepasste Bodenbewirtschaftung, lange Vegetationsbedeckung, eingeschränkte Be- wirtschaftung, Windschutzstreifen, Boden- bearbeitung quer zum Hang — 
Gegen Bodenerosion in Steillagen: Bepflanzung , naturnahe Verbauungen, Nutzung aufrechterhalten — Gegen Nährstoffentzug: Vielseitige Fruchtfolge, organische Dünger (Stroh, Mist, Kompost, Gründünger), 
Hu- musgehalt der Bodens anheben — Gegen Schadstoffe aus landwirtschaftlicher Nutzung: Gezielter und kontrollierter Einsatz von Hofdünger, Handelsdünger, Klärschlamm und Pflanzenschutzmitteln — Gegen Überbauung und Versiegelung: Verdichtetes Bauen, Siedlungsbegrenzung durch Nutzungszonen (Bauzone, Industrie- zone, Landwirtschaftszone, Grundwasser- schutzzone), wasserdurchlässige Beläge Als vordringliche Massnahme muss die Schaf- fung einer landesweiten Landwirtschaftszone besonders hervorgehoben werden. Der Druck auf den Landwirtschaftsboden ist ungebro- chen. Noch immer geht Quadratmeter um Quadratmeter unersetzbares Landwirtschafts- land durch ausufernde Bautätigkeit verloren. Die Erhaltung der heutigen Bestandesfläche an Landwirtschaftsboden ist aus verschiede- nen Gründen dringend geboten: zum Schutz des Bodens, zur Erhaltung einer möglichst weitgehenden Selbstversorgung, zur Siche- rung der Existenz unserer Landwirte, zum Schutz unseres Landschaftsbildes. 
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