Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_22/14/
Seite 14 
Buchtips 
Oktober 1987 Buchtips Klaus Büchel: Kulturlandsicherung im Fürstentum Liechtenstein Mit dem «Vorschlag für die Ausscheidung einer gesetzlich verankerten und landeswei- ten Landwirtschaftszone im Fürstentum Liechtenstein» hat Klaus Büchel aus Mauren im Juli 1986 seine Diplomarbeit am Landwirt- schaftlichen Technikum eingereicht. Die Di- plomarbeit enthält auf rund 100 Seiten eine Vielzahl von statistischen Daten über den Kulturlandverlust in Liechtenstein. Beson- ders hervorzuheben ist eine Befragung von liechtensteinischen 
Landwirten und der Ge- meindevorsteher, die Aufschluss über die Haltung zur Schaffung einer landesweiten Landwirtschaftszone gibt. Ergebnis: Die Mehrheit der Gemeindevorsteher gibt an, dass die Ausdehnung des Siedlungsgebietes nicht auf Kosten des Landwirtschaftsgebie- tes erfolgt. Die Mehrheit vertritt auch die Mei- nung, dass die liechtensteinische Landwirt- schaft existenzfähig bleibt, selbst wenn ihr nur noch die von den Gemeinden ausge- schiedene Landwirtschaftszone zur Verfü- gung steht. Trotzdem glaubt die Mehrheit der Gemeindevorsteher, dass die Gemeindever- tretungen heute einer landesweiten Land- wirtschaftszone positiv gegenüber eingestellt sind. 10 von 11 Vorstehern zeigen sich zu- dem mit der Subventionspolitik nicht einver- standen. Die Umfrage bei den Landwirten zeigt deutliche Unterschiede zu der Ein- schätzung der Vorsteher: 96% der Befragten erachten die Schaffung einer gesicherten Landwirtschaftszone als dringend notwen- dig. Rund 70 Prozent beklagen, dass sich der Kulturlandverlust auf ihrem Betrieb bemerk- bar gemacht hat. Die grösseren (Vollerwerbs-) Betriebe sind dabei besonders stark betrof- fen. Vor allem auch Betriebe mit gesicherter Betriebsfortführung klagen über einen Kultur- landverlust, während sie die Betriebsfläche sogar eher vergrössern möchten. Auf die Frage, weshalb bisher noch keine Landwirt- schaftszone auf Landesebene geschaffen wurde, antworteten die meisten: «Mangels politischen Willens seitens der Behörden und der Regierung». Die Diplomarbeit von Klaus Büchel kann bei der LGU, beim Landwirtschaftsamt oder beim Verfasser eingesehen werden. Mario F.Broggi: Landschaftswandel in Liechtenstein Im Dezember 1986 hat der in liechtensteini- schen Umweltschutzkreisen bekannte und geschätzte Dipl.Ing Mario F.Broggi in Wien eine Doktorarbeit eingericht. Sie hat den Ti- tel: «Der Einfluss von Siedlungsentwicklung und Landnutzung auf die Landschaft aus raumplanerisch-ökologischer Sicht, darge- 
stellt am Beispiel des Alpenrheintales im Für- stentum Liechtenstein». Nach einem Über- blick über die naturräumlichen Gegebenhei- ten folgt ein kurzer Abriss über die wichtig- sten demographischen und sozio-ökonomi- schen Rahmenbedingungen Liechtensteins. Das folgende Kapitel liefert einen geschichtli- chen Abriss über den Naturschutz und die Raumplanung in Liechtenstein, deren ernst- zunehmende Anfänge um das Jahr 1950 mit der Verordnung zum Pflanzenschutzgebiet Malbun und den ersten raumplanerischen Bestimmungen  im Baugesetz geortet werden. Der Schwerpunkt der Dissertation liegt auf dem folgenden Kapitel, das eingehend der landschaftlichen Entwicklung im liechtenstei- nischen Talraum in räumlicher und zeitlicher Dimension gewidmet ist. M.F.Broggi kommt auf die Siedlungsentwicklung und die damit einhergehende Verkehrsentwicklung zu spre- chen. Anschliessend werden die Veränderun- gen in der «freien» Landschaft aufgezeigt: Landschaftswandel, Verlustbilanz Auwald, Verlustbilanz Feuchtgebiete, Verlustbilanz Trockenstandorte, ökologisches Gewässer- inventar, Veränderungen der Kulturlandschaft und weitere Probleme werden wissenschaft- lich belegt und anschaulich dargestellt. Ein weiteres Kapitel setzt sich kritisch mit den staatlichen Steuermechanismen, insbeson- dere in der Siedlungspolitik und der Land- wirtschaftspolitik, auseinander. Es wird über- zeugend nachgewiesen, dass Fehlentwick- lungen nicht zuletzt auf falsche Steuerungs- politik zurückzuführen sind. Das abschlies- sende Kapitel enthält die Folgerungen und Massnahmen, die sich als Konsequenz aus den vorangegangenen Kapiteln ergeben. Die Dissertation von M.F.Broggi, dem lang- jährigen Geschäftsführer der LGU, heutiges Vorstandsmitglied der LGU, Präsident der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft Sar- gans-Liechtenstein-Werdenberg und der Int. Alpenschutzkommission Cl PRA, sowie Inha- ber eines renommierten Büros für Umwelt- planung, ist zu einem Nachschlagewerk und Arbeitsinstrument für Umweltschützer in Liechtenstein geraten. M.F.Broggi konnte auf seine langjährigen Vorarbeiten zurückgreifen und mit der vorliegenden Dissertation einen fundierten Überblick über den Wandel der Landschaft in Liechtenstein, dessen Ursa- chen und Folgen, erstellen. Wenn Mario F.Broggi im Vorwort seiner Dissertation hofft, «dass einige Ergebnisse dieser Untersuchun- gen auch in meinem landschaftlich so herr- lich gelegenen Gastland ihr Echo finden und zu entsprechenden Massnahmen führen werden», kann man sich dieser Hoffnung nur anschliessen. Die Dissertation ist bei der LGU oder beim Verfasser einsehbar. Sie wird 1988 im Jahrbuch des Historischen Vereins gedruckt werden, sodass sie einem weiteren Kreis zugänglich gemacht werden kann. Nationales Forschungsprogramm «Boden» Die herausragende Bedeutung des Bodens ist vom schweizerischen Bundesrat erkannt 
worden. Er hat daher einem Nationalen For- schungsprogramm «Boden» seine Zustim- mung erteilt. In einem fünfjährigen Programm wird mit einem Budget von 10 Millionen Fran- ken in den drei zentralen Bereichen «Boden- qualität und Bodenbewirtschaftung», «Bo- denverbrauch und Bodensparen» und «Bo- denmarkt» geforscht. Der Zwischenstand wird laufend in einem Bulletin veröffentlicht. Die einzelnen Schlussberichte können beim Nationalen Forschungsprogramm Boden, Ei- gerstrasse 65 in 3003 Bern (Tel. 031 61 40 84) bestellt werden. Nutzung des Bodens in der Schweiz Im Sommersemester 1987 hat eine interdis- ziplinäre Veranstaltungsreihe von Universität und ETH Zürich für interessierte Laien und Fachleute zum Thema «Nutzung des Bodens ih der Schweiz» stattgefunden. Die von aus- gewiesenen Fachleuten gehaltenen Referate deckten die folgenden Themen ab: M.Rotach — Szenarien der Bodennutzung; H.Stichler - Bodenqualität 
und Bodengefährdung; Th.Mosimann — Bodenerosion auf Ackerflä- chen in der Schweiz; P.Baccini — Bodenbela- stung durch Einflüsse der Anthroposphäre; H.Häni — Bodenverschmutzung durch Land- bewirtschaftung und agrarische Nutzung; Chr.Pfister — Haushälterischer Umgang mit Boden: Erfahrungen aus der Geschichte; R.Häberli — Bodensparen im Siedlungsge- biet; S.Losch — Bodensparen, Erfahrungen aus der Bundesrepublik; A.Herczog — Bo- densparen durch verbesserte Wohnumwelt in den Städten; P.Strittmatter — Planerische Instrumente zum Bodensparen im ländlichen Raum; J.Deiss — Bodenmarkt im Siedlungs- gebiet; P.Rieder — Landwirtschaftspolitik und agrarische Bodennutzung; P.Saladin — Bo- den als Rechtspersönlichkeit; P.Güller — Ver- haltensänderung angesichts der Bodenpro- blematik; H.Ruh — Ethik und Bodennutzung. Die Referate werden in der Schriftenreihe «Zürcher Hochschulforum» als Band Nr. 11 im Frühjahr 1988 veröffentlicht. Für Bestel- lungen bis Ende Dezember 1987 gilt der Sub- skriptionspreis von 19 Franken. Bestellungen sind zu richten an: Verlag der Fachvereine, ETH-Zentrum, 8092 Zürich, Tel. 01 47 99 85. Das Buch kann auch über den Buchhandel bestellt und bezogen werden. SBN: Lebensraum Boden Immer wieder lesenswert sind die Sonder- nummern des Schweizerischen Bundes für Naturschutz. So auch das Heft Nr. 4/1985 über den «Lebensraum Boden». Die reich illustrierte Broschüre informiert auf 32 Seiten über die Zusammensetzung des Bodens, die Bodenlebewesen, Belastungen des Bodens usw. Das mit vielen farbigen Bildern und Zeichnungen gestaltete Heft vermittelt auf den wenigen Seiten einen guten Überblick über den Lebensraum Boden. Es ist für 2
        

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