Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
21
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_21/8/
Seite 8 
Grünsterben 
April 1987 kerschacht und Kanalisation im Strassenbe- reich. Vor dem eigentlichen Einlaufschacht im Platz oder der Strasse ist ein Sickerschacht einzubauen, der ein Teil des anfallenden Nie- derschlagswassers im Boden versickern lässt. Wasserbedarf eines Baumes Ein Baum mit 60 cm. Stammumfang, oder 20 cm Stammdurchmesser verdunstet pro Tag 55 Liter Wasser oder während 180 Tagen 10 000 Liter Wasser. Bei einer Niederschlags- menge von 600 Litern/m² und Jahr erfprdert dies eine Bauscheibe von 
10000  = 17m² 
.   600 Wurzeln 1 cm2  Blattfläche bedingt eine Wurzellänge von 10-20 cm. Bei grossen Niederschlägen würde der Kanal das Überschusswasser aufnehmen. Somit würde dem Boden heute fehlendes Wasser zugeführt. Fachleute für die Baumpflege Über die Problematik «Erhaltung des Grüns im urbanen Bereich» wurde schon viel ge- schrieben, ebenso über natürliche, oder na- turhafte Pflanzungen und extensive Rasen- pflege (Blumenwiese) und die Bedeutung der Spontanvegetation (Unkräuter und Unrasen). Alle diese Beiträge haben eines gemeisam, sie machen indirekt auf die Gesellschaftskrise aufmerksam. Aktiv werden verschiedene Fir- men, die mit Geräten und Methoden den gestressten Bäumen helfen wollen. Die einen arbeiten als «barmherzige Samariter», indem sie sich baumchirurgisch betätigen und sicht- bare Wunden behandeln und vorab grosse wertvolle Bäume zu erhalten trachten. Ande- re packen «das Übel an der Wurzel an» und machen den Wurzelraum wieder lebendig, führen Luft und Bodenhilfsstoffe zum unter- irdischen Wald. Wieder andere nehmen ein homöopathisches Mittel und begiessen den Stamm und die Baumscheibe. Solange der Wille zum grundehrlichen Handeln und Hel- fen da ist, sind alle Mittel willkommen. Leider tauchen auch hier schon wieder da und dort Scharlatane auf, die die Situation ausnützen und sich auf dem Profitierkurs bewegen. Heu- te gibt es hochqualifizierte Fachleute, sie nen- nen sich Baumsachverständige und Baumpfle- ger, die sich ein grosses Wissen angeeignet Welche Funktionen hat ein Baum im Wohnbereich zu erfüllen? — persönliche Beziehung zum Menschen — 
ästhetische Wirkung — Verbessern der Wohnqualität — Filtern von Staub — 
Luftreinigung — 
Sauerstofferzeugung — Schatten spenden — kühlen — Brechen von Luftströmen (Föhn) — 
Beeinflussen der Schallausbreitung — 
Lebensraum und Nahrungsspender für Insekten und Vögel 
haben und täglich mit der Materie «Grünster- ben» beschäftigt sind. Sie- 
 können zusammen mit den Behörden und der Bevölkerung ihren Beitrag dazu leisten, dem Grün im urbanen Bereich beim Überleben zu helfen. 
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Welche Baumarten eignen sich besonders als Strassenbäume? Es sind zu berücksichtigen: — Verträglichkeit gegenüber Abstrah- lung — Staubbelastungen — Einfluss des sauren Regens — Blattformen (Aufteilung durch Fie- derblatt) — Wurzelformen (flach- oder tiefwur- zelnd) — Pioniergehölz — Gas (SO2) empfindlich — Kronengrösse und -form — Ansprüche an den Boden — windfest — Schädlingsanfälligkeit — Trockenheit ertragend Spitzahorn Baumhasel Ginkgo biloba Esche Scheinakazie Falscher Christusdorn Bergahorn Krimlinde Palatane Stieleiche Traubeneiche Sumpfeiche Als heimische gelten Berg- und Spitz- ahorn, Stieleiche, Esche und Sommer- linde. Nur bedingt geeignet sind: Kastanien rot und weiss Silberlinden Birken Feldahorn Weissdorn Weissbuchen Pappeln Nicht geeignet: Eberesche Holzapfel Silberweide Zitterpappel Mehlbeere Rotbuche Ulme Silberahorn Vogelkirsche Literatur zum Thema «Das Überleben des Strassenbaumes» • Schweizer Naturschutz 4/85, Lebensraum Boden • Forschungsarbeiten aus dem Strassenwesen, Heft 4, Dr. Ing. Goerner, Erich Schmidt Verlag, Berlin • Bächler und Woodtli AG, Zentweg 13, 3006 Bern — Arbosan Bodenverbesserungsver- fahren.  Begrünungen Hunn AG, Pilatusstrasse 5630, Muri/AG, Bioturbator-Baumsanierungs- methode — umfangreiche Schriften. • Dr. W. Zeller, Zürich, Kontrolle des Verhaltens der Begrünung an National-, Haupt- und Bergstrassen, Forschungsauftrag EDI/VSS Nr. 7-81 • Universitätsstadt Tübingen, Hochbauamt/Stadtgärtnerei, Baumerhaltungsplan 1980. • Neue Landschaft 23 1978 Dezember, Strassenbaumliste der Gartenbauamtsleiter. • Stadtgärtnerei Bern, von Heuerding, verschiedene Schriften und Bücher. • Das Gartenamt 27 1987 Dezember, Beurteilung von Baumarten. für die Verwendung im städtischen Strassenraum. • Entwicklung eines neuen Auftaumittels, Prof. DDr. Washüttl. Bundesministerium für Bauten und Technik, Wien 1985. • VSSG/USSP Baumschäden in der Stadt (Adresse Stadtgärtnerei Bern, Monbijou- strasse 3000 Bern). • do. Der Baum im urbanen Bereich. • Franz H. Meyer, Bäume in der Stadt, Ulmer Fachbuch.   • Richtlinien für die Anlage von Strassen, Teil Landschaftsgestaltung, Abschnitt 4 Schutz von Bäumen und Sträuchern im Bereich von Baustellen, Ausgabe 1986 • Kuntze, Niemann, Roeschmann, Schwerdtfeger, Bodenkunde, UTB Ulmer • Rettet den Boden, Ein Stern Report, Stern-Buch-Verlag Gruner • Alois Bernatzky, Baum und Mensch, Kramer, Verlag Frankfurt a/M
        

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