Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
21
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_21/6/
Seite 6 
Grünsterben April 1987 Hans Zaugg Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Grünsterben und der herrschenden Gesell- schaftskrise? Diese schwerwiegende Frage zu beantworten bedarf einer weiter ausholenden Darlegung der beiden Begriffe «Grünsterben» und «Ge- sellschaftskrise», doch dafür reicht leider der verfügbare Raum nicht. So sollen in geraffter Form nur andeutungsweise die Zusammen- hänge aufgezeigt werden. Umweltschäden — Gesellschaft Die letzten Grossereignisse Tschernobyl und der Lagerbrand in Basel, traurige Schwer- punkte der Umweltzerstörung im Jahre 1986, verursachten europaweit irreparable Verän- derungen in den betroffenen Ökosystemen. Die Verursacher, Menschen wie Du und ich, sind Glieder unserer Gesellschaft, einer Ge- sellschaft, die in einer bedenklichen Krise steckt. Die hoch entwickelte Industrie, dazu gehört auch die Landwirtschaft, das vernetzte Verkehrswesen mit der Ausbeutung der na- türlichen Ressourcen dieser Erde erfordern täglich gewaltige geistige Leistungen. Die Auswirkungen sind leider in den wenigsten Fällen zu Ende gedacht, so dass sie sich natur- und umweltfeindlich auf unseren Lebensraum auswirken. Es werden täglich aus grossen und kleinsten Tätigkeiten Folgeschäden produ- ziert. «Wir müssen mit Restrisiken leben», haben grosse Geister nach. Basel in den letz- ten Wochen gesagt. Wir dürfen selbst diese Risiken nicht einfach gelten lassen und hin- nehmen. Die geistige Potenz der Denker und Macher hat die Menschheit zu grossen Taten geführt, die bewunderswürdig sind, also ist es doch möglich, alle Auswirkungen des menschlichen Tuns zu Ende zu denken und auch «Restrisi- ken» zu beherrschen. Solange das nicht er- folgt, ja nicht einmal der Wille dazu da ist, befinden wir uns in einer Gesellschaftskrise mit einem Ausmass, das die Menschheit noch nie kannte. Was tun gegen das «Grünsterben»? Was hat nun diese Krise mit dem Grünsterben zu tun? Solange wir die verschiedenen Ein- flüsse, welche das Grünsterben verursachen nicht ausschalten, müssen wir mit «Grün ka- putt» leben. Ich bin jedoch überzeugt, dass unsere Industriegesellschaft früher oder spä- ter die grössten auslösenden Faktoren beherr- schen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns, die Natur und die Menschen, in einer Art Überlebensphase. Die gestörte Umweltökologie im Siedlungs- raum müssen wir überbrücken, dem Sied- lungsgrün müssen wir in Form einer Überle- bensstrategie helfen. 1. 
Ursachen und Symptome erkennen. 2. 
Problemlösungen erarbeiten. 3. 
Massnahmen und Taten setzen. So wird unsere Vorgangsweise in den näch- sten Jahrzehnten sein, wenn wir die Wohn- qualität, die uns das Siedlungsgrün bietet, 
erhalten wollen. Kleine und kleinste Beiträge helfen mit, die Gesellschaftskrise zu bewäl- tigen. Anzeichen, die auf einen kranken Baum hinweisen: — kleinere Blätter — lichte durchsichtige Krone — weniger Blätter — Blattvergildung — Chlorose — frühzeitiger Blattfall — frühzeitige Vergreisung — schlechtes oder kein Wachstum — absterbende Äste — Blattflecken — vermehrter Schädlingsbefall — übermässige Fruchtbildung — bei Nadelhölzern fehlende Nadeljahrgänge — dürre Zweige oder Triebspitzen In den Einschüben und Kästchen wird auf Funktionen des Baumes in der Siedlung, auf seine Ansprüche, sowie auf Auswirkungen von Bodenverdichtungen im Wurzelraum hin- gewiesen. Mit diesen Hinweisen wird die gan- ze Problematik kaum angeritzt. Überlebenshilfe für den Baum Nehmen wir das Beispiel Baum. Wie können wir dem Baum beim Uberleben der jetzt herr- schenden «mageren Jahre» helfen? • Überlegte Planung beim Anlegen von Neu- pflanzungen, Koordination der Amter, Planer und der Bevölkerung. Z.B. Vermeiden von Bauschäden im Wurzelbereich, «rechts das Gas, links das Wasser, in der Mitte der Baum». Welche Möglichkeiten stehen einer Behörde zum Schutze des Grüns im urbanen Bereich zur Verfügung? — 
Grünordnungsplan — Baumkataster — Alleenplan — 
Vorschriften und Empfehlungen bei Bau- arbeiten im Bereich von Bäumen — 
Checkliste für den Grünplaner mit techni- schen Empfehlungen — Regelquerschnitte und Aufrisszeichnungen für die Pflanzung von Strassenbäumen — 
Pflegevorschriften für neugepflanzte Stras- senbäume — 
Erhaltungs- und Erneuerungsplanung für bestehende Bestände — Anbauverträge mit Baumschulen für künf- tige Baumpflanzungen, mit regelmässigen Qualitätskontrollen ■ Richtige standortgemässe Pflanzenwahl. Sehr oft sind heimische Pflanzen im Strassen- und Siedlungsraum ungeeignet. Sie vertragen kaum die höheren Temperaturen und Ab- strahlungen der Häuser und Strassenbeläge, oder die kleinen Wurzelräume und der mitfol- gende Wassermangel.  Technische Mittel einsetzen wie Belüftung und Bewässerung des Wurzelraumes, Stamm- schutz, Verhinderung von Bodenverdichtun- gen, Abdecken der Baumscheibe.
        

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