Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
21
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_21/5/
Liechtensteiner Umweltbericht 
Hausbegrünung 
Seite 5 Schlussfolgerungen Die Ökologie, die sich mit den Beziehungen der Organismen zur umgebenden Aussenwelt befasst, bildet den Schlüssel zum Verständnis der menschlichen Evolution und der Natur des Menschen überhaupt. Wir müssen uns bewusst sein, dass fast alle Religionen und Philosophien eine tiefe Ehrfurcht vor der Na- tur sowie andere Eigentums- und Nutzungbc- griffe von Naturprodukten kennen. Nur die Fehlinterpretation eines «die Natur beherr- schen» hat dazu geführt, dass die Natur im Christen- und Judentum vergewaltigt und zer- stört wurde. Ein natürliches Ökosystem ist z.B. ein Wald oder ein Teich, dessen Pflanzen und Tiere 
voneinander und von der Umwelt abnangig sind. Auch ein Dorf könnte wie ein natürliches Ökosystem aufgebaut sein, das über seine Bindungen am Naturhaushalt hinaus auch weitere Bindungen an das Gesellschafts-Um- weltsystem hat. Der einzelne Mensch und sein Haus wäre die kleinste Einheit in diesem menschlich gesteu- erten und dennoch naturnahen Ökosystem, das in sich möglichst geschlossen sein sollte um mit den umgebenden natürlichen Ökosy- stemen harmonisieren zu können. Die Erkenntnis, dass der Mensch selber Teil der Natur ist und so Verantwortung für diese mitträgt, zwingt auch in der Architektur und in der gesamten Umweltplanung zu einem Umdenken. Man betrachtet es als selbstverständlich, dass Bauen, wie anderes menschliches Tun, eher 
zu Lasten der Natur geht. Bestimmte früher die Natur massgeblich die Bau- und Lebens- formen, so sind diese heute durch die hohe Bevölkerungszahl und die steigenden Raum- ansprüche tendenziell zu Zerstörern der Na- tur geworden. In diesem Sinne hoffe ich, dass Fassaden- und Dachbegrünungen nicht zu einem «Modegag» degradiert werden, sondern zum Ansatzpunkt eines echten Umdenkens für Betrachter und Bewohner. Naturnahes Wohnen bedeutet auch Bereitschaft, stete Veränderungen be- wusst zu erleben, denn Natur ist kein stati- scher Begriff, Natur bedeutet Flexibilität und Leben. Wir müssen wieder lernen lebendige Häuser zu bauen (zu pflanzen). Dies ist gar nicht so unmöglich wie es scheinen mag, warten wir doch auch heute 60-150 Jahre auf jeden Bal- ken und jedes Brett aus einer Sägerei.
        

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