Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
20
Erscheinungsjahr:
1986
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_20/3/
Es gibt verschiedene Arten, Bäche zu gestalten ... Alte Ortsnamen erinnern häufig an verschwundene Bäche und Feuchtgebiete. (Aufnahmen aus Triesen, Ruggell und Grosssteg) 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Bachverbauung 
Seite 3 nen dagegen und die systematische Entwässe- rung der Böden führt zunehmend zu Hoch- wasserspitzen in den folgenden Gewässern und zu Überschwemmungen in den Flussun- terläufen. Diese Situation wird drastisch ver- schärft, wenn das Waldsterben im heutigen Tempo anhält. Bodenerosion, Rüfenieder-   gänge, Überflutung von künstlich geschaffe- nen Rückhaltebecken und Hochwasser in den nächstfolgenden Gewässern werden zuneh- men, wenn die Baumwurzeln den Humus nicht mehr festhalten und die Schwammwir- kung des Bodens und der Pflanzen verschwin- det. (Vgl. «Waldsterben und Wasserhaus- halt») Es bestehen bereits genügend Beispiele für wasserbauliche Massnahmen, die sich an der Natur orientieren. Der naturnahe Wasserbau verwendet natürliche Materialien (Weiden statt Bruchstein- oder Betonmauern), gestal- tet das Bachbett abwechslungsreich (schmal und breit, tief und seicht, abgestuft, belebt mit Hindernissen und Hinterwasser . . .), wählt eine schlängelnde Linienführung und achtet in der Ufergestaltung auf vielfältige Vegetation mit genügender Breite auf den beiden Seiten. Rückhaltebecken für Rüfen und Hochwasserspitzen können an Seen und Weihern orientiert sein. Der moderne Was- serbau richtet sein Augenmerk nicht allein auf neue Verbauungen, sondern bemüht sich um die Wiederbelebung von Gewässern, das Öff- nen eingedolter Bäche, die Neugestaltung der vielen monotonen Linienführungen, Bächbet- te und Uferzonen. Die Ingenieure mussten häufig die Erfahrung machen, dass Ideallö- sungen schwer zu realisieren sind, da kein Boden zur Ufergestaltung zur Verfügung steht, oder da sich die Bauern gegen eine schlängelnde Linienführung wehren, oder da kein Platz vorhanden ist, um eingedolte Bä- che, die unter den Strassen verlaufen, wieder Naturschutz-Postulateder LGU für Fliessgewässer von 1983 • Als Übersicht über den ökologischen Zustand unserer Fliessgewässer ist ein Inventar zu erstellen, welches uns im Einzelnen detaillierte-  Auskunft gibt. • Schutzwürdig erkannte Fliessgewäs- serabschnitte sind gezielt unter Schutz zu stellen. • Inskünftig sollte kein Bach mehr zu- gedeckt werden, im Gegenteil ist zu versuchen, wo möglich diese wieder zu öffnen und zu gestalten. • Wann und wo immer möglich sind regulierte Gerinne wieder zu rena- turieren, d. h. es sind Verbesserungs- massnahmen am Gewässer vorzu- nehmen. • An einem Fliessgewässer sind keine Wasserbau-Massnahmen durchzu- führen, ohne dass vorher das Ein- zugsgebiet und die möglichen Aus- wirkungen des Eingriffs auf den un- terliegenden Raum untersucht sind. • Jeder wasserbauliche Eingriff ist landschaftspflegerisch zu begleiten, was in enger Zusammenarbeit zwi- schen dem Wasserbau und den Na- turschutzstellen zu gewährleisten ist. 
zu öffnen. Die Erfahrung lehrt somit, dass jede noch so kleine Gelegenheit genützt wer- den muss, um wenigstens einzelne Bachab- schnitte neu zu gestalten und mitunter nur geringfügige Änderungen vorzunehmen. 
Aus der Warte des Natur- und Umweltschut- zes gibt es einen klaren Auftrag für die öffent- liche Hand und für Private, für Ingenieure, Planer und Bauherren: Nicht gegen die Na- tur, sondern mit der Natur arbeiten.
        

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