Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1986
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_19/13/
Liechtensteiner Umweltbericht 
Internationales 
Seite 13 Thailand: Aufforstungen In den vergangenen 20 Jahren wurde in Thai- land nahezu die Hälfte des Waldbestandes vernichtet. Weniger als 30 % des Landes sind heute noch bewaldet. Lawrence K. Danso, ein Forstwirt aus Ghana, arbeitet seit fünf Jahren im Dienst der UN-Landwirtschaftsor- ganisation FAO in Thailand, um Wiederauf- forstungen vorzunehmen. Danso weiss aber, dass Aufforstungen zwecklos sind, wenn nicht gleichzeitig der Lebensstandard der Bevölke- rung angehoben wird. Er hat deshalb Woh- nung und Büro in sein Forstreservat Khao Phoo Luang verlegt, um mit der Wiederauf- forstung auch die Dorfentwicklung vorantrei- ben zu können. Dazu braucht er den Kontakt zur Bevölkerung. Neben der Verteilung von über 800 Landtiteln an vorher illegal siedeln- de Bauern wurden Schulbauten errichtet, die Gesundheitsfürsorge und die Infrastruktur ausgebaut. Zugleich wurden den Bewohnern rund 300 Arbeitsplätze bei der Aufforstung vermittelt. Inzwischen wurden rund 1,5 Mil- lionen Eukalyptusbäume gesetzt, so dass die ehedem kahlgeschlagenen Berghänge wieder in vertrautem Grün erscheinen. (Nach: Entwicklungspolitische Nachrichte   1/1986) Die internationale Kommission für den Schutz der Italien und der Schweiz gemeinsa- men Gewässer hat einen Bericht über die Regierung des Lago Maggiore und des Luga- ner Sees begrüsst. Die Schweiz könnte für die Reinigung und den Schutz der Gewässer, die in die beiden Seen fliessen, 735 Millionen SF investieren — wenn die Parlamente der beiden Länder die Verwirklichung dieses Planes be- schlössen. Schweden: Mehr Aufmerksamkeit für die Blumen auf den Viehweiden Die Verwendung von Düngemitteln auf den Weideflächen zerstört die ursprüngliche Flora der Wiesen. Ein Professor der Universität Uppsala hat die Entwicklung einer bestimm- ten Anzahl von Weiden seit 1954 beobachtet. Er hat festgestellt, dass die Flora auf den mit Düngemitteln behandelten Weideflächen um die Hälfte zurückgegangen ist. Die empfindli- chen und gesetzlich geschützten Arten wie Frühlingsschlüsselblume (Primula veris), En- zian (Gentiana), sowie verschiedene Orchi- deenarten , die Stendelwurz (Plantanthera bi- folia) und das Kohlröschen (Nigritella nigra) sind besonders betroffen. Der «National Swe- dish Environment Protection Board» und der Nationale Bauernverband (LRF) haben die Herausgabe von Broschüren beschlossen, die die Landwirte besser informieren sollen über die Mittel, mit denen diese Flora ohne zu hohe Kosten und unter Beibehaltung der her- gebrachten Nutzung der Viehweiden ge- schützt werden kann. 
England: Erhaltung der Fledermäuse Das Jahr 1986 ist der Erhaltung der Fleder- mäuse im Vereinigten Königreich gewidmet. Die Kampagne der «Fauna and Flora Preser- vation Society» (FFPS) wird zum Ziel haben, das Interesse der Öffentlichkeit für die Chi- ropteren zu fördern und Geldmittel für ihre Erhaltung zu sammeln. Die Unkenntnis der Fledermäuse erweckt heute noch bei vielen Leuten Angst, und der vollkommene Schutz, den sie 
in gewissen Ländern geniessen, genügt nicht für ihre Ret- tung. Die Restaurierung alter Gebäude, die Isolierung der Mauern mit Doppelwänden, das Fällen von hohlen Bäumen, die Störung der Sommer- und Winterquartiere; der zu- nehmende Vandalismus, sowie die Verwen- dung von Pestiziden stellen lauter Bedrohun- gen dar. Irland: Neue Naturschutzgebiete Sechs neue Naturschutzgebiete wurden vor kurzem geschaffen. Sie umfassen 2773 Hektar Wald, Torfmoore, Feuchtgebiete und Berg- land, sowie Küstengebiete, unter denen sich auch die Insel «Capel Island» in der Graf- schaft Cork befindet. Hiermit ist die Gesamt- zahl der Naturschutzgebiete in Irland auf 27 angestiegen. (Irische Agentur) Pazifismus im Pazifik Jahrzehntelang waren die Pazifikinseln Atom- bombentestgebiete. Am bekanntesten sind vielleicht das Bikini-Atoll, auf dem die Ame- rikaner ihre Bomben explodieren liessen, und Muroroa, die französische Schiessstätte. 1985, zum 40. Jahrestag der Bombardierung Ja- pans, erstarkte allerding die Bewegung für einen atomfreien Pazifik. Papua Neuguinea, Vanuatu und die Salomonen sperrten ihre Häfen für Schiffe mit Atomwaffen. Palau kämpft um die Beibehaltung der atomfreien Verfassung, die bereits vor 40 Jahren evaku- ierten Bewohner des Bikini-Atolls wollen die amerikanische Regierung vor Gericht zu Ent- strahlung ihrer Heimatinsel zwingen und ha- ben eine entsprechende Klage beim Bundes- gericht in Honolulu eingebracht. Vor einem Jahr siegte in Neuseeland die Labour-Partei mit einem Antiatomprogramm, und seitdem dürfen einlaufende Schiffe weder Atomwaf- fen an Bord haben, noch atomar angetrieben sein. Später zog Australien mit, indem es seine ursprünglich erteilte Erlaubnis zur Be- obachtung von MX-Raketenflügen von australischem Boden aus zurückzog. Alles kleine Schritte auf dem Weg zu einem atom- waffenfreien Pazifik. (Nach: Entwicklungspolitische Nachrichten 12/86) Kochen mit Sonnenenergie Der Raubbau an Holz fürs Kochen ist eines der brennendsten Drittweltprobleme. Solar- herde würden den Wald schonen. Aber alle bekannten Geräte funktionieren nur bei Son- 
nenschein (Brennspiegel), wogegen in den Drittweltländern erst nach Sonnenuntergang gekocht wird. Nun haben zwei deutsche Inge- nieure einen einfachen Solarherd konstruiert, der genügend Hitze fürs Abendessen wie auch für das Frühstück des nächsten Tages spei- chert. Entwicklungshelfer bezeichnen ihn als den ersten wirklich brauchbaren. Der Solar- herd besteht aus einem 170 cm langen und 60 cm breiten Röhrenkollektor, der einen Wär- mespeicher aus Magnesit oder Metall (60 mal 40 mal 40 cm) bedient. An der Oberseite des Wärmespeichers ist eine Brat- und Kochmul- de eingelassen (Modell für Entwicklungslän- der), oder eine Kochplatte mit einer Tempe- raturfeinregulierung (Komfortmodell für In- dustrieländer). Bei Serienfertigung sollte es möglich sein, den Preis für dieses etwa 100 kg schwere Gerät unter 1000 Franken zu halten. Heute  muss für die Einzelanfertigung noch rund 2500 Franken auf den Tisch geblättert werden. Wie gut sich dieses Modell in unseren Breitengraden bewährt, bleibt noch zu er- proben. (Weitere Informationen: Dipl.-Ing. Erich Pöhlmann, 
Wilh.-Neussdörffer-Str. 8a, D-8650 Kulmbach) Frankreich: Wiedereinführung des korsischen Hirsches Der seit 1969 aus Korsika verschwundene korsische Hirsch (Cervus elaphus corsicanus) wurde kürzlich wiedereingesetzt. Zwei Hir- sche und zwei tragende Hirschkühe wurden aus dem Süden Sardiniens, wo noch 200 Exemplare leben, geholt. Sie leben augen- blicklich in einem Gehege von rund 30 Hek- tar, bis sie freigelassen werden. Diese Wie- dereinsetzungsoperation wurde vom regiona- len Naturschutzpark von Korsika durchge- führt, in enger Zusammenarbeit mit den sar- dischen Behörden.
        

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