Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_18/7/
Liechtensteiner Umweltbericht 
Seite 7 Flüsse verschmutzen. So wird nicht nur der Boden dem Nahrungsmittelanbau entzo- gen, es werden auch noch die fischreichen Flüsse erstickt. Man fragt sich, wie Brasilien, dieses reiche Land an Bodenschätzen und Kulturland, so weit kommen konnte. Jahrelang wurden Brasilien von den reichen Ländern grosszügig Kredite gewährt, damit sie von uns Technologie kaufen konnten für ihre Industrialisierung und für fragwürdige Grossprojekte, wie z. B. das Mammutkraft- werk Itaipu, das Hunderttausende von Menschen landlos machte. Derweil wir uns mehr als berechtigte Sorgen machen um unseren kranken Wald, zwingen wir die Entwicklungsländer ihre Wälder zu zerstö- ren, um auf den gerodeten Flächen für den Export zu produzieren, um ihre Auslands- 
chulden zu verzinsen und zurückzuzahlen. Unsere Umweltproblematik hier und die Probleme dort könnten besser angegangen werden, wenn wir uns Gedanken machten, was uns eigentlich zusteht, wenn wir begrei- fen könnten, dass 
«mehr» nicht mehr Oua- 
lität bedeutet. Oder wird jener Cree-India- ner recht haben, der prophezeite: «Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann!» 
Gerda Bicker Botschaft eines unzivilisierten Wilden. 
• Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selbst an . . Der Häuptling der Duwamisch-Indianer Seattle in einer Rede an den amerikanischen Präsidenten Franklin Pierce, 1856 Ist das kein Zitat wert? Da werden wir Zeitungsleser seit Wochen mit Zitaten aus dem jüngsten Rechenschafts- bericht der FL-Regierung beglückt. Es ist die Rede von vielem Guten: die Finanzlage des Staates und der Gemeinden, was alles getan wird auf sozialem Gebiet und wie fleissig alle im verflossenen Jahr gewesen sind. ich 
-rege-an , 
-auch einmal ein Zitat zu bringen , das uns Leser zum Nachdenken zwingt und zeigt, dass nicht alles so rosig ist (sein kann), wie man es gerne wahrhaben möchte. Oder ist es gezielte Informationspolitik, dass man die folgenden, in ihrer Aussage alarmierenden Zahlen, dem Zeitungsleser vorenthält? «Waldschäden. A) Programm: Gesunder Wald (GEWA) . . . Stand der Erhebungen. I. Terristrische Erhebung zur Ermittlung des Schadenausmasses und des Schadenverlaufes. 1. Umfrage. a) Schadenprozent der Hauptbaumarten (Nadelbäume) im Wirtschaftswald Der Anteil geschädigter Bäume schwankt von Waldgebiet zu Waldgebiet sehr stark. Auch innerhalb . . . Während für die Fichte im Ver- gleich der einzelnen Gemeindewälder eine Spannweite geschädigter Fichten zwischen 19-68 % (Vorjahr: 7-61 %) nachweist, liegt diese beim Anteil geschädigter Tannen zwi- schen 
32-97 % (Vorjahr: 25-97 %) und beim Anteil geschädigter Föhren zwischen 20-92 % (Vorjahr: 20-86 %) . . . Gesamt- haft gilt die Feststellung, dass im gewichteten Durchschnitt der Nadelbaumbestände . . . 42 % (Vorjahr: 39 %) der Fichten, 
69 % (Vor- jahr: 55%) der Tannen und 53 % (Vorjahr: 46 %) der Föhren Schädigungen aufweisen. b) Geschädigte Waldfläche (Nadelbäume) im Wirtschaftswald . . . Bezogen allein auf die Nadelbestände innerhalb des gesamten Wirtschaftswaldes be- trägt die geschädigte Waldfläche 
46 % (Vor- jahr: 40 %). In die leichteste Schadenstufe «kränkelnd» entfallen 79 % (Vorjahr 92 %) der geschädigten Fichten, 60 % (Vorjahr: 64 %) der geschädigten Tannen und 74 %  (Vorjahr: 
75 %) der geschädigten Föhren.» (Seite 182/183). Ich meine, dass jedem die Verschlechterung der Lage bewusst werden muss. Geht es noch ein paar Jahre so weiter, müsste ein Zitat dann lauten: «Geschädigte Waldflächen: 100 % (Vorjahr: 100%). 
In die leichteste 
Schadenstufe «kränkelnd» entfallen 
0% (Vorjahr: 0%).» Das Schweigen offizieller Stellen über die weiteren Ergebnisse der bisher durchgeführ- ten Infrarotfarbluftaufnahmen lässt die Be- fürchtung aufkommen, dass diese den kata- strophalen Trend bestätigen (Vergleiche dazu
        

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