Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_18/11/
Liechtensteiner Umweltbericht Seite 11 einzuschwenken. Aber auch die Art der Um- weltgespräche will überdacht sein. Der Mensch schafft sich zwar laufend Er- kenntnis, aber er verhält sich zunächst nicht danach. Erst der Leidensdruck 
zwingt ihn zu verändertem Verhalten. 
Wollen wir nicht wie Windbeutel. dem Leidensdruck einer Kultur- und Umweltkrise entgegentaumeln, müssen wir nach einer Lösung suchen, wie wir aus Erkenntnis ohne Leidensdruck umweltge- rechtes Verhalten, erlangen: die Brücke von Erkenntnis zu verbessertem Verhalten ist die Einsicht. Die Summe der individuellen Einsichten ent- spricht dem Zeitgeist. Einsichtsarbeit 
führt zu menschlicher Grösse. Sie schliesst einen um- weltgerechten Zeitgeist mit ein. Die tragenden Ideen sind fortzeugende ge- meinsame Einsichten, die den Rahmen des 
Zeitgeistes ausprägen. Die heute geltenden tragenden Ideen sind zu sehr konsumorien- tiert. Sie gilt es zu ersetzen durch eine verin- nerlichte Sicht von Welt, durch Einssein mit der Natur, durch ganzheitliches Denken. Der Umweltschutz darf nicht mehr gegen die Wirtschaft antreten. Beide haben sich — unter einem umweltgerechten Zeitgeist — dem Fern- ziel einer umweltgerechten Wirtschaft zuzu- wenden. Zuwendung 
und Zuhören 
müssen die golde- nen Regeln des Umweltgesprächs werden. Solche Gespräche sind 
interdisziplinär. 
Das gemeinsame 
Fernziel 
einer gesunden Umwelt muss über die kleinen Schritte eindeutiger Nahziele 
angestrebt werden. So wird der Um- weltschutz zu einer 
Sammelbewegung des gu- ten Willens. 
Mit einer philosophischen, einer ökonomi- schen und einer psychologischen Betrach- tungsweise haben wir den Kreis geschlossen, den wir auf der Suche nach den Gründen des Scheiterns begonnen haben. Der Kreis sei unser Modell des Denkens, nicht die Gerade: Die Natur besteht aus Kreisläufen. Mit jedem Rundlauf verbessern wir Verhalten. Die Ge- rade aber kennt nur eine starre Richtung, jene in die Leere. Der Umweltschutz hat nicht versagt, seine Marschrichtung war in den siebziger und den beginnenden achtziger Jahren richtig. Es war eine erste Phase, die Phase des Erkennens. Sie muss in die Phase der Einsicht übergelei- tet werden. Es folgt Verhalten. Und wir sind gerettet. Wilfried Kaufmann Ist die Zerstörung unserer Umwelt unaufhaltsam? eigenen noch so kleinen Kreis, sind wir gerufen. Auch hier, und gerade hier, gibt es unge- zählte Möglichkeiten, die sofort verwirk- licht werden können. Ich bin mir bewusst, dass die uns gestellte Aufgabe riesengross ist und eine gewaltige Herausforderung darstellt. Ich bin aber auch überzeugt, dass diese bewältigt werden kann, wenn Du und ich, wir alle zusammen, jeder an seinen Platz an die Arbeit gehen, und zwar noch heute. Gebhard Sprenger Wir bauen ein Holzhaus Nach mehrjährigen Mieterfahrungen können wir uns den Wunsch vom Eigenheim erfüllen, wir bauen ein Holzhaus und wollen in einem biologisch orientierten Bau auf Perfektion und Automatik verzichten. Mit einem be- freundeten Architekten entwarfen wir einen Plan, der unseren Wünschen und Bedürfnis- sen entsprach. Doch das Baugesuch kam zu- rück: der Gemeinderat beanstandete ( trotz positivem Gutachten) die vorgesehene Schilf- kläranlage wegen möglicher Sickerreste und lehnte das Grasdach aus ortsbildschützeri- schen Überlegungen ab. Also werden die Ab- wässer vorschriftsmässig der ARA zugeführt und statt Gras decken alte Biberschwanzzie- gel das Dach. Holz ist in unserem Eigenheim der wichtigste Baustoff und ermöglichte eine vielfältige Mit- arbeit beim Bau. Beim Triesenberger Ge- meindeförster haben wir die entsprechende Holzmenge rechtzeitig bestellt. Im Winter wurden die gut hundertjährigen Bäume ge- fällt und geschält und in der Sägerei nach einer Holzliste zu Balken zugeschnitten. Aus dem restlichen Holz liessen wir die Bretter für die Schalung, aus den schmaleren Teilen die Dachlatten zuschneiden. Das verbleibende Holz können wir als Brennholz verwerten. Beim Hausbau hatten wir die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: nach dem Aufstellen
        

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