Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
17
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_17/7/
September 1985 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Seite 7 Vorwort des Ruggeller Vorstehers Einleitung zum Liechtensteiner Umweltbericht Die Erhaltung einer gesunden Umwelt ist eine Hauptaufgabe der Behörden von Staat und Gemeinden, ist aber auch Pflicht jedes Ein- zelnen. Nur miteinander lässt sich diese Auf- gabe erfüllen. Die LGU spielt in diesem System die Rolle des Mahners. Sie hält den Finger auf die kranken Stellen, setzt idealistische Ziele und trägt so zur Bewusstseinsbildung bei Behör- den und der Bevölkerung bei. Die Behörden haben aber auch noch andere Aufgaben, wie beispielsweise die Sicherung des Privateigentums, der Ernährung, des Wohnraumes, der Mobilität usw. Solche an- dern Aufgaben verhindern teilweise die Errei- chung idealistischer Umweltschutzziele. Man muss daher versuchen, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Ruggell war bis vor wenigen Jahren ein Dorf 
mit ausgesprochen landwirtschaftlichem Charakter, hat sich aber in den letzten Jahren zusehends zu einem Wohndorf entwickelt. Die Landwirtschaft im Dorf wird gottseidank aber immer noch akzeptiert und bei mir sind bis heute noch keine Reklamationen wegen Kuhfladen auf den Strassen eingegangen. Das überdurchschnittliche Wachstum der Wohnbevölkerung, zur Hauptsache verur- sacht durch Zuzug von auswärts infolge von noch vermünftigen Bodenpreisen, hat einen starken Druck auf die Erschliessung neuer Wohngebiete erzeugt. Dass solche Er- schliessungen auch Rücksicht auf den Um- weltschutz zu nehmen haben, darf vorausge- setzt werden. Sicher hat eine Besinnung be- züglich Strassenbreiten stattgefunden, die dazu führte, Überbreiten sogar dickgängig zu machen. Gewisse Mindestbreiten müssen 
aber unter Berücksichtigung von Verkehr und Unterhalt doch eingehalten werden. Man kann das Rad nicht auf Null zurückdrehen. Auch das Eigentumsrecht der privaten Bo- denbesitzer verhindert ein aus der Sicht des Umweltschutzes ideales Vorgehen bei Er- schliessungen. Aus dieser Sicht müssten Er- schliessungen nur durchgeführt werden, wenn keine erschlossenen Parzellen mehr vorhanden sind. In Wirklichkeit bleiben aber viele erschlossene Parzellen über Jahrzehnte hinweg unbenutzt, während neue erschlos- sen werden. Dieser Zustand lässt sich aber leider nicht wesentlich ändern, weil die Ge- meinde nur sehr wenig Boden verfügbar hat, der sich als Tauschobjekt eignen würde. Ein totalitärer Staat, ohne privaten Grundbesitz hat es da leichter. Ruggell hat eine ideale Topographie für den
        

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