Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
17
Erscheinungsjahr:
1985
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_17/17/
in Zusammenarbeit mit BVR Bündner Vereinigung für Raumplanung, Chur LGU Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz, Vaduz Raumplanungsstelle, Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bregenz 
Liechtensteiner Umweltbericht Verschiedenes Seite 17 Probleme des grenzüberschreitenden Um- weltschutzes, des Umweltrechts sowie der Raumplanung standen im Zentrum der er- folgreich verlaufenen Tagung «Ökologische Planung im Grenzraum». Der Erfahrungsaus- tausch über die Grenzen war sehr wertvoll und ruft nach einer weiteren Zusammenarbeit in der Zukunft. Auf Initiative der beiden Pro- fessoren und Institutsleiter Wolf Jürgen Reith von der Universität für Bodenkultur in Wien und Martin Lendi von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich kam die Seminartagung vom 2. bis 4. Mai 1985 auf der Schattenburg in Feldkirch zustande. Neben den beiden Universitätsinstituten haben die Bündner Vereinigung für Raumplanung, die 
Raumplanungsstelle der Vorarlberger Lan- desregierung, die Geographische Kommission der Schweizerischen Naturforschenden Ge- sellschaft und unsere Liechtensteinische Ge- sellschaft für Umweltschutz zum Gelingen des Seminars beigetragen, sowohl in der Vorbe- reitung als auch in der Durchführung der Ta- gung. So berichteten 30 Referenten aus Osterreich, der Schweiz, der Bundesrepublik Deutschland und dem Fürstentum Liechten- stein in Vorträgen und an Exkursionen aus ihren Fachbereichen und diskutierten mit et- wa 100 Tagungsteilnehmern. Am Abend des 3. Mai, im Anschluss an die Exkursionen, gab die Fürstliche Regierung einen kleinen Empfang für die Referenten 
Geographische Kommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, Bern und Tagungsteilnehmer und lud zum Abend- essen in den «Bärensaal» nach Triesenberg. Regierungsrat Dr. Walter Oehry überbrachte als Ressortchef Land- und Forstwirtschaft und Naturschutz die Grüsse der Regierung und äusserte ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema «Ordnung». Er betonte, dass die Freiheit des Einzelnen dort eingeschränkt werden müsse, wo diese zur Belastung für die Umwelt werde. Umweltvorsorge: Ausbau der Kontakte im Grenzgebiet Unter diesem Titel berichtete das Liechten- steiner VOLKSBLATT am Montag, den 6. Mai 1985 über den erfolgreichen Verlauf der Seminartagung «Ökologische Planung im Grenzraum» unter anderem: Innovationsfreudigkeit des Kleinstaates Univ. Prof. Wolf Jürgen Reith von der Uni- versität für Bodenkultur in Wien, ein grosser Kenner des Grenzraumes und Hauptinitiant des Seminars, fand ebenso wie weitere Semi- narteilnehmer vorwiegend positive Worte für die Umweltschutz-Bemühungen Liechten- steins. «Dank der Innovationsfreudigkeit dieses Kleinstaates im Umweltbereich kann man von sehr positiven Leistungen sprechen. Beson- ders in der Redimensionalisierung im Stras- senbaubereich ist Liechtenstein manch ande- ren Gebieten um einiges voraus», schilderte Dr. Reith uns gegenüber. Allgemein wurde anlässlich der Tagung fest- gestellt, dass die Sensibilisierung der liechten- steinischen Bevölkerung für Umweltfragen erfreulicherweise sehr stark fortgeschritten ist. Im Bereich Natur- und Umweltschutz fand die gute Grundlagenarbeit, wie beispiels- weise die die naturräumlichen Bestandesauf- nahmen (Inventare) und die gute Zusammen- arbeit der verschiedenen Ämter lobende An- erkennung. Nicht zuletzt fand aber auch die von der Regierung herausgegebene Reihe «Naturkundliche Forschungen im Fürstentum Liechtenstein», von der bisher fünf Bände erschieden sind  ein sehr gutes Echo 
Kritik an extreme Zersiedelung Bei allem Lob wurde die extreme Zersiede- lung in Liechtenstein von den Seminarteilneh- mern als sehr grosses Defizit gewertet. Wäh- rend bei uns die notwendige Raumplanung noch immer jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt, sind die umliegenden Staaten hier weit voraus. So wurde in Vorarlberg 1977 ein landesweiter Grünzonenplan mit einer klaren Trennung von Bau- und Grünzonen geschaf- fen. In der Schweiz geht das 1976 erlassene Raumplanungsgesetz sogar ins Jahr 1969 zu- rück, als diesbezüglich ein dringlicher Bun- desbeschluss erlassen wurde. In Liechtenstein wurde zwar 1979 
ein Postulat zur Schaffung einer landesweiten Landwirtschaftszone ein- gebracht, allein fehlender politischer Wille lässt diese dringliche Angelegenheit weiterhin brach liegen. Pflege grenzüberschreitender Kontakte In Anknüpfung an diese in ihrer Art recht einzigartige Seminartagung sieht Hauptin- itiant Univ. Prof. Reith für die Zukunft fol- gende Perspektive: «Die grenzüberschreiten- den Kontakte wird man unbedingt pflegen und Liechtenstein in geeigneter Form darin einbinden, denn durch die Hochschulen erge- ben sich für den Umweltschutz in Liechten- stein sicherlich wertvolle Tmnulse» 
Stirbt der Boden? Die schleichende Vergiftung unserer Lebensgrundlage Unter diesem Titel fand am 19./20. Novem- ber 1984 am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon/Zürich eine internationale Tagung statt, an welcher Fachleute aus den Berei- chen Land- und Forstwirtschaft, Lebensmit- telproduktion, Abfallbeseitigung, Wasserver- sorgung, Bodenkunde, Toxikologie, Umwelt- schutz, Gesundheitsbehörden, Politik, Wirt- schaft, Industrie und anderer betroffener Kreise teilgenommen haben. Auch Teilneh- mer aus dem Fürstentum Liechtenstein wa- ren dabei. Das Hauptthema des ersten Tages war der Einfluss von Schadstoffen auf das Bodenle- ben und damit auch die Bodenfruchtbarkeit— vor allem die Belastung durch Säureregen, Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber), chemischer Pflanzenschutzmittel (Pestizide) und Überdüngung. Auf die Frage des Tagungsleiters Volker Hauff (BRD): Gibt es eine schleichende Ver- giftung des Bodens?», haben fünf der sieben befragten Referenten mit «Ja» geantwortet. Die andern zwei haben ihr «Ja» nur zu örtli- chen Vergiftungen gegeben. Deshalb fragt es sich, in welchem Zustand der Störung der Boden sein muss, bis er als vergiftet bezeichnet wird. Da eine schlei- chende Vergiftung oft lange Zeit unbemerkt bestehtdie  Gefahr dass man zu  lange
        

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