Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_16/5/
Kehrichtverbrennungsanlage Buchs - ein Weg in die falsche Richtung? 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Entsorgung Seite 5 Fortsetzung von Seite 4 Bequemlichkeit steht gegen Lebensqualität. Gäbe es doch Industrielle, die mit Zweiweg- verpackungen ins Geschäft kämen! Die Kon- sumentenvereinigungen sollten dazu auffor- dern, einwegverpackte Ware zugunsten zweiwegverpackter zu meiden. In Ihrem Abfalleimer bleibt nach den organi- schen und Verpackungsabfällen noch ein Bodensatz von etwa 10 bis 30 Prozent. Da- von ist ein Grossteil durch Auslese industriell wieder verwertbar, der Rest kann gemahlen und beispielsweise im Strassenbau als Kof- fermaterial verwendet werden. Und der Müllabfuhr bleibt nichts mehr? Es wäre zu schön, um wahr zu sein. Stellen wir uns um, können wir eines Tages ein müllfrei- es Land werden. Jeder Einzelne sollte sich schon heute auf diesen Weg machen, indem er sich sagt: 1. 
In der Küche stehen zwei Abfalleimer, einer für den organischen, einer für den anorganischen Abfall. Die organischen Abfälle kompostiere ich zusammen mit den Gartenabfällen (auch Holz). Bin ich selbst nicht Hausgärtner, ist vielleicht ein Nachbar oder Freund, der kompostiert, Abnehmer. 2. Ich unterstütze die anlaufenden 
Bestrebungen,auf  Gemeinde- oder Landesebe- ne Kompostieranlagen einzurichten, in- dem ich die Sammelregeln einhalte. 3. Wenn immer möglich, kaufe ich Waren in Zweiwegverpackungen. Wenn genügend Konsumenten dies tun, verschwinden die Einwegverpackungen 
langsam vom Markt. Bier in Aludosen ist ein Unsinn unserer Zeit. 4. 
Glas, Metall, Papier, Altöl, alte Kleider u. ä. gebe ich an die Sammelstellen. Noch einige Überlegungen zum Rasen: Man sät ihn, düngt ihn, damit er schneller wächst und grüner wird. Weil er schneller wächst, mähen wir ihn wöchentlich. Den Rasen- schnitt stecken wir in einen Plastiksack, den wir der Müllabfuhr nach Buchs mitgeben. Weil der Rasen nicht alleine wächst, kaufen wir Unkrautvernichter und schütten ihn über den grünen Teppich, alle Zweikeimblättrigen tötend: Es lebe Mono! Wehe, wenn sich die 
Kinder darauf tummeln! In der Wohnung dür- fen sie es nicht, auf dem Rasen nicht. Es bleibt die Strasse. Dort blüht die Mopedkul- tur, die geifernde Langeweile auf zwei Rä- dern. Ein bedeutender Schritt in Richtung Wohlbe- finden wäre es, den Rasen umzugraben und an seiner Stelle Beeren und Gemüse zu pflanzen. Die Meisten empfinden das sams- tägliche Rasenmähen als Bürde. Ein Gemü- Resolution der Schweiz. Vereinigung für Gewässerschutz und Lufthygiene (VGL) anlässlich der Delegiertenversammlung vom 7. Juni 1984 in Zürich Die Schweiz. Vereinigung für Gewässerschutz und Lufthygiene (VGL) zeigt sich besorgt über die heutige Situation in der Abfallwirtschaft und über das fast vorbehaltslose Vertrauen in die technischen Möglichkeiten der Rauchgas- nachbehandlung bei den Kehrichtverbren- nungsanlagen. Auf die Rauchgasnachbehandlungsanlagen kann nach Ansicht der VGL heute zwar nicht verzichtet werden; sie ist aber als klassische Symptombehandlungsmassnahme eigentlich ein Schritt in die falsche Richtung. Heute gilt es weniger Abfälle zu produzieren, den Abfall an der Basis, d. h. im Haushalt zu trennen und so die Verbrennungsanlagen in bezug auf die Schad- und Ballaststoffe und auch mengenmässig zu entlasten. Alle künfti- gen Massnahmen sind unter dem Kriterium der Umweltfreundlichkeit, der Energiebilanz und der Wirtschaftlichkeit sorgfältig zu prüfen. Die VGL ist überzeugt, dass in Zukunft dem Bau von geordneten Deponien grosse Beach- 
se- und Beerenbeet zur bearbeiten aber ist dem Gemüt förderlich. Unsere Müllberge sind nicht notwendig, sie sind das sichtbare Resultat einer falschen Lebensweise. Die Wiederverwertungsindu- strie schläft noch. In ihr stecken ungeahnte Möglichkeiten, die Arbeitslosigkeit abzubau- en. Beginnen aber müssen wir bei uns selbst, indem wir uns täglich überlegen, wie wir vom Wegwerfmenschen zum Wiederverwertungs- menschen werden. tung geschenkt werden muss, eine Lösung, die von der Wirtschaftlichkeit, von der ökologi- schen Seite und vom Betrieb her gesehen eine echte Alternative ist. Für eine zukünftige umweltfreundlichere Ab- fallpolitik fordert die VGL den Aus- und Auf- bau eines feinmaschigen Netzes von geordne- ten Deponien im Sinne eines Verbundsystems und Zurückhaltung beim Bau von neuen Ver- brennungsanlagen. Kommentar: Die LGU kann sich dieser Resolution vollin- haltlich anschliessen. In Buchs werden in Mengen Präjudize geschaffen, die verhin- dern, dass bessere Entsorgungsarten ins Auge gefasst werden. Wer kann etwa nach Verdop- pelung der Verbrennungskapazität in Buchs aus wirtschaftlichen Gründen echtes Interesse an weniger Abfallproduktion haben? Und Wirtschaftlichkeit wurde bisher oft gegen die Interessen des Umweltschutzes gross ge- schrieben. Und jetzt möchte man das Ver- bandsgebiet wegen den nicht ausgeschöpften Kapazitäten erweitern. Damit steigen u. a. die täglichen Transportdistanzen der Müllab- fuhr, damit werden auch bessere kleinregio- nale Lösungen andernorts vertagt. Letztlich wird so auch nach Einbau einer Rauchgas- waschanlage der nicht reinigbare Restanteil irgendwann wieder zum Luftreinhaltepro- blem . . . Geht hier der Weg in die falsche Richtung?
        

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