Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_16/3/
Der Lawenabach darf nicht austrocknen! Fortsetzung von Seite 2 nicht von der übrigen Landschaft abnabeln. Eine Landschaft ist mehr als die Summe ihrer Teile. 
Die LGU-Forderung nach einer ganzjährigen Restwasserbelassung im Lawenabach ist etwa in der Schweiz durch Volksabstimmung seit 1975 Verfassungsauftrag, während dies in Liechtenstein 1984 von der Betreiberseite rundwegs abgelehnt wird. Die Forderung einer durchgängigen Restwasserbelassung ist auch in Wasserbau-Fachkreisen unbestritten. Umso erstaunlicher sind die Rückfälle in alte, für die Natur lebensfeindliche Praktiken, während wir uns europaweit in Kampagnen für die bedeutsame Nahtlinie Erde/Wasser einsetzen. Das häufig verwendete Schlagwort eines Aus- gleiches zwischen Ökonomie und Ökologie oder im Zweifelsfalle Vorrang der Ökologie vor Ökonomie hat auch im Falle des Ausbau- es des Lawenakraftwerkes seine sinnvolle An- wendung zu finden. Der ökologische Zustand der Fliessgewässer in Liechtenstein ist dramatisch und im einzel- nen durch eine Bestandesaufnahme ausge- wiesen. Die LGU hofft im gegebenen Fall, dass die Regierung im Gesamtinteresse, nämlich Stromversorgung 
und Landschaftsschutz, ab- wägt und die andernorts schon selbstverständ- lichen Restwasserauflagen als Bedingung be- rücksichtigt. In jedem Falle wäre eine Anpas- sung der Gesetzgebung an den Stand der Er- kenntnisse erforderlich. 
Liechtensteiner Umweltbericht Entsorgung Seite 3 Die Natur produziert keine Abfälle, aber jeder von uns mehr als ein Kilo pro Tag. Dieser liechtensteinische Müllberg von 11 Millionen Kilo wird nach Buchs geführt, verbrannt und auf ein Drittel seiner ursprüngli- chen Menge reduziert. Nach Schätzungen werden beim derzeitigen regionalen Müllanfall jährlich in die Luft gepustet: 200 000 kg Chlor- wasserstoffe, je 58 000 kg Schwefeldioxide und Stickoxide, 12 500 kg feine Stäube, 3650 kg Fluorwasserstoffe und 2350 kg Schwer- metalle . . . Viele schimpfen hüben und drüben über diese «Gift- und Dreckschleuder», wir alle aber liefern die Munition dazu. Zwei LGU- Vorstandsmitglieder nehmen unabhängig voneinander zum Müllthema Stellung. Sie berichten aus ihrer eigenen Erfahrung. Danach könnte der Müllberg wesentlich verkleinert werden. Aktiver Umweltschutz beginnt zu Hause! von Gebhard Sprenger, LGU-Vorstandsmitglied Der liechtensteinische jährliche Müll- ausstoss .wächst und wächst und wächst . . Jeder Liechtensteiner war 1983 mit 414 kg dabei! Wieviel wird es 1984 sein? Die Kosten für unsere Abfallbeseiti- 
gung steigen ins Gigantische, ebenso die damit verbundene Umweltbela- stung durch Schadstoffe. Der Betrieb der wöchentlichen Müllentsorgung kostete unsere Gemeinschaft 1981 Fr. 1 300 000.-. Wieviel wird es 1984 sein? 
Wenn Sie zu jenen Menschen gehören, die immer noch glauben, dass der einzelne ja doch nichts tun könne, dass die anderen, der Staat, die Gemeinden oder wer auch immer für diese Situation verantwortlich sei, so sind Sie auf dem Holzweg. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei Ihnen, bei Ihnen zu Hause beginnt der aktive Umweltschutz. Sie sind verantwortlich für den Abfall, den sie produ- zieren. Wer anders als Sie müssen deshalb auch für eine umweltgerechte Entsorgung Ihrer Abfälle besorgt sein, so weit dies mög- lich ist. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen dazu einige praktische Tips geben und Vor- schläge unterbreiten, die Sie sofort in die Tat umsetzen können. • Weniger verbrauchen, weniger Abfall er- zeugen. Abfallentstehung möglichst schon von vorneherein vermeiden (Ein- kauf, Verpackungen, Reparaturen usw.). • Recycling (Wiederverwertung) betreiben. Zu Hause verwerten, was wieder verwer- tet werden kann (Kompostierung von or- ganischen Abfällen). • Abfalltrennung: Trennung von organi- schen und anorganischen Stoffen. Tren- nung von selbstverwertbaren und nicht selbstverwertbaren Abfällen. Für die Ab- falltrennung benötigen Sie viel weniger Raum, als Sie glauben. Machen Sie doch einen Versuch. • Schwer umweltgefährdende Materia- lien (Chemikalien usw.) öffentlichen Sammel- und Verwertungsstellen übergeben. Fortsetzung auf Seite 4
        

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