Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_14/6/
gänge zum Gemeindezentrum, usw. In den letzten Jahren haben wir grossen Wert auf die Freihaltung von Boden entlang der Gewässer für Fusswege gelegt. 
Seite 6 Natur- und Umweltschutz November 1983 Wir sind uns der Aufgabe bewusst! von Gemeindevorsteher Emanuel Vogt Die Verwaltung einer Gemeinde hat sich in erster Linie nicht auf die Ordnungsfunk- tion auszurichten, sondern auf die Erbringung der über die Kraft des einzelnen Bewohners hinausgehenden Leistungen, die es jedem ermöglichen sollen, ein lebens- wertes Leben in einer gesunden Umgebung zu gestalten. Für mich ist daher im Begriff «Umwelt» nicht nur die Natur zu verstehen, sondern alle Einflüsse auf unser Leben. Es ist mit unsere Aufgabe, die negativen Einflüsse möglichst abzuwehren oder die Möglichkeiten zur Abwehr zu schaffen und für die Erhaltung und Gestaltung der gesamten Umwelt unseres menschlichen Lebens zu arbeiten und alle Möglichkeiten dazu zu fördern. Allerdings ist das Wollen, das Können und Durchsetzungsvermögen einer Verwaltung auch vom Verständnis der Bewohner abhängig. Dies zu wecken, ist daher ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe. Wir können feststellen, dass in den letzten Jahren in unserer Gemeinde vieles geschaffen wurde, manches aber auch verhindert worden ist. Daher heisst der Weg unserer Arbeit: Das Notwendige und Nützliche zu erkennen, die Bevölkerung zu motivieren und es durchzusetzen. Wir bemühen uns zur Einhaltung des Zonen- planes und dürfen uns dabei auch auf eine wegleitende Gemeindeversammlung abstüt- Einführende Gedanken Fortsetzung von Seite 5 dabei. Einsatz und Sorgen im Bereich der südlichen Landesgrenze haben mir Balzers sehr nahe gebracht. Balzers hat in der Bündner Herrschaft nicht nur ein attraktives Hinterland, auch Balzers selbst ist eine Perle in der Reihe der liech- tenst. Gemeinden. Breit liegt das schöne Dorf in die Talebene eingebettet und wird am Rande himmelhoch von wilden Felsabstür- zen der Mittagsspitz und des Würzner-Horn überragt. Zwischen Dorf und Fels am Hang stocken ausgedehnte Wälder. Sie bilden für das Dorf einen prächtigen Rahmen und sind ein mächtiges Bollwerk zur Verhinderung von Naturkatastrophen. Die Balzner Wälder sind natürliche Mischwälder. Die Buche, die in anderen Gemeinden schon längst fast aus- gerottet wurde, dominiert. Die Buche bringt der Balzner Landschaft Farbenpracht und vielfältige heitere Aspekte. Der Balzner Wald steht gut da. Balzers hat nicht nur schöne Wälder, auch das Dorf und die Feldfluren sind für die Landschaft in ausserordentlich attraktiver Weise mit Obst- und Kirschbäu- men, mit Feldgehölzen und Wäldchen verse- hen. Ich bin ein wenig stolz darauf, für den Balzner Wald- und Baumschmuck auch et- was beigetragen zu haben. Zu unserer Be- stürzung müssen auch im Balzner Wald in jüngster Zeit erhöhte Baumerkrankungen festgestellt werden. Die Schuld liegt bei den Giftstoffen, die wir alle in Form von Abgasen der Luft in grossen Mengen übergeben. Man kann sich Balzers ohne Wald nicht vorstellen. Seine Erhaltung hat Vorrang und wenn dies auch grosse Opfer erfordern sollte. Um der Luft weniger Schadstoffe zu übergeben, wird sich die heutige Konsumgesellschaft tiefgrei- fend ändern müssen. Und dann der Föhn, dazu muss schon noch etwas gesagt werden. Der Föhn soll der älte- ste Balzner sein. (Man sagt, dass auch der 
zen. Gegenwärtig beschäftigt uns der Gedan- ke, wie wir ähnlich dieser Regelung mit den Feldgärten das Bestreben zur Haltung eines Haustieres ausserhalb der Bauzone ermögli- chen können. Gegenwärtig wird die Strassen- planung neu überarbeitet, vor allem in Sicht auf Fuss- und Fahrradwege, verkehrsfreie Zu- Neid in Balzers und im übrigen Liechtenstein sehr alt sei). Der Föhn gehört zu Balzers und hinterlässt in den Vegetationserscheinungen und auch bei den Menschen markante Spu- ren. Der Föhnsturm bläst nirgends heftiger als in Balzers. Wie aus einer Düse losgelas- sen, überfällt er von der Steig her das Dorf. Er bringt nicht nur Sturmschäden sondern zeichnet auch für ein gutes, trockenes und warmes Klima verantwortlich. Der Föhn bringt den Burghügel und anderen Trocken- standorten seltene wärmeliebende Pflanzen, er reift die Trauben und röstet den Türken. Mit dem Türken, das war früher, der Türken- hebel gehört auch in Balzers der Vergangen- heit an. Heute beherrschen subventionierte, langweilige Silomaiskulturen die Balzner Feldfluren. Die Wesenszüge der Balzner haben mir ei- gentlich immer Rätsel aufgegeben. Der glei- che Balzner kann sich stockkonservativ ge- ben und dann plötzlich wieder den heftigen Revoluzzer vorkehren. Sensibel und gefühls- betont sind die Balzner allemal und das Mu- sische ist in der Volksseele tief verankert aber auch Gemeinschaftssinn, Fleiss und Sparsamkeit sind hervorstechende Grundzü- ge des Balzner Wesens. Das Pendel hat wieder in die andere Rich- tung geschlagen. Die Technologie-Gläubig- keit der 50er, 60er und der ersten siebziger Jahre ist überwunden. Man besinnt sich wie- der vermehrt auf die Naturwerte, das Dorf, die Heimat und kulturelle Betätigungen. Na- tur- und Kultur sind für die Bevölkerung und Behörden von Balzers wieder zu einem ech- ten Anliegen geworden. Mein langjähriger und immer höchst aktiver Freund, Vorsteher Mane Vogt, hat zu dieser Wende viel beige- tragen. Möge auch die vorliegende Veröffentlichung das Interesse und die Fürsorge für das Dorf Balzers und seine Umwelt fördern, damit auch kommende Generationen ein Leben in Balzers als schön und lebenswert empfinden können. 
Eugen Bühler 
Im Rahmen der jetzigen Strassenplanüberar- beitung soll auch der Begriff «Wohnstrasse» eingehend geprüft werden. Wir sollten uns dabei allerdings nicht nur an städtische Bei- spiele halten, sondern unter Berücksichtigung unserer Tradition und der Entwicklung unse- res Dorfes einen für uns passenden Weg fin- den. Wenn man vor Jahren, einer anderen Zeitauffassung folgend, breite Strassen ge- baut hat, ist dies noch lange kein Übel. Ich möchte nur die jahrelange Ausserung wieder- holen und sie kann in den nächsten Jahen auch in die Tat umgesetzt werden: wo wir zu breite Strassen haben, können wir durch Baumgruppen und Baumalleen ein schönes und natürliches Dorf gestalten. Dazu gehört auch die möglichste Offenhaltung aller vor- handenen Gewässer in unserer Gemeinde und die Gestaltung des Junkerrietes. Die Erhal- tung und Gestaltung des alten Dorfbildes pflegen wir systematisch. 1970 haben wir mit der Gestaltung von St. Peter und Umgebung einen ersten Akzent landesweit gesetzt. Seit-
        

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