Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_14/4/
Seite 4 
Energiesparen / Vogelschutz 
November 1983 Der Autor des Energiespar-Beitrages in der letzten Umweltberichts-Ausgabe bringt eine Reihe guter Vorschläge. U. a. erwähnt er, dass ein Kühlschrank nie einer Wärmequelle auszu- setzen sei. Das ist ein guter Rat für den, der ein Haus baut. Doch wer sagt dies manchen Ar- chitekten einmal, die Kühlschrank und Herd respektive Backofen nebeneinander in die Ein- bauküche setzen? Was macht der Wohnungs- mieter, der diese Situation vorfindet, auch wenn sie ihm nicht passt? Ist das nicht so wie bei den Heizungen in Mietshäusern mit mehre- ren Wohnungen, wo die Regulierungsmöglich- keit vielfach auch bei uns oft gleich null ist, weil es nämlich dem Vermieter egal ist, da der Verbrauch an Öl ja von den Mietern gezahlt werden muss (auch und vor allem bei Büro- häusern zu finden!)? Mit vielen dieser und Der Gesetzgeber unterteilt die Vögel in jagd- bare und nach dem Naturschutzgesetz ge- schützte Arten. Die jagdbaren Arten gehören dem Jagdberechtigten (z. B. Stockenten oder Fasan), die geschützten Arten sind in eine offizielle Vogelpflegestation einzuliefern. Nach der neuesten Liste der Vogelpflegesta- tionen der Schweiz befinden sich in unserer Nachbarschaft drei derartige Pflegestellen, nämlich • 
Hans Schäpper, Marhaldenweg 6, 9472 Grabs • 
Hans Vetsch-Schnyder, Höfen, 9472 Grabs • 
Albert Good, Bovel, 7324 Vilters Was machen mit toten Vögeln? Gut erhaltene Vögel sollten nie fortgeworfen werden. Sie können uns noch gute Dienste leisten, so als Forschungs- wie Anschau- ungsmaterial. Am besten übergeben wir sie dem Liecht. Gymnasium (Gymnasiallehrer 
ähnlicher Tips in den Medien geht es dem Verbraucher doch oftmals so, dass er zähne- knirschend hinnehmen muss, was ihm aus um- weltschützerischen Gründen missfällt, weil er eben keinen Einfluss darauf hat. Sollte man nicht hier endlich einmal massiv einsetzen: durch Aufklärungskampagnen und vor allem gesetzgeberische Anreiz- bzw. Erschwerungs- und Verteuerung-Massnahmen? Zugegeben: diese Gedanken sind nicht üblich, aber irgend wann einmal ist es doch wohl Zeit, bestimmte Dinge anzupacken. Wir können nicht ewig jammern und tüfteln, zahlen und forschen, wenn die Realisierung an der Trägheit derer scheitert, die etwas tun könnten. Möglicherwei- se sollte die Schulung des inzwischen ja ver- pönten Gewissens, das man nämlich auch mit Mitverantwortung, sozialem Verhalten und Josef Biedermann), einer Naturschutzvereini- gung oder einem ornithologischen Ortsver- ein. Das Ausstopfen kostet heute ziemlich viel Geld. Es hat wenig Sinn solch teure Prä- parate in einer Privatstube verstauben und vergilben zu lassen. In Schulsammlungen und Museen sind sie viel besser aufgehoben. In Liechtenstein verunglückte Vogelarten werden nach Erhalt vorläufig in der staatli- chen Sammlung im Liecht. Gymnasium auf- bewahrt und später der naturkundlichen Ab- teilung des Landesmuseums übergeben. 
Toleranz umschreiben könnte, auch im Lehr- plan unserer Schulen ein Eckchen neben der so kompakt gewordenen Wissensvermittlung ein- geräumt bekommen . . . Man hat heute einfach oft das Gefühl, während die Forschung und Technik im Umweltschutz bedeutende Fortschritte gemacht hätten, stehe man mit der Verwirklichung einfachster Er- kenntnisse noch am Anfang. Stolz verweisen wir auf das sonnenkollektorgeheizte Hallen- bad, während nach wie vor Häuser gebaut werden, in denen wegen nicht regulierbarer Heizung ganztags im Winter geöffnete Fenster zu finden sind. Und der gleiche Mensch, der sich Gedanken darüber macht, dass das Wald- sterben auch uns treffen könnte und nach Buchs blickt, ob dort etwa noch keine Rauch- gaswaschanlage eingebaut ist, steckt abends bedenkenlos weil gedankenlos Plastikabfälle aus dem Haushalt in den Kachelofen, wirft die verbrauchten Batterien in den Kehrichtkübel und verwendet Chemie im Gemüsegarten, dass es nur so staubt, noch dazu im stolzen Be-   wusstsein, «gesundes Gemüse aus dem eigenen Garten» zu verspeisen, denn beim gekauften weiss man ja nie, was drin ist . . . Was ich sagen will, lässt sich auch mit der Medizin vergleichen: Behauptet wird, die Menschheit sei noch nie auf einen solchen medizinischen Wissens- und Könnens-Stand gewesen wie heu- te — denn man verpflanzt ja Herzen und andere Organe, man ersetzt den halben Menschen durch Technik. Trotzdem kennt man noch kein Heilmittel gegen den banalen Schnupfen, und in weiten Bereichen der Medizin betreibt man Symptombekämpfung. Solange wir also vom Umweltschutz mehr reden, als handeln, dürfen wir uns nicht darüber aufregen, dass Ökogruppen formiert werden, die schliesslich als Sammelbecken aller Unzufriedenen auch bedenklichen Strömungen nachgeben könnten. Die Tatsache, dass wir uns in Liechtenstein vorerst noch kennen und uns aufs Frauen- stimmrecht konzentrieren — was sicher wichtig genug ist — sollte uns aber nicht darüber hin- wegtäuschen, dass die Bildung «grüner» Grup- e pierungen auch bei uns nur noch eine Frage der Zeit ist. Niemand sollte es sich zu bequem machen, indem er mit dem Finger auf die Politiker zeigt, denn die sind Ausführende des- sen, was die Stimmbürger wollen; die Politiker sind ein Spiegel unseres politischen Willens, sind unsere Sprachrohre und Helfer, können aber nur dann tätig werden, wenn die Zahl derer, die dies wünschen, repräsentativ genug ist. Wir müssen also bei uns selber anfangen. Auch, wenn es Geld kostet — die relativ ge- ringeren Mehrkosten kann sich der Durch- schnittsbürger wahrscheinlich leisten —, phos- phatfreie Waschmittel zu kaufen, zur Batterie- sammelstelle zu fahren, zur Gift- und zur Öl- sammelstelle, biologischen Dünger zu verwen- den und dergleichen mehr. Aber hier setzt auch die Aufgabe einer LGU ein, die sich nicht ins politische Fahrwasser begeben muss, die aber politisch tätig sein soll, wenn Politik die Arbeit an der Verwirklichung gemeinnützigen Interessen ist, hier speziell im Umweltschutz- bereich. Das ist mit Aufklärung allein nicht erreichbar, dazu müssen weiterhin Aktionen kommen, Eingaben, Bemühungen vielfältig- ster Art, und vielleicht neue Überlegungen dar- über, was man noch alles oder endlich tun kann, um mehr als bisher zu erreichen. Denn sonst könnte der Wettlauf mit der Zeit und gegen gewisse materielle Interessen verloren- gehen.
        

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