Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_14/2/
Seite 2 
Energie und Umwelt 
November 1983 Gedanken zur Liechtensteinischen Energieversorgung Die Abgeordneten Elias Nigg, Franz Meier, Hermann Hassler, Günther Wohlwend, Alfons Schädler, Dr. Peter Wolff und August Beck reichten am 9. Juni 1983 ein Postulat bei der Regie- rung ein, wobei diese eingeladen wird, «mittels neutraler Begutachtung zu prü- fen, ob mittels dezentralen Blockheiz- kraftwerken, im Sinne von Kraft-Wär- mekopplung — auch mit der Nutzung der geothermischen Energie — eine weitere und zukunftsorientierte Variante für 
die Stromversorgung zum Rheinkraftprojekt Seit der ersten grossen Erdölkrise von 1973 sind 10 Jahre vergangen. In diesen 10 Jahren sind auch in unserem Land grosse Anstren- gungen unternommen worden, die recht schwierige Lage unseres Landes im Bereich der Energieversorgung zu verbessern. Sowohl Industrie, Gewerbe und öffentliche Hand als auch die Privaten haben diese Anstrengungen mitgetragen. Dabei wurde das heute einem modernen Industriestaat zur Verfügung ste- hende Massnahmenbündel in weiten Teilen eingesetzt. Im Vordergrund standen Mass- nahmen zur Verbesserung der Wärmedäm- mung bei Gebäuden, der Einsatz von Wärme- pumpen, wie er vor allem beim privaten Woh- nunungsbau feststellbar ist, sowie der Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen und ener- giesparenden Produktionsverfahren wie sie sich in der Industrie aufdrängen. Trotz der schon erbrachten Leistungen ist un- ser Land jedoch noch weit von den energiepo- litischen Zielsetzungen wie sie im Energieleit- bild der Regierung festgeschrieben sind ent- fernt. So beträgt der Eigenversorgungsgrad unseres Landes, gemessen am Gesamtener- gieverbrauch, immer noch bescheidene 10 %,  und in gleicher Weise ist die Abhängigkeit unseres Landes vom Erdöl immer noch sehr 
 sich 
biete.» Die Postulanten wollen nach ihrer Aussage vermeiden, dass volkswirt- schaftliche bedeutende Entscheidungen für die Zukunft — etwa im Zusammen- hang mit den geplanten Rheinkraftwer- ken — 
nicht mit unvollständigen Ent- scheidungsgrundlagen getroffen werden müssen. Nach ihrer Meinung müssten weitere Technologien des umweltfreund- lichen Bereiches berücksichtigt werden. Die Redaktion des «Liechtensteiner Um- weltberichtes» bat den Erstunterzeichner 
des Postulates, seine Vorstellungen in einem Beitrag zu vertiefen, um so die darin enthaltenen Gedanken der Öffent- lichkeit zu unterbreiten. Ing. Elias Nigg erklärte sich in Zusammenarbeit mit Dipl. Ing.Karl  Heinz Wolf spontan be- reit, ihre Überlegungen für eine liechten- steinische Energieversorgung im vorlie- genden Beitrag darzulegen. Beide Auto- ren haben sich in den letzten Jahren in- tensiv mit der Energie-Problematik, resp. Einsparungsmöglichkeiten, befasst. gross. Dies mag bei der gegenwärtigen Situa- tion mit der Überproduktion an Erdöl nicht mehr so bedrohlich erscheinen wie zu Zeiten der Erdölkrise. Gerade aufgrund der gemach- ten Erfahrungen sollte man sich jedoch von den jetzigen Verhältnissen nicht dazu verlei- ten lassen, in den Anstrengungen nachzulas- sen. Durch die massiv auftretenden Umwelt- probleme, und hier insbesondere des Wald- sterbens, gewinnt im Gegenteil die Energie- problematik noch an Bedeutung. Es ist nach wie vor erforderlich, neben bereits eingeführten und bewährten Massnahmen, nach weiteren Verbesserungen zu suchen. Auch für unser Land bietet sich der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an. Da- bei handelt es sich um ein Verfahren zur optimalen Energienutzung wie es schon vor der Erdölkrise eingesetzt wurde, indem mit der Verbrennung (z. B. von Erdöl) zuerst Strom gewonnen wird, um dann die dabei anfallende Abwärme für Heizzwecke oder als Verfahrenswärme zu nutzen. Vorab in Indu- Eugen Bühler — ein liechtensteinischer Naturschutz-Pionier geht in Pension Eugen Bühler tritt auf Jahresende in den ver- dienten Ruhestand. 1948 wurde er zum Leiter des Forstamtes bestellt. Als einer der ersten Studenten aus der berühmten naturnahen Waldbauschule des Professors Leibundgut an der ETH Zürich wurde ihm ein Gedankengut vermittelt, das in Liechtenstein damals noch nicht Fuss gefasst hatte. Es galt mehr als 50 Jahre nach der Schweiz von der waldfeind- lichen Kahlschlagbewirtschaftung auf pfleg- lichere Formen der Bewirtschaftung umzu- stellen. In seiner ersten Veröffentlichung «vom Alpenwald» 1952 in der Bergheimat, dem Organ des Liechtensteiner Alpenvereins, machte er vor allem auf den Raubbau an den Alpenwaldungen und die nötigen Massnah- men aufmerksam. Eugen Bühler war aber nie «nur» Förster. Er sah schon früh die Land- schaftszerstörung durch beginnende Zersiede- lung. Wieder in der Bergheimat schreibt er 1960 als früher Mahner «Landesplanung tut not». Konsequent gründete er mit einem Häuflein Gleichgesinnter 1958 einen Verein für Natur- schutz und Landschaftspflege, der allerdings 
1963 im Alpenverein aufgegangen ist. Die Zeit war noch nicht reif. Als Einzelkämpfer setzte er sich weiter erfolgreich für die Erhal- tung und Mehrung des Waldareals ein. Ihm, Dr. Ingbert Ganss und vor allem dem damaligen Regierungschef Alexander Frick sind die ersten liechtensteinischen Natur- schutzgebiete Schwabbrünnen-Äscher und Gampriner Seelein zu verdanken. Er war auch der Spiritus rector für die ab 1968 anlau- fende «Integrale Berggebietssanierung», einem Modell für den ganzen Alpenbogen. Dem Naturschutzgedanken effektiv zum Durchbruch verhalf das Europäische Natur- schutzjahr 1970. Eugen Bühler war der Vor- sitzende eines Aktionskomitee für die Organi- sation dieses Jahres. In vielen Artikeln in der Fach- und Landespresse und in offiziellen An- sprachen blieb er der unbequeme Mahner gegen das ungezügelte Profitdenken und für den Erhalt einer intakten Umwelt. National wurden diese Verdienste mit dem Komptur- kreuz mit Stern durch S. D. den Landesfür- sten, international durch die Verleihung des Wilhelm-Leopold-Pfeil-Preises für sein Be- mühen um die Waldwirtschaft anerkannt. Wir wünschen dem Forstmann und Naturschutz- politiker Eugen Bühler weiter viel Erfolg im nun privaten Wirken für unsere gemeinsame Umwelt.
        

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