Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_14/12/
Flurgehölze in Balzers von Dr. Felix Näscher Balzers liegt in einer von Natur aus bevorzug- ten Lage. Es wird im Süden und Osten durch den Fläscherberg und die Mittagsspitze mit grossflächigen, artenreichen und gepflegten Wirtschaftswäldern umrandet. Weiters wird es durch vielfältige, netzartig ineinandergrei- fende Busch- und Baumbestände umkränzt. Es sind dies die Auwaldreste entlang des Rheines, die Bachuferbestockungen im Äule, die parkartigen Föhrenwäldchen im Neugrüt, die vielen im Landwirtschaftsgebiet inselartig verstreuten Feldgehölze sowie die in den ver- gangenen 20 Jahren neu gepflanzten Wind- schutzstreifen. Das Dorf selbst erfährt be- sonders durch die noch grossflächig vorhan- denen hochstämmigen Obstgärten, dann aber auch durch die Natur- oder Kunsthek- ken entlang von Grundstücksgrenzen eine malerische Gliederung und Auflockerung. Während Jahrhunderten bereicherten alle diese Flurgehölze nicht nur das Kulturland, sondern sie lieferten der Bevölkerung, die von und mit diesen Flurgehölzen lebte, mit den Beeren und Kräutern, mit dem Laub und dem Holz wichtige Rohstoffe. Entstanden aus Resten des ursprünglichen, durch Ro- dung zurückgedrängten Waldes, aus An- pflanzungen zur Grenzmarkierung oder nach spontanem Aufkommen einzelner Sträucher und Bäume auf nicht bewirtschafteten Gra- benborden, Wegrändern und Lesesteinhau- fen, bilden sie auch heute noch wichtige Ele- mente der Balzner Landschaft. Vielfach erkennen wir die Bedeutung dieser Flurgehölze für die Landschaft erst nach ih- rem Verschwinden. Umso mehr gilt es des- 
halb darauf hinzuweisen, dass Flurgehölze als Windschutz wirken und damit den land- wirtschaftlichen Ertrag trotz des Flächenver- lustes erhöhen. Flurgehölze festigen mit ih- rem dichten Wurzelwerk Hänge und Bö- schungen, tragen zur Regelung des Wasser- haushaltes bei, mildern die Extremwerte des Lokalklimas und verbessern damit die Le- bensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Flurgehölze wirken als natürliche, raumord- nende Gestaltungselemente im Sinne des Landschaftsschutzes, sowohl als Sicht- schutz vor hässlichen Bauten, bieten aber auch Schutz vor Staub und Abgasen sowie in allerdings beschränktem Masse vor Lärm. Von grösster Bedeutung erweist sich darüber hinaus die Tatsache, dass die Flurgehölze dank ihres Formenreichtums, ihrer unter- schiedlichen Verflechtung mit benachbarten Gebieten und ihrer bezogen auf die Gehölz- fläche sehr langen Übergangszone zwischen den Lebensbedingungen der Flurgehölze und jenen der Umgebung für eine grosse Vielfalt an Lebewesen artentsprechende Le- bensräume, Rückzugs- oder Überwinte- rungsräume bilden. Flurgehölze sind kleine, aber nichtsdestoweniger wertvolle Träger biologischer Vielfalt. Diese Vielfalt führt zu Stabilität im Naturhaushalt. Der Gemeinde Balzers ist somit zu wün- schen, dass das bisher in hohem Mass ge- zeigte Verständnis für die Gestaltung, die Erhaltung und die Pflege der Flurgehölze und der Obstgärten weiterhin ein gutes Keimbett für ein gedeihliches Wachstum von Strauch und Baum bildet. 
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Ortsbildgestaltung 
November 
1983 Die Idee für ein Seelein am Fusse des Burghügels Gutenberg — im Junkerriet - wurde als Parallele zum Werdenberger Seelein geboren. Auch dort fügt sich ein Seelein harmonisch in die Landschaft ein, wobei sich attraktiv das Schloss Wer- denberg im Gewässer widerspiegelt. Der Vorschlag für ein Seelein im Junkerriet 
wurde bereits zu Beginn der 1970er Jahre im 
Rahmen der Ortsplanung in den Landschaftsplan integriert. Zwischen- zeitlich wurde verschiedentlich dieser Vorschlag wieder aufgenommen, aber auch schon bekämpft, jedoch in einer Bevölkerungsumfrage im Jahre 1981 of- fensichtlich von einer Mehrheit begrüsst. 
Was steckt hinter der Idee? Das Gebiet des Junkerrietes dürfte von den ersten Bewohnern auf dem Gutenberghügel bereits einmal als natürlicher See erlebt wor- den sein. Dieser verlandete später zum Ried, wobei dieser Aspekt durch ältere Fotos belegt ist. Ende der 1960er Jahre wurden in diese Sumpfflächen Bauschutt — wie auch beim St. Katharinenbrunnen — eingeschüttet. Welche Gründe könnten nun wieder für die Erstel- lung eines Seeleins sprechen? • Raumplanerische Gründe Die Siedlungsausdehnung war in den vergan- genen Jahren in Balzers sehr stark. Der freie Blick auf den Burghügel sollte zumindest von der Südseite her erhalten bleiben, dies im Gegensatz zur starken Überbauung auf der Rheinseite. Es ist deshalb eine Überbauung auszuschliessen, wobei hier auch zudem ein schlechter Baugrund besteht. • Erhöhung der Attraktivität von Balzers Der Burghügel ist eine markante Erhebung inmitten des Rheintales. Seine besondere La- ge könnte durch die Errichtung einer grösse- ren stehenden Wasserfläche nur noch unter- strichen werden. Vergleiche mit dem Wer- denberger-Seelein sind deshalb keineswegs abwegig. • 
Verbesserung des Naherholungsangebotes Das Angebot an natürlich verbliebenen Ge- wässern ist gerade in Balzers minimal. Die heutigen Fliessgewässer, der Schlossbach und der Kanal sind in kanalisierte Gerinne gelegt, die weiteren Bäche und Gräben meist ausge- trocknet. Das Element Wasser kann den Er- holungswert wesentlich erhöhen. Warum in die Ferne fahren, wenn das Schöne nahe liegt! Eine Promenade rund um das Seelein, teil- weise identisch mit dem schon bestehenden Frauenbergweg, brächte eine Aufwertung. • Naturschutz Obwohl ein derartiges Gewässer vorwiegend der Erholung des Menschen und der Attrakti- vität von Balzers dienen könnte, müsste auch die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren da- von profitieren. Ganz in der Nähe war einst der «Krottagraben», noch vor wenigen Jahren waren Frösche massenhaft in den Gräben ent-
        

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