Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_13/8/
Seite 8 
Wasserbau 
Mai 1983 Kampagne des Europäischen Informationszentrums für die Erhaltung der Natur In der Erkenntnis, dass die «Uferregio- nen» ein sehr reichhaltiges, aber äusserst empfindliches ökologisches Milieu dar- stellen, bereitete der Europarat für April 1984 seine vierte Europäische Umwelt- ministerkonferenz in Athen über das Thema «Küstengebiete, Fluss- und See- ufer, ihre Planung, Gestaltung und Be- wirtschaftung in einer mit dem ökologi- schen Gleichgewicht zu vereinbarenden Weise» vor. Zur Unterstützung dieses wissenschaft- lichen und politischen Ereignisses organi- siert das Europäische Informationszen- trum für die Erhaltung der Natur eine umfassende Kampagne, die der besseren 
Kenntnis und Einschätzung dieser Gebie- te dienen soll, und somit auch ihrem bes- seren Schutz. Sie wird in den verschiede- nen Ländern ab 1983 durchgeführt wer- 
den und ihren Höhepunkt während der Athener Konferenz erreichen. Die Ufergebiete — Zonen der Berührung zwischen Wasser und Erde: Meereskü- sten, See- und Flussufer  stellen wegen der Vielfalt der dort beheimateten Lebe- wesen ein sehr reichhaltiges ökologisches Milieu dar. Sie sind von zunehmender Zerstörung bedroht, da ihnen die intensi- ve Nutzung durch Verstädterung, Frem- denverkehr, Industrieniederlassungen, umfangreiche Immissionen von Schwer- metallabfällen und nährstoffreichen Sub- stanzen, Erdöltransporte auf dem See- weg, Aufschüttung, usw. vielfache Ein- schränkungen auferlegt. Europarat Das Fürstentum Liechtenstein wird sich aktiv an der anlaufenden europaweiten Informa- tion über die empfindliche Nahtlinie «Wasser- Erde» beteiligen. Als europäischer Binnen- staat haben wir keine Küsten, ebenso fehlen uns grössere Seen. Deren Ufer sind grossen Gefahren ausgesetzt. Allein auf dem nahen Bodensee tummeln sich um die 40 000 Motor- und Segelboote. Auf jeden zehnten Meter des Ufers fällt hier ein Boot. Nur noch rund ein Drittel der Schweizer Seeufer gelten als natür- lich oder naturnah. Meeresküsten wie Seeufer sind demnach stark belastet und verdienen vermehrte Schutzbemühungen. Aber auch den Ufern der Fliessgewässer geht es nicht besser. Im Verlaufe des letzten Jahrhunderts wurden die Flüsse gebändigt, um mehr Kul- turland zu gewinnen. In den letzten Jahrzehn- ten wurden zusehends auch die kleinen Fliess- gewässer im Zusammenhang mit landwirt- schaftlichen Meliorationen und Überbauun- gen reguliert oder eingedolt. 
Natürliche Bäche prägen mit ihren vielfältigen Biotopen den Charakter einer Landschaft. Frei schlängelnde Bäche finden sich noch auf der St.-Galler-Seite des Alpenrheintales, so etwa der Mühlbach in Weite- Wartau. Bei Gewässerregulierungen wurde allzulan- ge das Wasser nur als «Stoff», nämlich als Brauch- und bestenfalls als Trinkwasser, aber vor allem auch zur Verdünnung der Abwässer und zur Gewinnung von Energie gesehen. Hierbei fehlte der Bezug zum Wasser als Le- bensraum für Tiere und Pflanzen und damit auch Einsichten in biologische und ökologi- sche Zusammenhänge. Bei dieser Aussage ist Liechtenstein bis in die jüngste Zeit nicht auszuklammern. Durch Begradigung und Regulierung unserer Kleingewässer haben wir anstelle ehemaliger natürlicher Vielfalt weitgehende Einförmig- keit gesetzt. Wo sind Flusskrebse und Teich- muscheln verblieben? Verheerend wirkte sich die Einschalung kleiner und kleinster Bäche in Beton aus. Auf diese Weise werden diese Fortsetzuna auf Seite 9
        

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