Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1983
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_13/6/
Fragen an den Umweltschutz-Fachmann Interview mit Ing. Günther Wanger, Amt für Volkswirtschaft Fortsetzung von Seite 5 Zum zweiten Teil der Frage einige Zahlen über S02-Belastungen, 
woraus sich ebenfalls recht günstige Werte ergeben. Tips und Hinweise für Naturgarten: Marktlücke geschlossen Bereits gibt es mehrere Bücher und Broschü- ren zum Thema Naturgarten. Sie erklären, um was es geht und versuchen, den Leser für diese neue Art von Gartenkultur zu gewin- nen. Hingegen haben bis jetzt genügend 
aus- führliche und konkrete Anleitungen gefehlt, die zeigen, wie ein Naturgarten angelegt und gepflegt werden soll. Das Schweizerische Zentrum für Umwelterziehung des WWF hat diese Lücke gefüllt, indem es seine bisherigen Beratungsblätter ergänzt und zusammenge- fasst hat. Das Ergebnis ist eine leicht ver- ständliche und ansprechend aufgemachte klei- ne Broschüre. Unter dem Titel «Gartenfreu- den für Kenner» bespricht sie Themen wie «Umwandlung des Zierrasens in eine Blu- 
Naturgartenpraktiker menwiese», «Pflanzen einer Naturhecke», «Weiherbau», «Plätze, Wege, Mauern», «Richtiges Vorgehen», «Überlegungen und Argumente». Die Anleitung widerspiegelt die Erfahrung aus der Planungs- und Beratungs- arbeit der Autoren und ist entsprechend pra- xisnah. Sie räumt mit dem Vorurteil vom Naturgarten als ungepflegte Wildnis auf und macht auch vor den Problemen, die da und dort auftreten, nicht Halt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gibt sie dem Leser den Mut, Ernst zu machen mit seinen Natur- gartenplänen und weckt die Freude an dieser Art von Gartengestaltung. Schweizerisches Zentrum für Umwelterziehung: «Gartenfreuden für Kenner». Zofingen: SZU/ WWF 1982, 38 S., Fr. 6.—. Bezug: SZU, Rebberg- strasse. 4800 Zofingen. 
Tel. 062 —51 58 55. 
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Saurer Regen 
Mai 1983 chenden Ölfeuerungen zeigt, dass die heute üblichen Technologien der Holzverbrennung z. T. höhere Emissionen verursachen, wie vor allem störende Rauchschwaden und Gerüche. Die hohen Emissionen (dunkler Rauch) sind in erster Linie auf eine schlechte Verbren- nung zurückzuführen. Zum zweiten Teil der Frage sei darauf hinge- wiesen, dass gemäss Artikel 2 des Gesetzes über Massnahmen gegen die Luftverunreini- gung durch Feuerungsanlagen, LGBI. 1974 Nr. 3, Feuerungsanlagen, darunter fallen auch die Abfallverbrennungsanlagen, so ein- zurichten und zu betreiben sind, dass der Aus- stoss von Russ, Staub, Teer und anderen schädlichen und lästigen Stoffen auf ein Min- destmass beschränkt wird. Zur Zeit befasst sich unser Amt mit der Aus- arbeitung eines Verordnungsentwurfes über die. Auswurfbegrenzung für Feuerungsanla- gen für Holzbrennstoffe. Voraussichtlich wird dieser Entwurf noch in diesem Jahr der Re- gierung unterbreitet. LGU: Man sieht des öfterern Ihren amtseige- nen Wagen für Luftuntersuchungen an ver- schiedenen Stellen des Landes stehen. Was wird hierbei gemessen, seit wann wird gemes- sen und sind allfällige Trends bei diesen Mess- programmen festzustellen? G. W.: Zur Zeit werden S02-Grundbela- stungsmessungen im Wohn- und Industriege- biet an der Bendererstrasse in Schaan durch- geführt. Diese Untersuchung dauert voraus- sichtlich noch bis Ende 1983. Ende 1974 wurde mit der Luftüberwachung am Schellenberg und in Ruggell begonnen, welche im Frühjahr 1979 abgeschlossen wur- de. Zweck und Ziel dieser Untersuchung war primär, unzumutbare S02-Immissionen sowie jeglichen Einfluss durch den Betrieb der De- stillationsanlagen festzustellen, sekundär die Ermittlung der Grundbelastung in den fragli- chen Gebieten. Im Jahre 1979 und 1981 wurden Messungen zur Ermittlung der Umweltbelastung durch den Motorfahrzeugverkehr am Lindenplatz, Schaan, und bei der Äulestrasse in Vaduz durchgeführt. Eine allgemeine Beurteilung über das Mass der Umweltbelastung durch den Motorfahr- zeugverkehr sowie der S02-Belastung 
kann erst nach Abschluss der Untersuchungen durchgeführt werden. LGU: Neuerdings wird auch häufiger von Schwermetallbelastungen in den Medien ge- sprochen? Werden auch diese in Liechten- stein untersucht? G. W.: Seit Ende Juli 1982 werden durch unser Amt in der Umgebung der Kehrichtver- brennungsanlage auf liechtensteinischer Seite Staubniederschlagsmessungen nach der Ber- gerhoff-Methode durchgeführt. Ermittelt werden die Gesamtstaubniederschlagsmenge sowie die Schwermetalle Cadmium, Zink und Blei. Die Untersuchung dauert voraussicht- lich 2 Jahre. Noch in diesem Monat wird mit der Untersu- chung des Cadmiums- und Bleigehaltes im Boden und in den Pflanzen begonnen. Erfasst wird die gesamte Talebene unseres Landes. Die Untersuchung wird vom Landwirtschafts- amt in Zusammenarbeit mit unserem Amt durchgeführt. 
LGU: Dennoch sind uns punktuelle Proble- me bekannt. Bei der LGU fallen relativ häu- fig Klagen wegen dem staubigen Auswurf von Holzfeuerungsanlagen an. In der Regel sind es grösser gewordene Gewerbebetriebe inmit- ten von Wohngebieten. Wie beurteilen Sie diese Klagen, resp. 
was geschieht 
zur Ab- hilfe? G. 
W.: Zu diesem Themenkreis muss allge- mein darauf hingewiesen werden, dass der 
Brennstoff Holz in den letzten Jahren be- trächtlich an Bedeutung gewonnen hat. Es werden immer mehr Holz und Holzabfälle verfeuert. Dies bezieht sich nicht nur auf in- dustrielle oder gewerbliche Anlagen, sondern noch im vermehrteren Masse auf Kleinanla- gen in Wohnhäusern. Diese Substitution des Heizöls, welche aus energiepolitischen Grün- den wünschenswert erscheint, wirft jedoch für die Luftreinhaltung auch Probleme auf. Der Vergleich von Holzfeuerungen mit entspre-
        

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