Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_12/5/
November 1982 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Seite 5 Natur- und Umweltschutz in der Gemeinde Mauren Über die zivilisierte und technische westliche Welt rollt die sogenannte grüne Welle. Enga- gierte Leute — Grüne oder Alternative genannt — wehren sich lautstark gegen die Zerstörung der Umwelt, zeichnen düstere Zukunftspro- gnosen und fordern ein rigoroses Umdenken und Handeln. Ein Trend, eine Modeerschei- nung, oder eine aus der bestehenden Um- weltsituation herausgewachsene Reaktion frustrierter Bürger? Es dürfte für jeden denkenden Menschen un- bestritten sein, dass vieles mit unserer Um- welt nicht mehr stimmt. Der Fortschritt hat einen zu hohen Preis gefordert. Eine Neube- sinnung ist dringend nötig und hat — wie ich behaupten möchte — in verschiedenen Berei- chen auch schon seit einiger Zeit eingesetzt. Es muss und kann jedoch noch viel mehr getan werden, Meines Erachtens haben verschiedene extre- me Umweltschützer jedoch einen falschen und nicht zielführenden Weg eingeschlagen. Sie beschränken sich lediglich darauf, vor- handene Probleme aufzuzeigen ohne reali- sierbare Alternativen anbieten zu können. Sie kritisieren Behörden und Fachleute und spre- . chen diesen von vornherein jedes Umwelt- verständnis ab. Sie suchen die Konfrontation und nicht die Zusammenarbeit. Wesentlich erfolgversprechender ist sicher- lich ein Weg der kleinen Schritte. Die Umwelt- probleme sind nicht in wenigen Jahren ent- standen, ebensowenig können sie in wenigen Jahren aus der Welt geschafft werden. Der Umdenkungsprozess muss noch weiter vor- anschreiten. Die Bevölkerung ist sensibilisiert und wird bei konsequenter Umweltpolitik je länger je mehr bereit sein, Geld und Eigen- tum für dieses lebensnotwendige Ziel bereit- zustellen. Wir werden aber auch bereit sein müssen, auf verschiedene Annehmlichkeiten 
zu verzichten. Das Grundübel der Umwelt- probleme liegt ja bekanntlich im Streben der Menschen nach immer mehr Fortschritt und Wohlstand, was gleichbedeutend ist mit zu- nehmender Ausbeutung und Verschandelung unseres Lebensraumes. Energie- und Wirt- schaftskrisen werden uns zum Umdenken zwingen. Die Gemeindevertretungen von Mauren/ Schaanwald sind seit Jahren darum bemüht, im Bereiche ihrer Möglichkeiten aktive Um- weltschutzpolitik zu betreiben. Einige der Ak- tivitäten möchte ich nachfolgend stichwortar- tig erwähnen: Hartwig Kieber • 
Der Stand der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung konnte durch langjähri- ge, massive Investitionen auf ein erfreuliches Niveau gebracht werden. • 
Durch die Inkraftsetzung der Zonenpläne mit Ausscheidung von Freihaltegebieten konnte zumindest ein Teil der schützenswer- ten Hügelpartien der Nachwelt erhalten werden. • 
Bei der Überarbeitung der Bauordnung fan- den die Aspekte Dorfbild und Altbausanie- rung spezielle Berücksichtigung. • 
Der generelle Verkehrsplan wurde überar- beitet und rigoros redimensioniert. 
• Die erste Wohnstrasse im Lande, die Ka- planeistrasse, ist fertiggestellt und geht nun in die Bewährungsprobe. • In diversen laufenden Planungen wird ver- sucht, dem Ruf nach einem schönen Dorfbild und nach menschenfreundlicheren Strassen gerecht zu werden (verschiedene Strassen- projekte, Ideenwettbewerb Weiherring). • Durch tatkräftige Unterstützung und Bereit- stellung von Gemeindeboden konnten die durch Initiative des OVM entstandenen Na- turschutzzonen und das Vogelparadies im Maurer Riet realisiert werden. • Durch mehrjährige Baumaktionen konnten mehrere Hundert neue Bäume gepflanzt und verschiedene, vom Aussterben bedrohte, alte Baumsorten gerettet werden. Auch die Wind- schutzbepflanzungen wurden sukzessive er- weitert. • Vermehrtes Augenmerk wurde in der letz- ten Zeit auch den offenen Gewässern, den Dorfbrunnen und Gräben, geschenkt. • Durch stetigen Ausbau der Fuss- und Rad- fahrwege wird versucht, den nichtmotorisier- ten Verkehr attraktiver zu gestalten. Bei den aufgezeigten Massnahmen handelt es sich sicherlich um keine spektakulären Taten. Aber sie erforderten zum Teil doch sehr viel persönliches Engagement und Arbeit. Grundsätzlich ist niemand gegen Um- weltschutz oder Dorfbildgestaltung — jedoch möglichst nicht im eigenen Garten! Mauren ist durch seine geografische Lage glücklicherweise verschiedenen Sachzwän- gen nicht unterworfen. Bei konsequenter Weiterverfolgung der Politik der kleinen Schritte wird sich unsere Gemeinde — ohne das Rad der Zeit zurückdrehen zu müssen - als saubere und lebenswerte Wohngemeinde weiterentwickeln können. Ich danke der LGU für die Gelegenheit, unse- re Gemeinde den umweltbewussten Lesern vorstellen zu können. Die LGU unterstreicht damit einmal mehr ihre Bereitschaft zur akti- ven Zusammenarbeit mit den Landes- und Gemeindebehörden. Hartwig Kleber, Vorsteher
        

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