Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_12/24/
Als ob es die Umwelt nicht gäbe! Bleibt der Natur- und Umweltschutz im Zweifelsfalle gegen alleinige Wirtschaftlichkeitsüber- legungen auf der Strecke? Zum Beispiel Abgase ... Liechtenstein übernimmt neue Schweizer Abgasverordnung Regierung blieb keine andere Wahl pah — 
Die liechtensteinische Regierung sische Typenprüfstelle des Bundesamtes 31. März 1983 neu zum Verkehr zugelas- beschloss in ihrer letzten Sitzung, eine für Polizeiwesen. Der Hersteller muss sen werden dürfen. Nach dem 1. Okto- den schweizerischen Abgasvorschriften bei dieser Typenprüfstelle einen Antrag ber 1982 eingeführte Motorwagen dür- entsprechende Verordnung über Abga- stellen und die technischen Daten der fen neu zum Verkehr zugelassen wer- se von Motorwagen mit Benzinmotoren betreffenden Fahrzeugtypen 'aufführen den, wenn sie den Abgasvorschriften (Abgasverordnung) zu erlassen. Diese sowie durch Abgasprüfungen nachwei- dieser Verordnung entsprechen. Verordnung gilt für die Zulassung von sen, dass die Fahrzeuge den Bestimmun- Motorwagen mit Benzinmotoren hin- gen dieser Verordnung entsprechen. sichtlich Abgasschadstoffemissionen  Ausschlaggebend für den Erlass von der 
Motoren. Wirtschaftliche Überlegungen 
den schweizerischen Abgasvorschriften Es werden ab I. Oktober 1982 nurmehr 
entsprechenden Bestimmungen waren Fahrzeuge zum Verkehr zugelassen, die 
Die Übergangsbestimmungen sehen wirtschaftliche Überlegungen, die von eine von der Typenprüfstelle ausgestell- vor, dass Motorwagen mit einem vor den zwischenstaatlich offenen Grenzen te Abgastypengenehmigung erhalten dem 1. Oktober 
1982 nach altem Recht 
und vom gemeinsamen Wirtschaftsraum haben. Typenprüfstelle ist die Eidgenös- ausgestellten Typenschein noch bis zum 
mit der Schweiz auszugehen hatten. Aus: «Liechtensteiner Vaterland> vom Smog über Athen: Auto- 16. September 1982 verkehr eingeschränkt Athen (AFP) Mit drastischen Maßnahmen wollen die griechi- schen Behörden ihre unter einer Smog-Wolke vegetierende Haupt- stadt vor dem Erstickungstod ret- 
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Demgegenüber: «Vorarlberger ten. Bis 15. Dezember dürfen die 
Nachrichten» vom 3. November 1982 800.000 im Großraum Athen zu- gelassenen Privatwagen nur noch y oder «Radio DRS Landwirtschaft abwechselnd jeden zweiten Tag aktuell»: zwischen 4.20 und 18 Uhr in der von giftigen Abgasen durchzoge- nen Innenstadt verkehren. Wel- 850 kg Blei werden pro Jahr und cher Tag ;Autofrei" ist, wird für den Autofahrer jeweils durch das Kilometer je 100 m beidseits der Kennzeichen seines Wagens be- Autobahn N1 von Zürich nach Bern stimmt. Ferner kündigte die Re- gierung in Athen Maßnahmen zur 
abgelagert, welche deshalb nicht be- Verbesserung der Qualität der in 
wirtschaftet werden dürften. 100 der Industrie, für die Heizung Quadratkilometer sind so der Nut- und für Autos verwendeten Kraft- zung zu entziehen. stoffe an.   Die Regierung steht weiterhin positiv hinter dem Projekt für die Erstellung von Rheinkraftwerken entlang der st. gal- lisch-liechtensteinischen Grenze. Als Voraussetzung für die Zustimmung zum Bau der Anlagen werden vor allem zwei Aspekte hervorgehoben: die Sicherheit, dass durch die Kraftwerkanlagen auch langfristig keine Gefahr für den heutigen Flussverlauf (Rheineinbrüche) und keine Gefährdung des Grundwasserspiegels durch die notwendigen Rückstauungen des Rheins entstehen. In diesem Sinne kann man eine Diskus- sion zusammenfassen, die sich im Rah- 
men des Pressegesprächs vom vergange- nen Dienstag zum Thema Rheinkraft- werk-Projekt zwischen Pressevertretern und Regierungsmitgliedern entspann. Das Thema Rheinkraftwerk wurde vom VOLKSBLATT aufgeworfen, nach- dem sich Umweltschutzvereinigungen im- mer kritischer gegen den Bau solcher An- lagen einstellen und in verschiedene' Form eine Gegnerschaft in der Bevölke- rung formieren wollen. Hat diese Ent- wicklung dazu geführt, 
dass die Politiker, die sich seinerzeit ausnahmslos positiv zur Frage des Rheinkraftwerkes einstellten. jetzt ihre Meinungen aus Angst vor Popu- laritätsverlust wieder korrigieren? 
Zum Beispiel Rheinkraftwerke ... 
Seite 24 Oekonomie kontra Oekologie 
November 1982 Ein Wort über Naturwerte am Rhein? «Liechtensteiner Volksblatt» vom 10.111. September 1982 
Fortsetzung von Seite 23 am 22. Juni 1981 wurden die Bedeutung der Lebensräume am Rhein erläutert. 1979 reichten Dr. Franz Beck und Josef Bie- dermann im Landtag eine Interpellation für eine landesweite Landwirtschaftszone ein. Diese Landwirtschaftszone erweist sich 
als vordinglich. Mit der 1981 durch den Beauf- tragten für Landesplanung veröffentlichten Bestandesaufnahme 1980 gelangten schok- kierende Daten an die Öffentlichkeit. Mehr als 100 000 Einwohner hätten mit Leichtigkeit in unseren 2000 ha umfassenden Bauzonen anstelle der heute 26 000 Einwohner Platz. 130 Millionen Franken wurden für die Er- schliessung von Bauland in den Jahren 1970-78 aufgebracht. Die Durchführung der Raumordnung, im Interesse fast aller, scheint ein heisses Eisen. Die Diskussionen um die- se landesweite Landwirtschaftszone dauern schon sehr lange, für viele schon zu lange. Die 14. Jahrestagung der Nationalen Agentu- ren des Europarat-Informationszentrums be- reitete die neue Kampagne über den Schutz der Nahtlinie Wasser-Erde vor. Die liechten- steinische Kampagne wird sich schwerpunkt- mässig mit den Fliessgewässern und deren mögliche Renaturierung beschäftigen. Wir wollen abklären, wie aus kanalisierten, beto- nierten Abflussgerinnen wieder naturnahe Ausgestaltungen möglich sind. Die LGU be- reitet hierzu eine Untersuchung über den Stand der Dinge in Liechtenstein vor und wird konkrete Vorschläge unterbreiten. 1981 unterstützte die LGU zwei Bürgerinitiati- ven, nämlich die rechtlichen Schritte für die Durchsetzung eines Referendums in Balzers, welches sich 
gegen den Standort eines Heli- kopterlandeplatzes richtete. In Vaduz wurde die Gruppe «Mühlehölzle» unterstützt, wel- che sich gegen eine Einzonierung eines Teil- bereiches entlang des Rheines zur Wehr setzte und meinte, die Vaduzer Bauzone müsse am Kanal halt machen. Gemeinsam mit der Mitgliederversammlung vom 16. November 1981 im Schulzentrum Unterland wurde die Wanderausstellung über Libellen als natürliche 
Umweltindikatoren eröffnet (siehe Umweltbericht Nr. 9). Diese mit einem liechtensteinischen Teil ergänzte Ausstellung des Schweizerischen Bundes für Naturschutz (SBN) konnte bis zum Januar 1982 in weiteren Schulen gezeigt werden. 
Eine Sonderausgabe <,  ging im Juni 1982 an jeden Liechtensteiner Haushalt. Acht regionale Experten nahmen zu Fra- gen der Naturwerte am Rhein und deren Gefähr- dung durch das Projekt Stellung.
        

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