Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_12/22/
Leserbrief Warum eine Aufforstung im Naturschutzgebiet Schwabbrünnen? Ich habe den letzten Liechtensteiner Umwelt- Bericht Nr.10 mit Interesse studiert. Vor allem die Weiherbildung im Naturschutzge- biet Schwabbrünnen-Äscher  ist eine sehr ge- lungene Sache geworden. Herzliche Gratula- tion dazu. Was ich und viele Leute, mit denen ich dar- über schon diskutiert habe, nicht verstehen können, ist die Aufforstung der wunderschö- nen Naturwiese unterhalb der Landstrasse im Naturschutzgebiet. Dies wirkt wie eine Faust aufs Auge und ich habe noch keinen Men- schen gehört, der dafür eine Erklärung hat. Wäre es nicht möglich in einem Liechtenstei- ner Umweltbericht für diese Aufforstung eine Erklärung zu veröffentlichen. Es ist gut mög- lich, dass ich und viele Leute darüber eine falsche Vorstellung haben und dass sie 
viel- leicht im Zusammenhang steht mit dem Ge- samtkonzept Naturschutz in Schwabbrünnen- 
Äscher. 0. B., Planken Sehr geehrter Herr B. Vorerst herzlichen Dank für Ihr Kompliment für die Herausgabe des «Liechtensteiner Um- weltberichtes». Reaktionen aus dem Kreise der Mitglieder freuen uns immer, auch die kriti- schen. Es scheint, dass wir in der Tat bei der Herausgabe der Schaaner Sondernummer die Möglichkeit der Information über diese durch- aus sinnvolle, ja nötige Aufforstung verpasst haben. Bei der Bepflanzung unterhalb der Landstras- se Schaan—Nendeln handelt es sich um die Ersatzaufforstung für eine Rodung bei der 
Öl- tanklagererweiterung «Forst». Diese gedüngte Kunstwiese bereitete dem Naturschutz schon immer Sorgen, weil durch deren weitere Dün- gung Nährstoffe in die weiter untenliegenden Rieder einsickerten. Damit waren diese ständig gefährdet, weil eine Düngeranreicherung die Pflanzenartenzusammensetzung negativ beein- flusst. Dieser bereits stattgefundene Nährstoff- einschub konnte durch eine Vegetationskartie- rung im Jahre 1977 (durch das Geobotanische Institut der ETH Zürich) festgestellt werden. Gemäss Naturschutzverordnung 1961 wäre zwar ein Düngen im Schutzgebiet grundsätz- lich untersagt, diese Wiese dürfte aber wohl schon damals gedüngt gewesen sein. Deshalb musste man aus der Sicht des Naturschutzes froh sein, als sich diese Ersatzaufforstung an- bot. Einerseits konnte jetzt ein Immissions- schutzstreifen gegen das Schutzgebiet aufgezo- gen (z. B. mit der Abpufferung von Salzein- flüssen von der Landstrasse) und als Waldzun- ge ausgebildet werden, andererseits unterbleibt so die schädliche Düngung, die für das Ried in diesem Abschnitt zur Existenzgefährdung wurde. Wir hoffen, Ihnen damit den nötigen Auf- schluss gegeben zu haben. Red. 
Seite 22 Strassenbau November 1982 sind die Normen wertneutral. Sie zeigen, wie man in Abhängigkeit beispielsweise der Pro- jektierungsgeschwindigkeit Kurvenradien, Überhol- und Anhaltegeschwindigkeiten be- misst. Sie schreiben uns aber nicht etwa vor, welche Geschwindigkeiten zu wählen sind. Die «normengemäss» ausgebaute Strasse verleitet zum schnelleren Fahren, und am Übergang zu uriausgebauten Teilstücken entstehen zugleich Gefahrenherde. Nach Strecken, die eine höhere Fahrgeschwindig- keit zulassen, erscheint jeder Baum, jede Kuppe, jeder Graben, jedes Haus in der Nähe der Fahrbahn als eine «Gefahr». So werden unmerklich auf weite Strecken die prägenden Landschaftselemente beseitigt. Durch den 
allzu grosszügigen Ausbau wird die Land- schaft entstellt. Die Strassen verbinden so nicht nur, sie trennen uns. Zwischenmensch- liche Barrieren, entseelte Landschaften als Preis des Fortschrittes? Wieder Mass am Menschlichen nehmen Wäre es nicht Zeit, diese Salamitaktik im Strassenbau mit der eher unschöpferischen Anwendung von Strassenbaunormen, mit der Wahl hoher Projektierungsgeschwindigkeiten wieder zu bremsen? Wieder das Mass am Menschlichen zu nehmen, den Automobili- sten wieder zu einem langsameren und ange- 
passten Fahren, vor allem auch innerorts, zu erziehen? Warnende Beispiele, wie man es nicht machen sollte, haben wir auch in Liech- tenstein in jeder Gemeinde genügend.
        

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