Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_12/16/
nentau, ein zartes fleischfressendes Pflänz- chen, das mit der Kultivierung des Maurer Rietes aus dem Alpenrheintal verschwand. Auch die kleinen Seiten- und Wiesengräben boten letzte Zufluchtsorte aussterbender Sumpfpflanzen, so etwa die kleinblütige Form der Weissen Seerose, die einst im Maurerriet kaum in einem Riedgraben fehlte. Ihr letzter 
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16 Pflanzenwelt des Riedes November 1982 Wer war Josef Murr? 
  «Mag es auch für den Anbau noch so erwünscht sein, vom Standpunkt des Heimatschutzes ist es sehr zu bedauern, dass die Austrocknung der ausgedehnten Flächen, über die sich einst der Rheintalgletscher hinzog, bereits ausserordentlich weit vorgeschritten ist. Gar verschiedene kli- matische und geobotanische Perioden sind seit dem Ende der letzten Eiszeit über diese Gefilde hinweggegangen. Das kam mir heuer bereits am 9. März zum Bewusstsein, als ich an der Grenze in Hub-Schaan- wald die Moose einer Sumpfwiese näher in Augenschein nahm. Es waren 16 Arten, die ich an einer beschränkten Stelle auflas. Nur sechs davon waren ausgesprochene Sumpfmoose, fünf weitere dagegen Hei- denmoose und fünf Waldmoose mit subalpinem Charakter. So war also auf den Gletscher Sumpf, Wald, Steppe, dann wieder Sumpf und Wiese gefolgt; von jeder Periode sind letzte Reste zurückgelieben, die heute in friedlicher Eintracht, nur vom Forscher erkannt, neben einander hausen.» Diese Zeilen beginnen einen vierteiligen 
Auf- 
und Hangwassereinfluss durch das Wachsen satz in der Ausgabe vom 8. Oktober 1921 im des Torfmooses herausragten. Auf diesem Liechtensteiner Volksblatt, er ist gezeichnet Moortyp gab es Arten wie der mittlere Son- von Josef Murr. Wer war Josef Murr? Gebo- ren wurde Murr 1864 in Brixen als Sohn eines Schulinspektors. Er studierte in Innsbruck, wo er bereits als Schüler 1881 seinen ersten Aufsatz in der österreichischen botanischen Zeitschrift veröffentlichte. In unseren Raum kam Murr 1906. Er unterrichtete bis zu seiner Pensionierung 1923 am Staatsgymnasium Feldkirch, bevor es ihn wieder nach Tirol zog. Murr setzte in Feldkirch die botanische Tradi- tion vieler Lehrer der Stella Matutina und des Staatsgymnasiums fort, indem er sich intensiv der botanischen Erforschung der Region wid- mete. Was lag näher als regelmässige Besuche in den Grenzraum Tisis-Hub-Maurerriet, der in den 1920er Jahren noch weitgehend ein Moor darstellte. Murr erzählte uns direkt und über viele Planzenvorkommen indirekt über die ehemalig im Maurerriet herrschenden Ve- getationen. Nur im Maurerriet gab es damals für Liechtenstein Anklänge an Hochmoore, sog. Übergangsmoore, die aus dem Grund-
        

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