Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
11
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_11/6/
Seite 6 Juni 1982 
Vogelwelt Der Rhein kann in verschiedene «ökologische Nischen» unterteilt werden. Ein Querprofil durch den Alpenrhein (vgl. Abb. auf Seite 7) zeigt, dass den einzel- nen Lebensräumen entsprechend verschiedene Artengruppen zugeordnet werden können. Trockene bis halbtrockene Magerwiesen, Blockfluren, Kies- und Sandinseln sowie Flachwasserzonen sind alles Lebensräume, die in den vergangenen Jahrzehnten bis auf kleine Reste in unserer Gegend verschwun- den sind. Für viele Vogelarten bedeutet deshalb der Rhein ein Refugium: für die einen als Nahrungs-, für die anderen als Brutraum. Diese Aussage wird durch die Tatsache unterstrichen, dass rund ein Achtel aller in unserer Region seit 1971 festgestellten Arten nur in diesen besonderen Räumen des Rheines, ein weiteres Achtel hauptsächlich hier beobachtet wurden. Das heisst, dass knapp ein Viertel der bei uns festgestellten Arten auf den Rhein als Hauptauf- enthaltsraum angewiesen sind! Im Winter sind die stehenden Gewässer un- serer Region oft zugefroren. Die Wasservö- gel, die bei uns überwintern, sind aber auf eisfreie Wasserflächen, vor allem Fliessge- wässer, angewiesen. So können auf dem Rhein in den Wintermonaten Blässhühner, Zwergtaucher, Gänsesäger sowie grosse An- sammlungen von Stock- und Krickenten be- obachtet werden. Auf allen Rheinabschnitten ist die Wasseramsel schwimmend oder tau- chend zu sehen, auf den Sand- und Kies- inseln trippeln Wasserpieper nahrungssu- chend umher. Sobald die Tage im Februar/ März wärmer werden, setzt ein intensiver Vo- gelzug ein, speziell von Enten — wie Knäk-, 
Schnatter-, Tafel-, Reiher-, Löffelenten — als häufigste Vertreter in dieser Periode. Insge- samt konnten in den letzten zehn Jahren 16 Entenarten auf dem Rhein nachgewiesen werden! Es ist auffallend, dass sie alle neben dem Wasser als Nahrungsraum auf die Kies- inseln als Ruheplätze angewiesen sind. An- fang Frühling vollzieht sich der Vogelzug in grossem Umfange. Es können in den Mona- ten März bis Mai am Rhein alljährlich eine ansehnliche Zahl von Watvögeln, Greifen und Insektenfressern beobachtet werden. Sie alle sind nach einer anstrengenden Alpenüber- querung darauf angewiesen, geeignete und ungestörte Räume für Futtersuche und Ruhe zu finden. Auf den Kies- und Sandinseln sind es Grün- und Rotschenkel, Flussufer- und Waldwasserläufer, die nach Insekten sto- chern, auf den Vorgründern spähen Stein- 
schmätzer, Hausrotschwanz und Bachstelze nach Beute, die sie in kurzem Fluge erha- schen, auf den Trockenwiesen suchen Wie- dehopf und Baumpieper und über dem Rhein Fortsetzung auf Seite 7
        

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