Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
11
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_11/5/
Josef Biedermann, Planken Studium der Biologie an der Universität Fri- bourg. Seit 1970 Biologielehrer am Liechten- steinischen Gymnasium, Vizepräsident der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umwelt- schutz, Hobby: Erforschung der einheimi- schen Insektenwelt, insbesondere Tagfalter und Libellen. 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Insekten 
Seite 5 Weibchen legen die Eier auf die künftigen Futterpflanzen der Raupen. Im Mai kann man dies bei sonnigem Wetter auf dem Mau- erpfeffer — vor allem in den offenen Damm- stellen in der Nähe der Krone — beobachten. Die dicken, walzenförmigen und sammet- schwarzen Raupen, mit auffallenden roten Flecken  auf beiden Seiten, verpuppen sich anschliessend in einem lockeren Kokon am Boden. Der Schwalbenschwanz (Papilio ma- chaon) — ein weiterer Grossfalter — ist auf bestimmte nektarspendende Blütenpflanzen am Rheindamm angewiesen; die Schwalben- schwanzraupe ernährt sich von der Mohrrübe (Daucus carota) und von anderen Doldenge- wächsen. Neben diesen beiden attraktivsten Tagfaltern fliegen noch etwa 40 mittlere und kleinere Tagfalterarten. Am bekanntesten sind: Zitro- nenfalter (Gionepteryx rhamni), Aurorafalter (Anthocaris cardamines), Schachbrett (Me- lanargia galathes), Grosses Ochsenauge oder Kuhauge (Maniola jurtina), Rundaugen- Mohrenfalter (Erebia medusa), Mauerfuchs (Lasiommata megera), Distelfalter (Vanessa cardui), Kleiner Fuchs (Alais urticae), Tag- pfauenauge (Inachis io). Auffallend sind auch die Bläulinge (Lycaenidae) und die Widder- Rheindamm für einige Insektenarten den letz- ten Rückzugsstandort dar. Die Schmetterlinge verbringen schon ihr Lar- venstadium am Rheindamm: sie fressen von den dort vorkommenden Futterpflanzen. Einige Raupen sind auf ganz bestimmte Pflan- zen spezialisiert und können sich nur von deren Blättern ernähren, andere Raupen fres- sen an verschiedenen Pflanzen. Die Raupe des prächtigen 
Apollofalters 
(Par- nassius apollo) lebt z. B. auf Mauerpfeffer (Sedum album). Dieser grosse Ritterfalter fliegt von Ende Mai bis anfangs September relativ schwerfällig dem Rheindamm entlang und saugt gerne an verschiedenen Blüten. Die 
chen oder Blutströpfchen (Zygaena spec.). Relativ leicht kann man auch die farbenpräch- tigen Raupen des 
Wolfmilchschwärmers (Dei- lephia euphorbiae) — ein Nachtfalter — finden. Wie alle Schwärmerarten haben ihre Raupen ein «Horn» am Hinterleibsende. Sehr schön sind auch die Raupen des Kleinen Nacht- pfauenauges (Saturnia pavonia), dessen Rau- pen sich u.. a. von den Blättern des Wiesensal- beis (Salvia pratensis) ernähren. Es sind jedoch nicht nur Schmetterlinge, die am Rheindamm Nahrung, Verstecke und Fortpflanzungsmöglichkeiten finden. Ebenso interessant sind Hautflügler (Hummeln, Wes- pen usw.), Käfer und Heuschrecken.
        

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