Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
11
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_11/3/
Liechtensteiner Umweltbericht 
Pflanzenwelt Seite 3 Die botanische Bedeutung des Rhein- dammes Die Wiesen in unserer Tallandschaft wurden durch den Menschen geschaffen. Der weitaus grösste Teil wird heute intensiv bewirtschaftet und durch Düngen ertragreicher gemacht. Die ehemals bunten Blumenmatten haben sich dadurch in einförmig sattgrüne Grasflä- chen verwandelt. Solche Wiesen sind biolo- gisch und ästhetisch monoton. Magerwiesen, die nicht oder kaum gedüngt werden, können sich bei uns meist nur noch als Restflächen an steilen Waldrändern, an schlecht zugängli- chen Halden, felsigen Orten oder auf Fels- bändern erhalten. Einen gewissen Ersatz bie- ten allenfalls Strassenböschungen und Däm- me. Die Oberfläche bildet dort häufig keine geschlossene Pflanzendecke und lässt Licht und Wärme eindringen. An diesen Stand- orten können sich viele seltene licht- und wär- mebedürftige Pflanzen und Tiere halten. In einer natürlichen Folge vom offenen Stein- wuhr bis zur geschlossenen Pflanzendecke hat sich hier eine bunte Vielfalt von kostbaren Pflanzenmustern herausgebildet. 
Viele Pflanzen  konnten sich an den Rheindamm flüch- ten, das Ursprungsvorkommen besteht häufig nicht mehr. So hat die Flora des wasserseiti- gen Rheindammes heute regionale Bedeu- tung bekommen. Die landseitige Böschung ist meist durch starke Düngung oder Schafbewei- dung uninteressant geworden. Die Zuwanderung der Pflanzen geschah hautpsächlich von Süden her, andere wurden von den Alpen heruntergeschwemmt und be- siedeln hier beachtenswert tiefe Standorte. An dritter Stelle sind sogenannte Ruderal- pflanzen zu erwähnen, darunter versteht man jene Pflanzengemeinschaften, die sich an un- bebauten Orten bilden. Nicht zu vergessen sind die Ackerunkräuter, die durch intensive chemische Bekämpfung zum Teil völlig ver- schwunden sind. Auch «Neueinwanderer» ha- ben sich in den letzten Jahrzehnten hier ange- siedelt und stellen zum Teil einen schönen Schmuck des Rheindammes dar. Zwischen den Steinen bilden Moose und Flechten klein- flächige Mosaike. 
Es seien nachfolgend einige Pflanzen ge- nannt, die nur noch an wenigen Stellen vor- kommen, wobei der Rheindamm in deren Verbreitung eine wichtige Rolle spielt, so z. B. die Echte Ochsenzunge oder der Feld- beifuss und das Sand-Hornkraut. Diese Pflan- zen sind derzeit nur bei Balzers an der Was- serseite des Rheindammes nachgewiesen. Zu erwähnen sei auch, dass unsere stattliche Hummelragwurz am Rheindamm hüben und drüben ihre bedeutsamsten Vorkommen in der Region besitzt. Mit ihrem Erlöschen hier wäre wohl der Bestand im Alpenrheintal überhaupt bedroht. Schon Prof. Murr — ein bedeutender Feldkir- cher Botaniker — fand den Rheindamm in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts interes- Fortsetzung auf Seite 4
        

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