Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_10/8/
digt. Damit ist das natürliche Entstehen grös- serer Wasserflächen verunmöglicht und die- se Lebensräume sind zudem durch Verlan- dung der Gewässer selten geworden. An die- se Standorte sind aber viele Tiere und Pflan- zen gebunden; so etwa die Seerose, viele Wasservögel und zur Fortpflanzung die Lur- che. Um auch dieser Vielfalt eine Existenz- 
Seite 8 Naturschutzgebiet April 1982 Die Bedeutung dieses durch die Landstrasse Schaan-Nendeln, die OeBB-Linie und die Forst- sowie die Nendlerrüfe eingegrenzten, kompakten Gebietes wurde relativ früh von den Behörden erkannt. Bereits 1961 konnte in der Regierungszeit von Dr. hc. Alexander Frick, zeitlich gemeinsam mit dem Gampriner Seelein, das erste liechtensteinische Naturre- servat unter Schutz gestellt werden. 1975 erfuhr das Reservat mit dem Einbezug des Unterlaufes der Nendler Rüfe noch eine Er- gänzung. Die Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes wird seit den frühen 1970er Jahren von der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft inten- siv durchforscht. Bis heute konnten knapp 500 Pflanzenarten und damit rund ein Drittel der im Lande vorkommenden Arten auf die- sen rund 55 ha nachgewiesen werden. Rund 50 Prozent aller als gefährdet geltenden Pflanzenarten der Feuchtgebiete kommen hier vor. Damit ist das Ried vor allem aus botanischer Sicht von überregionaler Bedeu- tung. Alle Riedstandorte verdanken ihre Existenz dem Menschen und seiner Pflege. Der ein- malige Schnitt der Streue — ohne weitere Düngung oder Entwässerung — verhinderte über Jahrhunderte das Aufkommen von Wald. Ohne diese Garantie des jährlichen Streueschnittes würde der Wald in Kürze auf- kommen. Darum müssen die Riede gepflegt werden. Früher haben zudem der Rhein und die Rüfen noch landschaftsgestaltend ge- wirkt. Diese Ereignisse haben immer wieder Tümpel und Weiher entstehen lassen, so 
letztmals 1927 nach der katastrophalen Rheinüberschwemmung das Gampriner See- lein, das wir wohl alle nicht mehr missen wollen. Bei den gegebenen hohen Nutzungs- ansprüchen durch den Menschen dürfen sol- che Ereignisse nicht mehr ablaufen. Der Rhein und die Rüfen sind weitgehend gebän- 
möglichkeit weiter zu erhalten, muss der Na- turschutz unter Umständen auch in ein Re- servat gestaltend eingreifen. Naturschutzge- biete dürfen deshalb nicht sich selbst überlas- sen, sondern müssen jedes nach seinem er- kannten Inhalt individuell gepflegt und gestal- tet werden.
        

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