Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_10/12/
Gedanken zur Naherholung in Schaan 
Seite 12 Raumordnung April 1982 Naherholungsgebiet kann im Zei- chen der Motorisierung recht un- terschiedlich definiert und ver- standen werden. Als Grobdefini- tion für diesen Artikel soll das Schaaner Gemeindegebiet ohne Alpen gelten. In optimistischen, fast salbungsvollen Berich- ten über unsere Region wird vielfach von einer heilen, naturbelassenen, friedlichen Welt gesprochen, von einer Landschaft, die ohne wesentliche Eingriffe geblieben ist und quasi als Paradies gelten kann. Zumindest die aufmerksamen und älteren Einwohner wer- den mit dieser Situationsanalyse nicht einver- standen sein. Die Zersiedelung und auch Verbetonierung der Landschaft ist längst Tatsache geworden, wenn auch andererseits wiederum positive Entwicklungen vorhanden sind. Ich denke da- bei an die Anlage der Windschutzstreifen in unserer Talebene. Es ist müssig, die sogenannte heile Umwelt vergangener Jahrzehnte zu beklagen. Eines darf aber festgehalten werden: die Landschaft der älteren Generation hatte einen unver- gleichlich höheren, vielfach unbewussten Wert. Ich denke dabei an die Möglichkeiten der Jugend, sich auf ihre Art die Natur eigen zu machen und zu erleben und an den daraus resultierenden Wert des Ausgleichs oder der Ergänzung zur Schule und zum Elternhaus. Die Meinung und die Vorstellung der Bevöl- kerung zu unseren Naherholungsräumen ist 
kaum erfasst und prägt nur beschränkt das Bewusstsein der politischen Gremien und auch der Bevölkerung selbst. Zu erwähnen sind doch als negative Beispiele die wilden oder zweckentfremdeten Bauten ausserhalb der Bauzonen, die — teils revidierten — Anre- gungen und Beschlüsse, noch dieses oder je- nes Grundstück kurzfristig zu erschliessen (z. B. Neugrüt, Galina) oder auch der Druck auf die besten Landwirtschaftsböden in der Talebene resp. damit verbunden die individu- elle Spekulation. Ich denke dabei auch an die vielen «schönen» privaten Gärten oder an die öffentlichen Anlagen mit all den exotischen Standardpflanzen, oder an den Verlust der Höfe älterer Bauernhäuser. Die Bevölkerung von Schaan muss sich doch Gedanken ma- chen, wie mit unseren Restbeständen von Na- turoasen und Erholungsgebieten inmitten un- serer Wohnlandschaft und Intensivlandwirt- schaft umgegangen wird. 
Für viele Pflanzen und Tiere bedeuten diese Naturoasen die letzte Rückzugsmöglichkeit, die letzte Überlebenschance. Wie auch immer unsere Bevölkerung damit umgeht und umge- hen wird, sie stellt sich dabei ein Zeugnis aus, ein Zeugnis auch der aktuellen Wertschät- zung und der zukünftigen Wertschätzung für die nächsten Generationen. Der Druck auf unsere Naherholungsgebiete ist gross, hierfür ein Beispiel: Der frühere Duxplatz ist flächen- mässig eingeschränkt worden, einerseits durch Parkplätze auf der Nordseite, durch die Erschliessung mittels Wege, durch die Auf- forstung im oberen Teil, durch Sportanlagen. Dies hat sicher auch positive Aspekte. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Forde- rungen nach noch mehr Parkplätzen ein Poli- tikum wird. Dem aufmerksamen Beobachter ist ein drastischer Rückgang der Flora des Duxplatzes auch nicht entgangen. Warum sich nicht Fragen stellen? Zur Gestal- tung der Umgebung von öffentlichen Anla- gen, zu Strassen und Hinterhöfen als lebens- freundliche Umwelt, zu unseren Fliessgewäs- sern als zugänglicher Erholungsraum, zu un- seren Rheinauen und bergseitigen Waldrän- dem als Erholungsraum und Refugium einer eigenen Pflanzen- und Tierwelt. Es gibt keine fertigen Rezepte. Nur eine akti- ve Haltung der Bevölkerung gewährleistet eine Beachtung, ein Bewusstsein für unsere Naherholungsgebiete.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.