Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1982
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_10/10/
Seite 10 Heimatschutz 
April 1982 Können diese Quartiere eine Art «Schaaner Charakter» bekommen? Die ständigen Veränderungen im Dorfleben durch Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung verändern auch das Bild oder Gesicht unseres Dorfes. Jeder beobachtet selbst mit Freude, Missmut oder Gleichgültigkeit diese Veränderungen. Wir können heute nach vielen Jahren rasanter Entwicklung folgende Bilanz ziehen: Der Dorf- kern wird zu einem modernen Geschäftsviertel und parallel dazu ver- kommt die alte Wohnbebauung. Das Wohnen im Dorf scheint un- attraktiv geworden zu sein. Dafür ging der Bautrend der letzten Jahr- zehnte möglichst weit weg von der Dorfmitte. Während also das historisch gewachsene Dorf seinen Charakter tendenzmässig verliert, entstehen Neubauquartiere, denen es an Leben mangelt. Waren noch vor kurzem Namen wie «Säxler», «Dörfler», «Speckner» etc. bekannte Begrif- fe, so hört man sie heute schon weniger. Noch weniger jedoch gibt es Worte wie «Neugüat- ler», «Bartledürler», «Gapetschler». Früher identifizierte sich der Quartiersbewohner mit diesen Namen, sie waren ein Stück Heimat. Heute bewundern wir zu recht die Atmosphä- re alter Dorfteile. Die Höfe und Plätze, die engen Gassen und die sehr unregelmässige Bauerei der Vorfahren gefallen uns. Auch in Schaan ist bei genauerem Hinsehen noch ge- rand, aber nahe den Geschäften, Busverbin- dungen, der Schule, der Kirche, den Wirt- schaften etc. Vorteile und Nachteile halten 
Wohnliche Strasse in der Dorfmitte nug vom alten Dorf erhalten. Leider werden viele alte Häuser dem Verfall überlassen und die Höfe oft mit Gerümpel gefüllt oder abge- sperrt. Sicher kann man aber auch im Dorf- kern anspruchsvollen Wohnungsbau errich- ten. Man lebt dann zwar entfernt vom Wald- 
sich die Waage. Mehr Wohnungen in der Dorfmitte heisst mehr Leben und auch mehr Pflege. Dazu gibt es weniger Druck hin zum Waldrand, verbunden mit weniger Infrastruk- turleistungen der Gemeinde. Ein Dorf, das im Kern ein gesundes Leben zeigt, hat ein Zentrum, eine Mitte. Ich glaube darum, zentrumsnahes Wohnen sollte mit allen Mitteln wieder gefördert werden. Die neue Bebauung soll sich in der Form und Architektur dem alten Dorf anpassen. 
Häu- serformen, 
Beläge, Beleuchtung, aber auch Höfe und Plätze zur Erschliessung gehören zu dieser Anpassung.
        

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