Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
1
Erscheinungsjahr:
1978
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_1/3/
Spitzenreiter 
aller Umweltreklamationen stellt die Abfallverbrennung im Freien dar. Eigent- lich verwunderlich, ist doch auch hier die gesetzliche Regelung recht klar. Verordnung vom 3. September 1974 über die Abfallverbrennung im Freien Aufgrund von. Artikel 6 Absatz 2 
des Gesetzes vom 28. November 1973 über die Massnahmen gegen die Luftver- unreinigung durch Feuerungsanlagen, LGB1. 1974 Nr. 3, verordnet die Regie- rung: Art. 1 1) Das Verbrennen von festen, flüssigen und gasförmigen Abfällen im Freien ist untersagt. 2) 
Land- und forstwirtschaftliche Abfälle sowie Gartenabfälle dürfen ausnahms- weise im Freien verbrannt werden, so- fern durch das Verbrennen dieser Ab- fälle nach Umfang und Beschaffenheit keine Belästigung der Umgebung zu erwarten ist. Umwelt-Notruf Seit einigen Jahren ist in verschiedenen deutschen Bundesländern ein Umwelt- Notruf in Betrieb, welcher Beschwerden über Umweltangelegenheiten entgegen- nimmt, konkret anstehende Probleme überprüft und wenn nötig juristisch ver- folgt. So weit sind wir noch nicht. Im- merhin ist es aber möglich, bei der LGU (Tel. 2 52 62) über Umweltfragen Rat- schläge zu erhalten. In einer Zwischen- bilanz über die eingegangenen Anrufe- oder Briefe zeigt sich, dass Klagen über Luftverunreinigung (durch Abfallver- brennung, Gewerbe und Industrie) und Geruchsbelästigungen am häufigsten sind. Schädigungen von Natur- und Landschaft treten an zweiter Stelle auf, während Missstände bei der Abfallbe- seitigung und Gewässerverschmutzung eher von untergeordneter Bedeutung scheinen.   Nebst der Beratung bei Umwelt-Miss- ständen ist die LGU auch gerne bereit, Materalien aus ihrer umfangreichen Dokumentation — z. B. für Schulen - abzugeben. Insbesonders Auskünfte über unsere liechtensteinischen Natur- schutzgebiete werden des öfteren ange- fordert. 
Juni 1978 
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Umwelt-Bericht Abfallverbrennung im Freien Der Dauerbrenner unter den Frühlingsaufrufen Neben den regelmässigen Aufrufen zum Schutz der Weidenkätzchen als erste Bienennahrung, dem Schutz der ersten Frühlingsboten — dem Schneeglöck- chen -- gilt der dritte Appell den Böschungen, die nicht abzubrennen sind. Wenn der Vorfrühling sich ankündigt, die Tage länger werden und die Sonne wieder wärmt, dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo unsere Böschungen, Bachufer und Raine wieder brennen. Es sind in der Regel nicht nur Buben, die dies bewerkstelligen, sondern gestan- dene Männer, die meinen, «man habe es immer so gemacht». Seit 1933 ist im liechtensteinischen Na- turschutzgesetz in Art. 21 verankert: «es ist verboten, in der freien Natur Hecken, Feldgehölze, lebende Zäune zu roden, abzubrennen oder abzuschnei- den, ebenso die Vegetation auf Feld- rainen, Rheindämmen und ungenutzten Boden abzubrennen». Der Gesetzgeber hat diesen Passus schon damals sehr be- gründet eingebracht, weil in der Regel der Schaden durch Flämmen unver- 
gleichlich grösser ist, als ein allfällig zu entbehrender Pflegeeingriff durch das Mähen dieser Böschungen. Wenn sich die «Brandstifter» die Mühe nähmen, nach dem Abbrennen der Bodenober- fläche auch die Opfer zu zählen, so wäre der Schaden an der Natur, vor al- lem an Helfern bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung, für jedermann als sehr gross zu bemessen. Es sind damit die Igel, Eidechsen, Amphibien, Laufkäfer und Puppen unzähliger weite- rer Raubinsekten gemeint, die uns alle im 
Kampfe gegen Schadinsekten helfen.   Gerade in der intensiv ausgeübten Landwirtschaft im Talraum bilden Ge- büsche und Feldraine die letzten Rück- zugsstellen zur Ueberwinterung der Kleintierwelt. Diese letzten nicht be- wirtschafteten Flecken inmitten der Ackerkulturen sind für die Stabilität des Naturhaushaltes von Bedeutung. Sie gilt es deshalb vor oft gedankenlos ent- fachtem Feuer zu bewahren. Es ist deshalb der Appell an alle gerichtet, die es angehen mag, das Flämmen der Bö- schungen im Interesse der Naturerhal- tung zu unterlassen!
        

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