der durch 42 Jahre der ganzen Schule in ihrer Frühzeit das Gepräge gegeben hat. 
Vor ihm unterrichteten nacheinander drei Lehrer aus dem Schwabenland. 
Zehn Jahre nach der Gründung ist die Schülerzahl auf 4 gesunken, angeblich, 
weil man die Anforderungen zu hoch gestellt hatte. Im Landtag wurde die Auf- 
hebung der Schule erwogen, aber dann der Lehrplan reformiert, und langsam 
ging es wieder aufwärts. 1872 trat das erste Mädchen ein — heute sind es 65. 
Ein zweiter Wohltäter der Schule, Ing. Carl Schaedler, stiftete 60 000 Kronen 
für die Schule, damit sie um zwei Klassen erweitert werden könne. Auch 
er war ein Menschenfreund wie Dr. Graß. Wenn auch das Stiftungsvermögen bald 
dem Währungszerfall zum Opfer fiel, so war sein Ziel doch erreicht: In einer 
dreiklassigen Schule mit 3 Lehrpersonen konnte eine solide Ausbildung geboten 
werden. Wie bei der Gründung Dr. Graß den entscheidenden Schritt tat, so beim 
Ausbau Ingenieur Schaedler, der, von einem großen Bahnbau in Venezuela zurück- 
gekehrt, auch der Gemeinde durch die Schenkung des Marktplatzes einen großen 
Dienst erwies. Vaduz verlieh ihm 1896 das Bürgerrecht. 
Anfangs wurde die Schule nur ein Jahr lang besucht, dann mehrheitlich durch 
zwei Jahre, aber immer noch war nur Reallehrer Fidel Ospelt tätig, bis 1910 
Kanonikus J. B. Büchel, 1913 Prof. Dr. Eugen Nipp und 1914 nach der Pen- 
sionierung von Reallehrer Ospelt Prof. Gustav Schádler an die Schule kamen. 
Durch 52 Jahre war die Vaduzer Volksschule die Herberge für die Landes- 
schule. roro erfolgte die Übersiedlung in ein eigenes Heim, das auf dem Platze 
des ehemaligen Gaststalles der fürstlichen Taverne steht und 1866/67 als Land- 
gerichtsgebáude mit Landtagssitzungssaal erbaut wurde. 
Es ist ein weiter Weg von der Gründung der Schule bis zum heutigen Stande 
mit 142 Schülern und 6 Lehrkriften. Nun wird das Haus zu klein für die Jugend, 
die kommt, um an der Realschule ihr Rüstzeug zu holen für die Berufsausbildung 
und weiteres Lernen. 
Das Collegium Marianum 
Im Jahre 1937 gründeten die Maristen-Schulbrüder in Vaduz ein achtklassiges 
Realgymnasium, in dem 1943 die erste Reifeprüfung mit staatlicher Anerkennung 
abgehalten wurde. In den zehn Jahren bis 1953 haben sich hier 3o junge Liechten- 
steiner das Recht zum Hochschulstudium erworben. 
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