Vaduzer Geschlechter 
Wer sich für Familiengeschichte interessiert, sei auf das Vaduzer Familienbuch 
hingewiesen, das von hochw. Herrn Pfarrer Tschugmell in genauester Kleinarbeit 
zusammengestellt ist und so weit als irgend möglich die Stammbäume der Vaduzer 
Familien enthält, sowie auf seine wertvolle Arbeit über die Vaduzer Geschlechter. 
Jeder Mensch ist sich der Vergänglichkeit seines Lebens bewußt, aber wer ein 
Freund der Geschichte ist, wird aus ihr lernen, daß Völker und Geschlechter unter 
demselben Gesetze des Werdens und Vergehens stehen wie der Einzelne. 
Eine Zeugenunterschrift von 1237 ist alles, was wir von den Herren von 
Schalun an festem Wissen besitzen; das Geschlecht der Vaistli, um 1300 im Besitz 
des Zehenten von Schaan und Vaduz und im „Roten Haus“ seßhaft, ist um 1500 
schon ausgestorben, und mehr als die Hälfte der Vaduzer Geschlechter des Steuer- 
buches aus dem Jahre 1584 ist erloschen oder lebt nicht mehr im Lande. Ge- 
schlechter kommen, Geschlechter vergehen. 
Wir wollen einen Blick auf die Geschichte der Vaduzer Familien werfen, 
soweit sie Allgemeininteresse hat, und teilen sie in drei Gruppen: ı. Die ältesten 
Geschlechter, erstmals erwähnt bis 1584. In diesem Jahre werden alle Familien im 
Lande in einem „Legerbuch“ (Steuerverzeichnis) erfaßt. 2. Die Familien bis 1718. 
Bei der Huldigung an das Fürstenhaus von Liechtenstein werden vollständige 
Untertanenlisten angelegt. 3. Familien, die nach 1718 ins Dorf kamen. 
I. Bis 1584 
Wolf. Wir dürfen diesen Namen aus zwei Gründen an die Spitze unserer 
Betrachtung stellen, einmal, weil die Familie als erste mit Sicherheit in Vaduz 
feststellbar ist, und dann auch, weil sie dem Dorfe besonders treu ist — leben doch 
nur in Vaduz, in keiner anderen Gemeinde des Landes, Tráger dieses Namens. 
Fünfmal wurden Angehórige der Familie ins Landammannamt gewählt; Jörg 
Wolf war es wohl 20 Jahre. Als Schulmeister, Zóllner und nun schon lange als 
Mesner und Bácker spielen sie im Dorfleben eine vielfáltige Rolle. 
Hilti. Mit Landammann Thomas Hilti, der sein Amt in der schweren Zeit des 
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