Drängten sich in die Gelasse und sprengten mit Waffen die Türen, 
Hohen Gemächer und Kisten und Kasten voll edler Metalle, 
Schleppten die Kleider zusammen und Haufen gemünzten Erzes, 
Leerten den Schatz und trugen das Gold und das Silber von dannen. 
Was sie zu schleppen vermochten, das wurde geraubt und geplündert. 
Grausam war das Getriebe in all den Gemächern des Schlosses. 
Denn noch hatten die Führer sich über den Preis nicht verständigt. 
Wütend warfen die Scharen nunmehr den Brand auf die Dächer; 
Herrliche Schätze verwandelten sie mit dem Schlosse in Asche. 
Hier war Getreide des Kaisers, und Fleisch und auch Kleidung in Fülle. 
Und was an Vorrat lag in den Häusern, die prächtigen Betten, 
Sämtlicher Hausrat auch, den das Volk in der Angst vor dem Kriege 
Hieher geflüchtet, und Becher und funkelnde Weine die Menge: 
All das wurde den Flammen geweiht und verzehrt von dem Feuer. 
Wolfhart und Ludwig von Brandis werden gefangen nach Luzern abgeführt, 
im Austausch aber nach drei Vierteljahren wieder freigelassen. Im Keller der Burg 
findet eine Gruppe von Plünderern ein grausiges Ende: 
  
  
Dreizehn zechende Mánner ergaben inzwischen im kühlen 
Kellerraum sich dem frohen Genusse des kóstlichen Weines, 
Frisch mit gewaltigem Kruge entschópften sie ihn den Gefäßen, 
Als obs der Feier der bacchischen Orgien gelte; sie lehnten 
Sich an die Fässer; da bebte die Mauer und stürzte zusammen. 
Tief in dem Wein sie begrabend, inmitten der Gaben des Bacchus, 
Gossen die Zecher die trunkene Seel’ aus im süßen Getränke. 
Dieser da schlürft noch im Sterben das Naß und ein Anderer gibt es 
Wieder mit Blut von sich, und verspritztes Gehirne vermischt sich 
Unter dem Faß mit dem Weine; der Schenk fällt, tödlich getroffen. 
So war der Frevel gebüßt und die Fässer befleckt mit der Lache. 
Atmend noch seufzte ein Greis: O hätt’ ich doch froh vor dem Tage 
Und vor dem Todesgeschicke die Fülle des Weines genossen! — 
1507 stirbt Ludwig von Brandis, der letzte weltliche Angehörige des Ge- 
schlechtes. Sein Totenschild hängt in der Schloßkapelle. Domprobst Johann von 
Brandis verkauft die Herrschaft seinem Neffen, Graf Rudolf von Sulz. Erschüt- 
ternd ist die Grabinschrift des Probstes: 
  
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