In Tagebuchaufzeichnungen und auf einzelnen Blättern finden wir seine ein- 
fachen Gedichte, die Zeugnisse sind eines kindlich-reinen Gemütes, stillen Humors 
und echter Gläubigkeit, Zeugnisse eines guten Menschen. Es ist kein Zweifel: 
Johann Walch ist ein echter Volksdichter, der eigenartigste, den wir in Liechten- 
stein haben. 
Seine Tagebücher zeigen das äußere, einfache Leben. Der bescheidene Lohn wird 
eingetragen, die noch bescheideneren Einkäufe werden notiert, und das Pflanzen 
eines Baumes oder Sterben eines Haustieres steht neben den Ereignissen der großen 
Welt und der Heimat. Verse sind in den Jahreslauf eingestreut, und hie und da 
verrät eine Bemerkung, wie ihm zumute war, etwa wenn er schreibt: „Es ist Früh- 
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ling, es ist eine Wonne...* und dazu die Stimmen der Vogel in Worte zu fassen 
sucht, oder wenn er notiert: ,Ende der feuchtfrohlichen Torkelzeit. Mit dem 
Probefáfichen aufs Schlofi.* Wir können uns denken, wie er bei den folgenden 
Eintragungen selbst geschmunzelt hat: 
28. I. Sonntag zu Hause, kein Geld. 
30. I. Für 114 Tage 2 Gulden 25 Kreuzer erhalten. 
3.11. Feuerwehrball, 5 Uhr nach Hause. 
Lassen wir uns von Johanns Gedichten durch sein Leben führen. Er nimmt die 
Sense und marschiert durch Schaan aufs Ried, wo am frühen Morgen die Arbeit 
beginnt. Die gute Laune geht ins Gedicht ein. 
Ein Lied vom Leben und Treiben auf dem Ried 
Johann geht aufs Ried hinunter, 
dort die Sens er schwinget munter, 
singt und pfeift mit frohem Mut, 
wenn es ihm gut hauen tut. 
Ist dies aber nicht der Fall, 
dengelt er mit lautem Schall. 
Wieder wuchtig dann aufs neue 
rauschend fährt die Sens durch Streue. 
Stellet drauf der Durst sich ein, 
trinkt er Most und Branntewein, 
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