Herausgeber:
Liechtensteinisches Urkundenbuch I. Teil
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000034814/300/
— 302 — bei Rankweil, ja er vermutete in diesem Orte die älteste Walser- siedlung im Lande, «wahrscheinlich die Pflanzanstalt für die grösseren Ansiedlungen im 
Gebirge». Fast alle Werke zur Geschichte der Walser- siedlung sind dieser Meinung bis in die jüngste Zeit gefolgt, obwohl weder für die Identifizierung und schon gar nicht für dieses ausser- ordentliche Prädikat die geringsten Beweisgründe vorliegen. Das stets in dieser Form genannte Salex kann sprachlich nicht mit Salegen zusammengebracht werden; nirgendwo im Lande sind an ähnlich gebaute, korrekte romanische Namen derlei Kasusendungen angefügt worden. — Wichtiger wäre schon damals gewesen, unter der Heran- ziehung der Form Sologen die reine Überlieferung des Namens her- zustellen. Der Abschreiber hat viele Lesefehler gemacht, aber nur bei bestimmten, für ihn schwierigen Buchstaben, a oder e wurden in den zahlreichen Fällen, wo sie vorkamen, stets richtig wiedergegeben, e also niemals durch o ersetzt. Dagegen machte er viele Fehler beim o, das dann als e gelesen wurde. So schreibt er viermal Peppers statt Poppers, Eberhaid statt Oberhaid, Testers statt Tosters u. a. Aus diesem Tatbestand muss geschlossen werden, dass «Sölogen» unver- fälscht ist, daneben aber gleichberechtigt «Salogen» -steht. Das ist sprachlich bei Silben vor dem Ton durchaus in Ordnung. Damit kann es sich nur um Sareuen — Saroja (Alpe und Pass) an der Grenze von Liechtenstein gegen Frastanz handeln. Romanisches j und aleman- nisches g entsprechen sich in vielen Namen. Auch der Urkunden^ beweis lässt sich erbringen. Laut Urkunde von 1319 November 10 errichtete damals Herzog Leopold von Österreich in seinem und seines Bruders König Friedrichs Namen einen Landfrieden zusammen mit den Städten Zürich, Konstanz, St. Gallen und Schaffhausen, wobei er einen weiten Bereich der habsburgischen Interessensphäre um- schreibt, von der Westschweiz bis zum Land am Arlberg. Die Grenze soll, gehen von Kaufbeuren zur Winterstaude, zur Ruggsteig, nach Ems (Hohenems), von dort an-den «Airberg zu dem crutze, von dem crutze an dem Alrberch die rihti untz an den Soloyen,- von dem Soloyen untz gen F a d u t z e , von Fadutz die rihti gen Guten- berch, von Gutenberch die rihti gen 
Walastat..» (Abdruck im Urkundenbuch der Stadt u. Landschaft Zürich, 12. Bd., S. 230, n. 3632a). P. Kläui, der Bearbeiter erklärt in Anm. 4 Soloyen als «Saloyen-Alpe in der Gemeinde 
Vandans» was aber ganz unmöglich ist; die- Alpe in Vandans heissi nämlich Salomen — Sallonga; ausser- dem stimmt der Artikel nicht und auch geographisch eignet sich diese Alpe nicht als Grenzpunkt neben den andern markanten Stellen. Nur der Sarojapass fügt sich richtig in den Grenzverlauf ein. Saroja ist auch Grenzpunkt des vaduzischen Wildbanngebietes; darüber siehe n. 21 des Liechtensteinischen Urkundenbuches 1/3. — Zu Saroja passt schliesslich die Reihenfolge der Aufzählung im vorliegenden Urbar, da ein Zins von Frastanz unmittelbar vorausgeht.
        

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