Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000033523/92/
Tor.8 Für die vorliegende Arbeit erscheint die Unterscheidung zwischen politischer Partei und Wählergruppe nicht zweckmässig und wird nicht verwendet; beide Begriffe werden synonym gebraucht. Im folgenden sei von GRUNERS9 
Parteidefinition ausgegangen: «Par­ teien sind Gruppen von Menschen, die sich deshalb organisieren, weil sie Anhänger sammeln, die politisch ähnlich orientiert sind. Mit deren Unter­ stützung wollen sie politische Entscheidungen beeinflussen (Parlamentsbe­ ratungen, Wahlen, Volksabstimmungen).» In Liechtenstein erfüllen auf Landesebene10 zur Zeit drei Gruppierungen die beiden Kriterien Gruners, die Wahl eines Standortes (Orientierung) und die Gliederung ihrer Anhänger (Organisation): die Vaterländische Union (VU), die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) und die Freie Liste (FL). Die 
Vaterländische Union (Mehrheitspartei in den Jahren 1970-1974 und seit 1978) entstand 1938 aus dem Zusammenschluss der 1918 gegründeten christlich-sozialen Volkspartei mit dem Heimatdienst (einer 1933 gegründe­ ten Bewegung, welche einen Ständestaat unter Ausschluss der politischen Parteien anstrebte).11 Ihre Anhängerschaft setzte sich ursprünglich vorwie­ gend aus Arbeitern zusammen. Dir traditionelles Stammland ist das Ober­ land. Die VU ist als Verein organisiert und hat ihren Sitz in Vaduz. Sie bezweckt die Förderung12: a) der monarchisch-demokratischen Staatsform; b) der christlichen Weltanschauung; c) der politischen Organisation und Aufklärung des liechtensteinischen Volkes; d) der guten Beziehungen zu allen Ländern, insbesondere zu den Nachbar­ staaten; e) der sozialen Marktwirtschaft und f) der kulturellen Eigenart und der Eigenständigkeit des Landes. 8 Regierungschef Hans Brunhart gesteht in der Diskussion am 28.6.1984 (LT Prot 84 II 238) selber ein, dass die Beurteilung der Dauerhaftigkeit ein sehr grosses Ermessen offen liesse. Die vom Abg. Josef Biedermann vorgeschlagene Definition (LT Prot 841154) ist allerdings auch nicht Idarer. 9 GRUNER, Parteien, 135. 10 Auf lokaler Ebene ist die «Überparteiliche Liste Vaduz» von Bedeutung. Die aus dem Kunsthausinitiativkomitee hervorgegangene Partei erzielte bei den Vaduzer Gemeinde­ ratswahlen 1987 auf Anhieb 18 Prozent der Stimmen und gewann zwei Gemeinderatsman­ date. 11 SEGER, Parteien, 76; BATLINER, Parlament, 140. 12 Statuten der VU in der Fassung vom 4.6.1984, Art. 2. 93
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.