Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000033523/283/
düngen «alles Heil über Hitler» oder «mit deutschem Gruss». Vogelsang legte daraufhin die Redaktion und die Parteimitgliedschaft der Union nieder und setzte sich mit Hilfe von Mitgliedern des Vorstandes der Vaterländi­ schen Union ins Ausland ab. In der Folge entflammte eine heftige Diskussion über die Rechtmässig­ keit des Vorgehens von Hoop, da dieser Hausdurchsuchung und Beschlag­ nahme angeordnet hatte, ohne das Regierungskollegium (in welchem auch die VU mit einem nebenamtlichen Regierungsrat vertreten waren) zu infor­ mieren, und da er Regierungsakten hatte veröffentlichen lassen, ohne die Gesamtregierung zu konsultieren. Die Vaterländische Union43, die sich von Vogelsang distanzierte, fühlte sich durch dieses Vorgehen zutiefet verletzt und warf Hoop Verfassungsverletzung vor. Die Bürgerpartei sah staats­ feindliche Kräfte in der VU wirken: nämlich beim ehemaligen Heimat- dienst-Flügel. In der Landtagssitzung vom 12.2.1937 wurde darüber abgestimmt, ob die Abgeordneten mit dem Vorgehen des Regierungschefs einverstanden seien. Den elf Ja-Stimmen der FBP standen zwei Stimmenthaltungen (Wendelin Beck und Basil Vogt) entgegen. Die VU-Abg. Ferdinand Hei­ degger und Otto Schädler hatten sich vor der Abstimmung entfernt. Ein von der VU in Auftrag gegebenes Gutachten von Prof. Walter Burckhard bestritt die Rechtmässigkeit der Handlungen von Hoop.44 Das Anordnen einer Haussuchung hätte in der Kompetenz der Gesamtregie­ rung gelegen. Durch das taktisch zwar verständliche Vorgehen sei die Kompetenzordnung verletzt worden. Gestützt auf Burckhards Gutachten verfasste die VU eine Resolution, in welcher dem Regierungschef politische Einseitigkeit vorgeworfen und seine Demission gefordert wurde. Am 26.4.1937 wurde eine ausserordentliche öffentliche Landtagssit­ zung einberufen. In einer schonungslosen Debatte kritisierte die Vaterlän­ dische Union den Regierungschef, während sich die Abgeordneten der Bürgerpartei geschlossen hinter Hoop stellten. Schliesslich liess der Land­ tagspräsident Pfarrer Anton Frömmelt noch einmal und förmlich darüber abstimmen, ob Hoop noch das «volle Vertrauen» des Landtags geniesse. Der Landtag sprach ihm mit den elf Stimmen der Bürgerpartei bei vier Ent­ haltungen der Unionsabgeordneten das Vertrauen aus. 43 Die Vaterländische Union entstand 1936 durch den Zusammenschluss von Volkspartei und Liechtensteiner Heimatdienst. 44 Vgl. NAWIASKY; Regierungsarchiv, Akte 169/170; WILLE, Wahlrecht, 85. 284
        

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