Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000033523/25/
D. Teü Die parlamentarische Kontrolle und ihre Stellung im politischen System des Fürstentums Liechtenstein Nach einigen grundlegenden Ausführungen zu den Begriffen «Kontrolle» und «Checks and balances» (A.) befasst sich dieser Teil mit (B.) den Orga­ nen im politischen System Liechtensteins, um schliesslich (C.) einen Begriff der parlamentarischen Kontrolle zu entwickeln. A. Das Geflecht von Checks and balances 1. Kontrolle und Checks and balances Die Verfassung verwendet den 
Begriff der Kontrolle nur an einer einzigen Stelle, in Art. 63 Abs. 1: «Dem Landtage steht das Recht der Kontrolle über die gesamte Staats­ verwaltung zu...» Die Frage nach der 
Etymologie des Begriffes «Kontrolle» rechtfertigt sich an dieser Stelle schon allein durch seine zentrale Bedeutung und die Tat­ sache, dass der Kontrollbegriff von den verschiedenen Autoren und in den verschiedenen Sprachen sehr unterschiedlich verwendet wird. Das Wort «Kontrolle» hat seine etymologische Wurzel im mittelalterlich-lateinischen «contrarotulus», zusammengesetzt aus «contra» (gegen) und «rotulus» (Rolle).1 In die 
französische Sprache ging der Begriff als «contreröle» ein, was Gegenregister, Gegenverzeichnis, Gegenrechnung, Gegenprobe bedeu­ tete.2 Gemeint war die «Gegenzeichnung einer Rechnungsführung durch eine zweite Person, um die Originalrechnung auf ihre Richtigkeit zu über­ prüfen»3. Der heute verwendete Ausdruck «contröle» (in bezug auf die parlamentarische Kontrolle spricht man synonym auch von «haute surveil- lance»4) bedeutet wörtlich Nachprüfung, Überwachung, Beaufsichtigung.5 In der 
englischen Sprache erhielt das Wort eine umfassendere Bedeutung. 1 ASCHAUER, 1; STADLER, 2. 2 BRAMSEMANN, 17; HAMED, 150; STADLER, 2; ASCHAUER, 1. 3 STADLER, 2. 4 HELG, 91. 5 LANGENSCHEIDT, Französisch. 26
        

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