Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000033523/22/
steinischen Verhältnissen fast jeder Fall ein «Sonderfall» ist und Verallgemei­ nerungen Gefahr laufen, über das Ziel hinauszuschiessen, scheint oft eine Arbeitsweise mit Beispielen angebracht. Im März 1989 wurde erstmals ein von 15 auf 25 Abgeordnete vergrösserter Landtag gewählt. Im Zuge dieser Parlamentsvergrösserung erfolgte eine Anpassung der Stellvertreter­ regelung und der Mitgliederzahl der Geschäftsprüfungskommission. Diese Neuregelungen sind im vorliegenden Buch berücksichtigt. Da es indessen an einer entsprechenden Parlamentspraxis noch fehlt, werden die letzten beiden ordentlich beendeten Legislaturperioden untersucht; es sind dies die Jahre 1978-81 und 1982-85. Eine einzelne Periode ist aufgrund der teilweise seltenen Anwendung gewisser Kontrollinstrumente, der oft langen Zeit­ spanne zwischen Kontrollvorstoss und Antwort, resp. Sanktion und der häufig auch legislaturübergreifend eingesetzten Instrumente nicht hinrei­ chend aussagekräftig. Auf die Untersuchung einer Vielzahl von Legislatur­ perioden wird aus forschungsökonomischen Gründen verzichtet. In Ein­ zelfällen wird es allerdings erforderlich sein, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um Fallbeispiele für selten angewendete Kontrollinstrumente zu finden. Der Untersuchungszeitraum muss also - dem Untersuchungsge­ genstand angepasst - flexibel gehandhabt werden. Grosses Gewicht wird aber auch den 
Expertenbefragungen zukommen. Die Befragung wird mit Hilfe eines Interview-Leitfadens durchgeführt. Um der von HOFFMANN-RIEM22 erkannten Gefahr der Interviewerdomi­ nanz zu entgehen, werden die Fragen bloss als Erzählanstösse formuliert. So soll die gewünschte Spontaneität der Befragten erreicht werden.23 Durch die Verwendung von sog. «offenen Fragen» wird dem Befragten Gelegen­ heit gegeben, unter möglichst geringem Bezug auf die Frage die ihm selbst wichtig erscheinenden Themenbereiche anzusprechen. Diese Forschungs­ strategie ist «völlig entgegengesetzt den hypothesenprüfenden Verfahren der quantitativen Sozialforschung»24, die operatdonalisiert, geschlossene Fragen stellt und mit Vorliebe metrische Skalen anwendet. Bei der Exper­ tenbefragung werden in erster Linie und im Rahmen einer Vollerhebung die Entscheidungsträger selber (die Landtagsabgeordneten) befragt. Informa­ tionsgespräche mit weiteren Fachleuten wie den Regierungsräten, den Par­ 22 HOFFMANN-RIEM, 357. 23 Ausfuhrlicher zum situationsflexiblen Interview: HOFFMANN-RIEM, 357 ff. 24 KLEINING, 232. 23
        

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