Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
13
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000033523/176/
erfassen und darf deshalb nicht einen Aspekt übergewichten. Die Ausfüh­ rungen zur Finanzaufsicht nehmen, entsprechend der grossen Bedeutung der Instrumente, wohl einen grossen Platz ein; die Revision des FHG aller­ dings kann nur in einer Kommission unter Beizug von Experten vorbereitet werden. Der Zweck der folgenden Kapitel ist es, für eine Überarbeitung des Haushaltsrechts Anregungen und Anstösse zu geben. a) Grundzüge des Rechnungswesens des Landes Liechtenstein aa) Grundlagen des Rechnungsmodells - Wesen und Aufbau Die rechtlichen Grundlagen des liechtensteinischen Rechnungsmodells lie­ gen in der Verfassung (Art. 62,66 ff.), dem Finanzhaushaltsgesetz (FHG)2 und der Verordnung über die Bewertung und Abschreibung der Bestand­ teile des staatlichen Vermögens.3 Bei der Schaffung des FHG lehnte man sich stark an das schweizerische Mustergesetz für den Finanzhaushalt der Kantone an. Diese enge Verwandtschaft zwischen liechtensteinischem FHG und schweizerischem Mustergesetz gestattet Vergleiche und lässt den starken Einbezug der schweizerischen Diskussion als sinnvoll und vertret­ bar erscheinen.4 Nach BUSCHOR5 ist das Ziel des Rechnungswesens, «die Finanzvor­ falle lückenlos zu erfassen, das Finanzgeschehen informativ zu strukturie­ ren und dadurch eine führungsgerechte Interpretation der Haushaltsdaten zu ermöglichen». Im Zentrum steht somit die Erhebung von Führungs­ daten für internen (Finanzverwaltung und Regierung) und externen (Land­ tag und Bürger) Gebrauch. Wie ist nun das liechtensteinische Rechnungsmodell ausgestaltet? Die Bestandesrechnung (Vermögensrechnung) enthält die Vermögenswerte und die Verpflichtungen sowie das Eigenkapital oder den Bilanzfehlbetrag. Sie erfasst die Aktiven und Passiven beim Jahresabschluss. Die Aktiven setzen 2 G vom 13.11.1974 über den Finanzhaushalt des Staates, LGB11974 Nr. 72. 3 Verordnung vom 17.12.1974, LGB1 1975 Nr. 4. 4 Vgl. den Entwurf zu einem neuen FHG des Bundes, BB11988 HI 829 ff., 899 ff. Für die liechtensteinischen Grössenverhältnisse erscheint eine Anlehnung an kantonale Regelungen geeigneter denn ein Kopieren des neuen Bundesrechts. Zur Begründung vgl. BB11988 III 835 f. 5 BUSCHOR, Haushaltsführung, 10. 177
        

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